Auch das Einstecken will gelernt sein

Sport / 05.08.2019 • 22:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Marcel Koller soll LASK-Gegner Basel zur Nummer eins machen.

Basel Einst war der FC Basel das Flaggschiff, auf dem der Schweizer Fußball durch Europa segelte. Dann kam der Einbruch, der Verein verlor die nationale Führungsrolle an die Young Boys unter Trainer Adi Hütter und holte im August 2018 Marcel Koller. Der Ex-ÖFB-Teamchef beruhigte die Lage und stand doch selbst vor dem Aus. Doch Koller ist noch da: „Man muss auch etwas einstecken können“, sagte er vor dem Spiel am Mittwoch gegen den LASK.

Koller sollte nach schwachem Saisonstart im Vorjahr wieder für Stabilität sorgen. Das gelang einigermaßen, unumstritten war der 58-Jährige dennoch nicht. Die Schweizer Medien berichteten von einem Machtkampf, Koller habe seinen Spind bereits geräumt, hieß es da im Juni. Doch nicht er ging, sondern Sportchef Marco Streller. Die Details wollte Koller nicht kommentieren. „Das war sicher turbulent, für mich gab es aber nur eines: mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren. Der Fokus lag immer auf meiner Arbeit“, erklärt er.

Keine Genugtuung

Fähigkeiten zur Tiefenentspannung und Resilienz seien gefragt. „Da muss man nicht so kleinlich sein, nicht alles auf die Waagschale werfen“, meinte Koller, von 2011 bis 2017 Österreichs Teamchef – zeitweise mit Heldenstatus sowie bleibendem Vermächtnis. Vor dem Heimhinspiel gegen den LASK in der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation scheint Koller jedenfalls einigermaßen fest im Sattel zu sitzen. In der neuen Saison gewann man bisher zwei von drei Ligapartien und schaffte in der CL-Quali gegen ein spielstärkeres Team aus Eindhoven in zwei spannenden Spielen den Aufstieg, ist also so wie der LASK fix in einer europäischen Gruppenphase.

„Genugtuung empfinde ich nicht. Ich freue mich einfach, dass wir das erreicht haben“, meinte Koller, der sich freilich bewusst für den Job entschied. „Ich wollte in den Klub-Fußball zurück, und der FC Basel ist in der Schweiz eine Topadresse.“ Seinen ÖFB-Assistenten Thomas Janeschitz nahm er nach Basel mit. „Im vergangenen Jahr hatten wir einen schwierigen Start. Du bist mittendrin in der Saison, musst die Spieler kennenlernen, den Verein, das Umfeld, das ist extrem schwierig. Das alles braucht Zeit und geht nicht von heute auf morgen.“

Kontinuität war schon beim ÖFB-Team einer von Kollers zentralen Punkten. „Das hat auch meine Karriere gezeigt. Kontinuität ist wichtig, wenn man überzeugt ist, dementsprechend ist die Arbeit dahinter“, erklärte Koller. So will der zweifache Schweizer Meistertrainer mit dem FC St. Gallen (2000) und den Grasshoppers (2003) seine Mannschaft wieder an die nationale Spitze führen: „Die Young Boys sind weiter Favorit, aber unser Ziel muss sein, da näher hinzukommen.“

„Kontinuität ist wichtig, wenn man überzeugt ist, dementsprechend ist die Arbeit dahinter.“