Das Motto in Altach: abschütteln und aufstehen

Sport / 29.07.2019 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ousmane Diakité überzeugte im ersten BL-Spiel mit 96 Ballaktionen. gepa
Ousmane Diakité überzeugte im ersten BL-Spiel mit 96 Ballaktionen. gepa

Beim heimischen Fußball-Bundesligaklub weiß man, was zu verbessern ist.

Altach Die Antworten auf zwei brennende Fragen hat der Saisonauftakt des Cashpoint SCR Altach gebracht: Ja, der LASK hat seinen Spielstil etwas verändert, nicht aber seinen Schrecken für Altach verloren: neuntes BL-Match in Folge ohne SCRA-Sieg. Ja, der LASK wäre durchaus verwundbar gewesen, aber dafür hätten die Altacher nicht zwei wichtige Fußballtugenden zu Hause lassen dürfen.

Die Zweikämpfe wurden nicht in jener konsequenter Art und Weise angenommen, um den Oberösterreichern letztendlich Paroli bieten zu können. Dabei verzichteten die Linzer phasenweise auf das einst von Trainer Oliver Glasner implantierte extreme Pressing. Neu unter Valérien Ismael: Das Tempo, mit und ohne Ball, wird hin und wieder bewusst aus dem Spiel genommen. Dem Gegner wird dabei durchaus mehr Platz eingeräumt. So wurde Altach eingeladen, selbst das Spiel zu gestalten, um dann vor allem die zweiten Bälle zu erobern. Weil die Vorarlberger gegen dieses System über weite Strecken keine Lösung fanden, zeitweise sogar ein wenig naiv wirkten, spielte man den Linzern unbewusst in die Karten. Das Mehr an Ballbesitz hatte für die Vorarlberger an diesem Tag nur statistischen Wert.
Die Geschenke, die ob der Eigenfehler angeboten wurden, sind von den Linzern sehr gerne angenommen worden. Weil die Defensivarbeit nicht funktionierte kassierte man gleich zum Auftakt zwei Gegentreffer. Nachdenklich stimmt zudem, dass es durchaus mehr hätten sein können. Das war im Frühjahr noch ganz anders. Die Mannschaft zeigte sich da gerade im Abwehrverbund sehr kompakt und musste im Abstiegs-Play-off in lediglich drei Spielen (2:2, 2:2, 1:4) zwei oder mehr Gegentore hinnehmen.

Umstellungen taten sichtlich gut

Die taktischen und personellen Veränderungen von der Bank brachten schließlich mehr Sicherheit in das Spiel der Altacher, auch wenn man in Sachen Torgefahr in diesem Match blass blieb. Mit Stürmer Mergim Berisha aber gab es sichtlich Entlastung für Christian Gebauer, der im Kampf gegen das vom vor dem Anpfiff als Spieler der Saison 2018/19 ausgezeichneten Gernot Trauner organisierte Abwehrzentrum der Linzer zeitweise etwas an Don Quijote im Kampf gegen die Windmühlen erinnerte. Die Niederlage hatte auch etwas Gutes: Jetzt ist man gewappnet für Wattens, denn der Aufsteiger erwies sich gegen die Austria als extrem bissig. So gelang den Tirolern ein Überraschungserfolg bei gerade einmal 30 Prozent Ballbesitz.