Interview Chantal Düringer: „Das war meine beste Entscheidung“

31.07.2019 • 07:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Chantal Düringer, begleitet von Vierbeiner Eros, bringt sich auf den Vorarlberger Golfplätzen in Form.
Chantal Düringer, begleitet von Vierbeiner Eros, bringt sich auf den Vorarlberger Golfplätzen in Form.

Die Golfspielerin zieht nach einem halben Jahr in den USA ein zufriedenes Resümee.

Bregenz Das erste Semester an der New Mexiko State University in La Cruces, einer Stadt nördlich von El Paso, ist für Golfspielerin Chantal Düringer schon wieder Geschichte. Die VN trafen die 19-jährige Bregenzerin in ihrem Heimaturlaub, der mit vielen Einsätzen auf internationaler Ebene mit Turnieren, Staatsmeisterschaften in Österreich und Tschechien bestückt ist. Zur Ruhe und Erholung kommt Chantal Düringer bis zu ihrem Abflug in die USA am 20. August nicht so richtig.

Wie war das erste halbe Jahr in New Mexiko an der University?

Das erste Semester an der New Mexiko State University hat mir sehr gut gefallen. Nicht nur das Golfspielen, sondern auch das Studium generell. Dieses Jahr erreichten wir sogar die Regionals, welche ein Teil der nationalen amerikanischen Meisterschaft sind. Um dort mitspielen zu dürfen, muss ein Team entweder weit oben in der Jahresrangliste sein oder die jeweilige Conference in der Region gewinnen. Nächstes Jahr wollen wir wieder die Conference gewinnen, aber auch danach besser abschneiden.

Welche Erfahrungen hast du in Amerika gemacht?

Bezüglich meines Golfspiels habe ich sehr viele neue Erfahrungen gemacht, die ich in Österreich nie erlebt hätte. Mit dem Team in den USA spielen wir nicht nur Turniere in Mexiko, sondern auch in Arizona, Kalifornien und Washington, die unterschiedliche Klimazonen, aber auch verschiedene Höhenlage haben bzw. ganz unterschiedliche Gräser. Als Einzelkind teilte ich erstmals mit einer Mitstudentin ein Zimmer. Zusätzlich hatte ich auch Schwierigkeiten mit dem Essen. Da ich keine eigene Küche hatte, musste ich in der Cafeteria essen. Dort gab es eine Auswahl von sehr ungesundem amerikanischem Essen und kaum Abwechslung.

Gab es Bedenken?

Nein, ich habe mich sehr über den neuen Lebensabschnitt gefreut.

Wie verstehst du dich mit den Kolleginnen?

Mein Team setzt sich aus je einer Kanadierin, Thailänderin, Chinesin, Mexikanerin, Amerikanerin und mir als einziger Europäerin zusammen. Natürlich entstehen manchmal Konflikte zwischen den Spielerinnen, aber die lösen sich meist wieder von selbst. Ab September 2019 werden die Kanadierin und ich in ein Appartement außerhalb des Campus ziehen.

Wie ist das Studium?

Studieren in Amerika ist anders als bei uns. Dort muss man zusätzlich zum gewählten Studium, zum Beispiel bei Biologie wie bei mir, allgemeine Kurse, entweder Englisch, Mathematik oder auch wissenschaftliche Bereiche wie Geographie, Anthropologie oder auch Musik belegen. Das gilt nicht nur für internationale Studenten, sondern auch für Amerikaner. Das Studium gefällt mir aber sehr gut. Es ist bis jetzt noch sehr oberflächlich, erst nach einem Jahr muss man sich spezialisieren. Man kann sich das Studium auch so vorstellen: Am Anfang hat man einen leeren Topf, der mit gewissen Kursen gefüllt werden muss, aber wann und in welchem Zeitraum ist egal. Letztes Semester hatte ich einen GPA (Anm.: Grade Point Average) von 3,8, was eigentlich ganz gut ist. Das einzige Problem war, dass wir sehr viele akademische Aufsätze schreiben, die vier bis zwölf Seiten lang sind und jeder, der jemals ein Academic-Paper verfasst hat, weiß, wie viel Arbeit darin steckt.

Was machst du über den Sommer in deiner Heimat?

Während meiner Semesterferien spiele ich weiter Turniere hier in Europa. Ich habe die Staatsmeisterschaft in Zell am See, die dänische Amateur-Meisterschaft in Silkeborg und auch die TeamEM in Sardinien, die Jugend-Staatsmeisterschaft und in England die Einzel-EM gespielt. Es geht jetzt wieder retour nach Wien zur internationalen österreichischen Meisterschaft, und zuletzt noch zur tschechischen Amateurmeisterschaft. Dann ist es eh schon wieder Zeit für mich, nach Amerika zurückzufliegen, am 20. August ist es so weit. tk