Meditieren und lesen, aber Party geht auch

05.08.2019 • 17:15 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Für Lewis Hamilton war nach dem Grand Prix in Budapest die Welt wieder in Ordnung. reuters
Für Lewis Hamilton war nach dem Grand Prix in Budapest die Welt wieder in Ordnung. reuters

Formel-1-Star Lewis Hamilton will im Urlaub die Ruhe suchen.

Budapest Seit einem Monat ist die Formel 1 aufregend wie lange nicht mehr – eines hat sich aber nicht geändert: Lewis Hamilton und Mercedes haben am Ende doch meistens das entscheidende Ass im Ärmel. Jetzt ist aber vorerst Pause, die Formel 1 macht bis 1. September Ferien.

Hamiltons Pläne für den Urlaub klingen erst mal nicht so sehr nach Lewis Hamilton. „Meditieren, Sonnenaufgänge anschauen, Bücher lesen“, sagte der Weltmeister vor der Abreise nach dem Prand Prix aus Budapest – sah die ungläubigen Blicke und schob noch schnell nach: „Das heißt nicht, dass ich alt werde! Ich kann immer noch Party machen.“

Es ist nur so, dass der Mercedes-Star nach seinem hart erkämpften Sieg beim GP von Ungarn ein wenig Erholung ganz gut gebrauchen kann. Denn der vergangene Monat war extrem. Auf dem Hungaroring verlangte ihm sein neuer Rivale Max Verstappen alles ab, in den Wochen davor kämpfte Hamilton mal mit seinem Auto, mal mit sich selbst und mal mit einem hartnäckigen Infekt.

Immer eine Antwort

Die Moral dieses Formel-1-Sommers lässt den souveränen WM-Spitzenreiter Hamilton (führt mit 62 Punkten vor Valtteri Bottas) jetzt allerdings mit einem ziemlich guten Gefühl in die Pause gehen, denn sie lautet: Egal, wie groß die Probleme, egal, wie stark der Gegner – am Ende haben doch die Silberpfeile meist die beste Antwort parat.

Der Grand Prix nahe Budapest zeigte dies noch einmal im Schnelldurchlauf. Die Equipe Red Bull war im Qualifying am schnellsten, Verstappen in Topform, Hamilton hatte 20 Runden vor Schluss 20 Sekunden Rückstand. Und feierte doch noch einen Sieg, quasi in letzter Sekunde. „Das fühlte sich wie der steilste Berg an, den man erklimmen kann“, sagte Hamilton später, und das zu schaffen, mache glücklich.

Der 34-jährige Brite und Mercedes brauchten diesen Sieg dringend, denn die Saison drohte ein wenig zu entgleiten. Verstappen hatte zwei der vergangenen drei Rennen gewonnen, und beim Grand Prix in Deutschland hatte Silber auf ganzer Linie versagt. Doch diese „Dämonen aus der Hölle von Hockenheim“, schrieb die englische Sun, habe Mercedes nun vertrieben: „Sieben Tage zuvor waren die Weltmeister eine Lachnummer. Heute sind sie wieder die mächtigen Herrscher des Formel-1-Imperiums.“

Und das werden sie in dieser Saison bleiben, obwohl die Königsklasse zuletzt aufregend und abwechslungsreich wie lange nicht mehr war. Das lag einerseits daran, dass Red Bull einen Sprung machte. Und zum anderen daran, dass Ferrari auf bestimmten Strecken das schnellste Auto hat. Das weiß man bei Mercedes, „und es wird so spannend weitergehen“, sagt Hamilton.

So folgen in vier Wochen die beiden Rennen in Spa (1. September) und Monza (8.), beides sind absolute Power-Strecken, dort werden Sebastian Vettel und Ferrari wohl wieder aussichtsreich um den ersten Saisonsieg kämpfen.

Das ist sehr wahrscheinlich, obwohl Vettel als Dritter von Ungarn eine Minute Rückstand hatte. „Diese Strecke lag uns nicht und hat unsere Schwächen aufgezeigt“, sagte Vettel, „in Spa und Monza ist das anders.“ Und es ist einfach erklärt. Ferrari hat nicht bloß den stärksten Antrieb, es hat sich beim Design des Autos anders als die Konkurrenz auch für eine extrem effiziente Aerodynamik entschieden.

Neustart wird fordernd

Das kostet zwar auf den meisten Strecken so viel Kurvengeschwindigkeit, dass Mercedes und manchmal auch Red Bull dort nicht erreichbar sind. Strecken, auf denen die Vollgaspassagen deutlich wichtiger sind als die langsamen Ecken, sind dadurch aber Ferrari-Kurse.

Auch der Start aus der Sommerpause wird also wieder fordernd für Lewis Hamilton. Aber er dürfte ja gut erholt in Spa ankommen.