Vier Jahre Sperre für Baldauf

Sport / 23.07.2019 • 20:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dominik Baldauf und Kollege Max Hauke wurden mit langen Sperren belegt.Reuters
Dominik Baldauf und Kollege Max Hauke wurden mit langen Sperren belegt.Reuters

ÖSV-Langlauf-Duo wurde wegen Blutdopings vom ÖADR bis 2023 gesperrt.

Wien Wie erwartet sind die Skilangläufer Dominik Baldauf und Max Hauke von der österreichischen Antidoping Rechtskommission (ÖADR) für je vier Jahre – rückwirkend ab dem 1. März bis 28. Februar 2023 – gesperrt worden. Die Sperre dürfte das ehemalige ÖSV-Duo jedoch nicht schmerzen, haben doch beide bereits angekündigt, ein neues Leben abseits des Sports beginnen zu wollen.

Für schuldig befunden

Dem ÖSV-Gespann konnte die Anwendung einer unerlaubten Methode zur Leistungssteigerung (Blutdoping) nachgewiesen werden. In den von der ÖADR getrennt durchgeführten Verfahren wurden beide Sportler für schuldig erkannt, da sie ab April 2016 in unregelmäßigen Abständen eine größere Zahl von Blutabnahmen zur Lagerung und anschließenden Reinfundierung vornehmen ließen. Zusätzlich habe Max Hauke von 2017 bis 2019 Wachstumshormone erworben und diese auch konsumiert. Die Entscheidung ist bei Hauke noch nicht rechtskräftig, er könnte innerhalb der vierwöchigen Frist noch rechtliche Schritte einleiten. Bei Baldauf hingegen ist die Entscheidung der Rechtskommision bereits rechtskräftig, er erhob keine Rechtsmittel gegen das Urteil.

Beim Sulzberger Baldauf erfolgte die letzte Eigenblutinfusion von 800 Millilitern am 24. Februar 2019, am gleichen Tag erreichte das ÖSV-Duo bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld den sechsten Rang im Teamsprint. Der Steirer Max Hauke wurde drei Tage später bei einer Razzia während einer Eigenblutinfusion von 100 Millilitern ertappt, ein Video davon wurde schließlich über soziale Netzwerke publik und sorgte für ein Beben in Sport-Österreich.

Neben der vierjährigen Sperre für die Langläufer wurden vom ÖADR auch weitere Maßnahmen ausgesprochen: So werden etwa alle von Baldauf und Hauke ab dem 1. April 2016 erzielten Ergebnisse annuliert. Zudem sollen allfällig erlangte Titel, Preis- und Startgelder der beiden Athleten aberkannt werden. Auch die Verfahrenskosten werden von den beiden WM-Startern getragen.

Baldauf und Hauke wurden vom Erfurter Sportarzt Mark S. behandelt, da die beiden ihre stagnierenden Leistungen nicht mehr auf andere Weise zu verbessern wussten. Dadurch, dass sie zu zweit waren, sei die Hemmschwelle, Blutdoping zu betreiben, geringer gewesen. In einem Interview gab Baldauf an, es sei wesentlich leichter für sie gewesen, da die beiden als beste Freunde gemeinsam unter einer Decke steckten.

Der Kontakt zum Mediziner, welcher im Rahmen der „Operation Aderlass“ aufgeflogen war, sei laut Baldauf durch den früheren Dopingsünder Johannes Dürr zustande gekommen. Dieser war 2014 erstmals wegen EPO-Dopings überführt worden. Dürr gab zwar zu, auch nach seiner Dopingfestnahme noch Eigenblutdoping betrieben zu haben. Er bestritt jedoch, die Kontaktdaten des Sportarztes an Hauke oder Baldauf weitergegeben zu haben.

Im Rahmen der sogenannten „Operation Aderlass“ wurden bereits die österreichischen Radprofis Stefan Denifl und Georg Preidler sanktioniert, auch sie wurden mit Sperren von jeweils vier Jahren belegt. Die Liste der in den Skandal um den deutschen Mediziner Mark S. verwickelten Sportler soll insgesamt 21 Namen aus acht Ländern und fünf Sportarten beinhalten.

Neubeginn abseits des Sports

Beide Langläufer hatten bereits erklärt, ein neues Leben beginnen zu wollen. Der professionelle Langlaufsport spielt darin keine Rolle mehr. So hatte Max Hauke kürzlich in Betracht gez0gen, ein Medizinstudium zu absolvieren. Baldauf will hingegen trotz aller Vorkommnisse zur Polizei.