Es ist alles lösbar

Sport / 23.07.2019 • 20:34 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

Bei der VEU Feldkirch ist der EBEL-Einstieg eine Frage des Geldes und der Zeit.

Feldkirch Versprechungen gibt es keine. Absichtserklärungen, die den Feldkircher Eishockeyfans Mut machen, schon. Die Rückkehr der VEU in die Erste Bank Liga ist ein Status quo und wird von Präsident Pit Gleim bei einer Presseinformation zu den Zukunftsplänen des Klubs mit einer Chance von „50 zu 50“ taxiert. Immer noch ist das Budget das größte Fragezeichen. „Wir arbeiten täglich daran, haben extrem viel Vorarbeit geleistet, es steht alles parat. So gesehen könnten wir morgen in der EBEL loslegen“, sagt Gleim. Mit einem Hauptsponsor habe man sehr gute Gespräche: „Wir sind ständig in Kontakt, es gibt von beiden Seiten unterzeichnete Absichtserklärungen“, sagt der 49-jährige Gleim. „Schön, dass man so was hat. Aber das Ding ist erst fest, wenn der Rubel rollt. Wir arbeiten daran, dass wir in der nächsten Saison den Schritt wagen können.“

Vorarbeiten sind getan

Geschäftsführer Michael Lampert blickt auf den Jänner zurück, als man mit der EBEL-Idee offensiv wurde. „Der Aufnahmeantrag wurde fristgerecht gestellt, die notwendige Anzahlung geleistet. Erst danach haben wir die relevanten Zahlen bekommen, um für uns auszurechnen, was es kostet. Das war dann weit mehr, als uns alle gesagt haben, was es kosten würde. Und weit weniger, als was wir z. B. an Fernsehgeldern zurückbekommen hätten.“ Jetzt habe der Klub die Vorarbeiten so weit abgeschlossen, dass man bereit für die EBEL sei. Den Gründung einer GmbH sei vollzogen, der wirtschaftliche und der Eventbereich werde ausgelagert, wenn es zum Aufstieg kommt.

Nicht über die GmbH läuft das aktuelle AHL-Team: „Die meisten Spieler sind Amateursportler, ihre Aufwandsentschädigungen kann man in einer GmbH nicht nutzen“, begründet der 47-Jährige. Die Schritte in ein professionelles Umfeld seien jedenfalls getan. Lampert: „Unsere Bestrebungen wurden von Land und Stadt sehr gut aufgenommen. Wir haben das Gefühl, gehört zu werden, dürfen kommen, wenn wir Anliegen haben.“

Groß unterstützt Lampert

Ein zweiter Geschäftsführer in der Person von Christian Groß unterstreicht die EBEL-Ambitionen der VEU. „Michael arbeitet im sportlichen Bereich“, so der 51-jährige ehemalige Feldkirch-Stürmer. „Ich versuche, das Umfeld für die Wirtschaft, Sponsoren und die Infrastruktur zu verbessern. Ich muss den Hut ziehen, was bisher bei der VEU geleistet wurde.“ 3,5 Millionen wären für den EBEL-Einstieg die günstigste Variante, haben Lampert und Gleim ausgerechnet. „Wenn wir den Fuß in der Tür haben wollen, genügt das“, erklärt Lampert. „Nehmen wir aber den großen Plan mit EBEL, einem AHL-Team und einem Nachwuchszentrum mit ganzjährigem Trainingsbetrieb, dann wird es wesentlich teuerer.“

Gleim erzählt vom positiven Feedback, das er nach der EBEL-Offensive bekommen habe. „Viele Leute sind auf den Klub zugekommen, die Politik hat positiv reagiert. Im neuen Förderklub sitzen jetzt schon hochkarätige Geschäftsleute. Auch Unternehmer in Liechtenstein zeigen Interesse an der VEU.“ Mit dem Autohaus Koch konnte für diese Saison ein neuer Autosponsor akquiriert werden.

Zu seiner Überraschung sei das Urteil über die Vorarlberghalle nicht so negativ ausgefallen, wie es von außen dargestellt werde. Gleim: „Es ist möglich, in diesem Stadion EBEL zu spielen. Man muss Dinge anpassen und verbessern. Das sind aber alles in allem machbare Aufgaben, bei denen man nicht Millionen in die Hand nehmen muss.“

Die EBEL-Teilnahme allein will Gleim für den Klub nicht als das ultimative Zukunftsszenario ansehen. „Wir haben einen klaren Maßnahmenkatalog erstellt, der für die nächsten fünf bis zehn Jahre ausgelegt ist. Da geht es auch um viele Dinge hinter den Kulissen, um Jugendarbeit, ein AHL-Team, Infrastruktur, die Hallennutzung. Es sind alles Sachen, die lösbar sind. Wenn wir für uns das Gefühl haben, es ist alles in trockenen Tüchern und wir sauber planen können, dann gibt es das Go. Ob das morgen passiert oder in zwei, drei, vier Monaten, das kann ich nicht sagen.“

Drei EBEL-Vereine würde das Land nicht vertragen, meint Gleim, auf den Vierjahres-EBEL-Plan von Lustenau angesprochen. „Aber das ist meine private Meinung. Wir haben mit EHC-Präsident Herbert Oberscheider eine sehr gute Gesprächsbasis, ebenso wie nach Dornbirn.“

Ein hart arbeitendes Team

Abseits der EBEL-Debatte nimmt Patrice Lefebvre als neuer Trainer der AHL-Mannschaft die Arbeit auf. „Die VEU ist eine große Herausforderung für mich“, sagt der 52-Jährige. „Wir haben ein junges Team, es gibt einiges zu tun. Wir wollen schnelles, attraktives Eishockey spielen, uns als hart arbeitendes Team einen Namen machen. Alle sollen wissen, dass es schwer ist, gegen uns zu gewinnen.“

„Unsere EBEL-Bestrebungen wurden von Land und Stadt sehr gut aufgenommen.“

Präsentieren die VEU-Pläne: Präsident Pit Gleim, Trainer Patrice Lefebvre und der neue Geschäftsführer Christian Groß.steurer
Präsentieren die VEU-Pläne: Präsident Pit Gleim, Trainer Patrice Lefebvre und der neue Geschäftsführer Christian Groß.steurer