Segeln: Bodenseeteam kürt sich zum Vizeweltmeister

30.07.2019 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Team rund um Steuermann Werner Deuring kämpfte eine Woche mit den Bedingungen in England. Am Ende gab es den verdienten Vizeweltmeistertitel. Tobias Störkle
Das Team rund um Steuermann Werner Deuring kämpfte eine Woche mit den Bedingungen in England. Am Ende gab es den verdienten Vizeweltmeistertitel. Tobias Störkle

Vor der Isle of Wight segelte Werner Deuring in der altehrwürdigen 8mR-Klasse auf Rang zwei.

Cowes Meterklassen-Boote wie die 8mR oder die 12mR, auf denen lange Zeit der prestigeträchtige America’s Cup ausgetragen wurden, gelten als edel, traditionell und besonders schwer zu segeln. Eine lange Wasserlinie, teilweise knapp 100 Jahre alte Boote mit Holzmasten und alten Systemen machen das Segeln nicht immer einfacher. Eine etwas modernere Ausführung hat sich der Bregenzer Werner Deuring letztes Jahr im Frühjahr angeschafft. Zwar auch komplett aus Holz gebaut, aber mit einem modernen Mast, neuen Foliensegeln und einem Flügelkiel. Das Ziel war ganz klar die Weltmeisterschaft in Langenargen am Bodensee, also auf dem heimatlichen See. Der Titel wurde dann 2018 in einem spannenden Finish erstmals nach Vorarlberg geholt.

Erfahrung am Meer fehlte

Die WM 2019 führte die Crew mit Steuermann Werner Deuring, Markus Sagmeister, Alexander Deuring, Reinhard Brugger, Michael Seifahrt und dem neuseeländischen Taktiker Daniel Slater in den altehrwürdigen ‚Royal Yacht Squadron‘ auf die Isle of Wight. Dass es spannend werden würde, war klar, denn der auserkorene Gegner um den Weltmeistertitel, das Segelteam aus Genf – mit einem ebenfalls modernen Boot ‚Yquem 11‘ – wurde ausschließlich von Profiseglern gesteuert. Zusätzlich fehlte dem Team vom Bodensee einfach die Erfahrung am Meer. „Strömung, hohe Wellen und lange Wettfahrten mit bis zu zwei Kilometer an der Kreuz waren für uns eine neue Erfahrung. Aber wir haben bereits mehrfach bewiesen, dass wir uns anpassen und schnell segeln können,“ nahm Werner Deuring die Herausforderung sportlich.

Auf dem Niveau mit einem Vizeweltmeistertitel nach Hause zu fahren, ist keine Schande.“

Werner Deuring, Steuermann

Ein Krafakt

Gesegelt werden zwei Wettfahrten pro Tag mit bis zu zwei Kilometer auf einem Schenkel, was am Ende des Tages knapp zweieinhalb Stunden pro Wettfahrt bedeutet. Ein ziemlicher Kraftakt. Das Team rund um Werner Deuring und Verbandspräsident Markus Sagmeister starteten mit einem zweiten und einem ersten Platz erfolgreich in die Regatta. Am zweiten Tag hatte dann aber das Team vom Genfersee klar die Nase vorn und segelte mit zwei ersten Plätzen einen kleinen Vorsprung heraus. Der freie Tag schließlich wurde von der Conquistador-Crew dazu verwendet, Segel zu analysieren und auch umzunähen. Man wollte nichts unversucht lassen um die Regatta doch noch zu gewinnen. Am Ende war aber das Team vom Genfersee klar besser und holte sich den ehrwürdigen WM-Titel in der 8mR-Klasse. Für das Team vom Bodensee bedeutete das den Vizeweltmeistertitel. „Wir haben die ganze Woche hart gekämpft und unser Bestes gegeben. Auf diesem Niveau mit einem Vizeweltmeistertitel nach Hause zu fahren ist keine Schande. Wir sind alle Amateure, investieren unsere Freizeit in diese Leidenschaft und können mit dieser Leistung absolut zufrieden sein,“ resümiert Verbandspräsident Markus Sagmeister nach über zwei Wochen in England. Für 2020 gibt es bereits erste Pläne, noch einmal um den großen Titel zu segeln. Die Weltmeisterschaft findet dann in den Niederlanden, in Enkhuizen, statt. MS