Ein hartes Match Mann gegen Mann

08.08.2019 • 20:27 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Thiem setzte sich in Montreal gegen Cilic durch, trifft im Viertelfinale auf Medwedew.

Montreal Dominic Thiem steht erstmals im Viertelfinale des mit 5,7 Mio. US-Dollar dotierten ATP-Masters-1000-Turniers in Montreal. Der 25-jährige Niederösterreicher besiegte den Kroaten Marin Cilic 7:6(7), 6:4. Nächster Gegner des Weltranglistenvierten ist nun heute der als Nummer acht gesetzte Russe Daniil Medwedew.

Für Thiem war es das erwartet enge Spiel gegen den exzellent aufschlagenden Weltranglisten-16., im „Head to Head“ führt er nun 2:0. Cilic vergab insgesamt neun Breakbälle (vier bei 3:3 im ersten sowie drei bei 1:0 und zwei bei 4:5 im zweiten Satz), während Thiem erst im zweiten Durchgang zu Chancen kam und dem US-Open-Gewinner von 2014 den Aufschlag zum 2:1 abnahm. Es war das einzige Break im gesamten Match.

Der vierte Matchball passte

Der Österreicher begeisterte in der ersten Partie des Tages auf dem bereits gut besuchten, knapp 12.000 Zuschauer fassenden Center Court vermehrt mit tollen Backhand-Winnern, die teilweise über 140 km/h schnell waren. Dazu schloss Thiem auch die meisten seiner Netzangriffe erfolgreich ab und verwertete nach 1:53 Stunden seinen vierten Matchball. Im ersten Interview auf dem Platz sprach der French-Open-Finalist von einem harten Stück Arbeit, wie auch ein Blick auf die Gesamtpunkte – 77:72 für Thiem – bewies.

„Es war ein hartes Match gegen Marin“, betonte Thiem. „Ich habe viel Slice gespielt, das hat gut funktioniert.“ Der Schlüssel zum Sieg war aber, dass er bei den Breakbällen des Gegners groß aufspielte – mehrmals sogar mit „Serve and Volley. Das ist normalerweise nicht meine bevorzugte Taktik. Ich bin sehr glücklich, dass ich alle neun Breakbälle abgewehrt habe. Das war der Schlüssel zum Sieg.“

In der nächsten Runde wartet nun der Weltranglisten-Neunte Medwedew auf die Nummer zwei des Turniers. Der 23-Jährige besiegte im Parallelmatch auf dem zweitgrößten Court den Chilenen Cristian Garin in nicht einmal 70 Minuten 6:3,6:3. Wie Cilic ist auch der Russe 1,98 Meter groß. Im direkten Vergleich liegt Thiem aber klar mit 3:0 voran.

„Daniil hat bisher eine großartige Saison, er ist erstmals Top Ten“, warnte der Kitzbühel-Sieger jedoch. Thiems jüngster Sieg über Medwedew datiert vom 28. April dieses Jahres, als er sich im Barcelona-Finale auf Sand 6:4, 6:0 durchsetzte. Im Vorjahr feierte er auf Hartplatz in St. Petersburg einen knappen 6:2, 3:6, 7:6(2)-Viertelfinalerfolg. „Das war ein großartiges Match, ich werde diesmal wohl mit einer ähnlichen Taktik reingehen“, blickte Thiem bereits auf das Duell mit Medwedew.

Schon am Tag zuvor hatte Thiem seinen „Kanada-Fluch“ gebrochen. Im sechsten Anlauf bei dem in Kanada ausgetragenen Masters-1000-Event feierte er seinen ersten Sieg, rang den aufstrebenden Kanadier Denis Shapovalov (ATP-32.) nach 1:47 Stunden mit 6:4, 3:6, 6:3 nieder.

Melzer im Spielerrat

Roger Federer und Rafael Nadal sowie Doppelspezialist Jürgen Melzer sind von den bestehenden Mitgliedern des ATP-Spielerrats ins zwölfköpfige Führungsgremium gewählt worden. Im Juni waren Robin Haase, Jamie Murray und Sergej Stachowski sowie der Coach-Vertreter Daniel Vallverdu zurückgetreten. Der Spielerrat hatte unter der Führung von Novak Djokovic bei vielen Profis für Unmut gesorgt, weil er den Vertrag mit dem CEO der ATP, Chris Kermode, trotz erfolgreicher Arbeit des Briten nicht verlängern wollte. Mit der Rückkehr von Federer und Nadal, die bereits früher dem Spielerrat angehörten, soll nun wohl wieder mehr Ruhe einkehren. Sie gehörten zu den Kritikern von Djokovics Vorgehen und werden nun für den Rest der Amtszeit (bis Wimbledon 2020) das Gremium komplettieren.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich alle neun Breakbälle abgewehrt habe. Das war der Schlüssel.“

Tennis

Herrenturnier Montreal (ATP-Masters-1000, 6,34 Mill. Dollar, Hart), 2. Runde Thiem (AUT/2) – Shapovalov (CAN) 6:4, 3:6, 6:3, Bautista Agut (ESP/10) – Schwartzman (ARG) 6:2, 7:5, Hurkacz (POL) – Tsitsipas (GRE/4) 6:4, 3:6, 6:3, Chatschanow (RUS/6) – Wawrinka (SUI) 6:4, 6:7(3), 6:, Fognini (ITA-7) – Paul (USA) 7:6(3), 6:3, Medwedew (RUS/8) – Edmund (GBR) 6:3, 6:0, Mannarino (FRA) – Coric (CRO/11) 6:2, 6:1, Garin (CHI) – Isner (USA-12) 6:3, 6:4, Monfils (FRA/16) – Iwaschka (BLR) 6:3, 7:6(6), Auger-Aliassime (CAN) – Raonic (CAN/17) 6:3,3:6, Aufgabe. Achtelfinale: Thiem (AUT/2) – Cilic (CRO/14) 7:6(7), 6:4, Medwedew (RUS/8) – Garin (CHI) 6:3, 6:3. Viertelfinale: Thiem – Medwedew