„Der Stabhochsprung reizt mich sehr“

30.07.2019 • 16:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Goldmedaille begleitete Tosin natürlich auch auf der Rückreise. GEPA
Die Goldmedaille begleitete Tosin natürlich auch auf der Rückreise. GEPA

Goldjunge „Tosin“ Ayodeji über das EYOF, seine Anfänge und den unerwarteten Empfang in der Heimat.

Dornbirn Mit so einer Begrüßung hat Goldmedaillengewinner Oluwatosin Ayodeji (16) nicht gerechnet. Als er mit seinen Kolleginnen Anna Mager und Anna-Sophie Meusburger nach der Rückreise aus Baku in Dornbirn aus dem Zug stieg, wurden die drei Vorarlberger EYOF-Teilnehmer von ihren Familien, Freunden sowie Vertretern der Vereine und des Verbandes jubelnd empfangen. Fahnen wurden geschwungen, Transparente in die Höhe gehalten. „Tosin“ kommentierte das Geschehen mit einem breiten Grinsen. „Ich dachte, ich würde einfach nach Hause fahren und mich ins Bett legen. Dass jetzt alle da sind und uns unterstützen, ist wirklich schön“, gestand der junge Athlet den Vorarlberger Nachrichten.

Im fünften Sprung zu Gold

„Tosin“, wie er von allen genannt wird, wirkte trotz der anstrengenden Rückreise aus Aserbaidschan tiefenentspannt, die Goldene um den Hals strahlte mit ihm um die Wette. Dass er den Weitsprung gewonnen hat, sei für ihn nach wie vor unglaublich. Dass sein Sieg der erste für das Ländle ist, habe er erst gar nicht glauben können. Das sei natürlich nochmals ein zusätzliches Gefühl der Ehre, sagte der Fußacher.
Der 16-jährige Weitspringer gewann die Quali, hatte im Finalbewerb dann anfangs aber Mühe, schaffte als Achter nur knapp die Qualifikation für weitere drei Finalsprünge. Dann holte er jedoch zum ganz großen Satz aus, sprang 7,31 Meter weit. Was beim fünften Versuch anders gelaufen sei? „Ich habe nochmals über alles nachgedacht, was ich vorher falsch gemacht habe, was ich jetzt ändern könnte. Ich habe auch mit meinem Trainer darüber geredet, am Ende hat dann alles zusammengepasst, der Sprung lief perfekt.“ Er finde es aber schade, dass er nicht noch mehr Sprünge absolvieren konnte, denn das mache ihm am meisten Spaß. Deshalb habe ihn die Qualifikation für die finalen drei Sprünge auch fast noch mehr gefreut als die Medaille, erzählt Tosin.

„Das war schon schade“

Dass sein eigentlicher Trainer Sven Benning nicht in Aserbaidschan vor Ort sein konnte, da er nicht zu den offiziellen Betreuungspersonen zählte, sei natürlich sehr schade gewesen. „Aber mein Trainer und der Werner (Anm. d. Red.: Werner Prenner) kennen sich gut, haben im Vorfeld miteinander gesprochen“, so der junge Athlet von der TS Höchst.

„Meine Mama hat mich mitgeschickt, weil ich als Kind ein bisschen hyperaktiv war.“

Oluwatosin Ayodeji, EYOF-Goldmedaillengewinner


Nach seinem Sieg habe er die Tage vor allem damit verbracht, sich die Wettkämpfe seiner Kolleginnen und Kollegen anzuschauen und diese zu unterstützen. Auch eine gemeinsame Erkundungstour durch Baku sei auf dem Programm gestanden. „Ich habe es mir gut gehen lassen“, sagte Tosin schelmisch grinsend.

Die Mutter war „schuld“

Dass er überhaupt bei der Leichtathletik gelandet ist, verdankt er einer Freundin aus seiner Kindergartenzeit. Sie habe mit fünf Jahren Leichtathletik betrieben, er habe damals noch keinen Sport gemacht. Seine Mama habe ihn dann irgendwann auch mitgeschickt, „weil ich schon als Kind ein bisschen hyperaktiv war“. Das Mädchen habe mittlerweile aufgehört, er sei dabei geblieben, was sich schließlich ausgezahlt habe.

Es geht weiter

Im Hinblick auf seine sportliche Zukunft wolle er sich zwar schon in Richtung Weitsprung fokussieren, dennoch ist der Wunsch vorhanden, sich auch in anderen Disziplinen zu versuchen. So startet er in Kürze mit den ersten Trainingseinheiten im Stabhochsprung. „Diese Disziplin will ich schon länger ausprobieren.“ Wegen der Konzentration auf die Europäischen Olympischen Jugendspiele sei es aber bisher leider noch nichtdazu gekommen.


Eine wirkliche Verschnaufpause nach dem EYOF gibt es für Tosin ohnehin nicht, man befindet sich mitten in der Saison. Da sei es am besten, möglichst viele Wettkämpfe zu machen. Schon am Tag nach seiner Ankunft absolvierte er ganz normal sein Training, am Wochenende steht bereits der nächste Bewerb an. FB