„Nicht unzufrieden, obwohl . . .“

Sport / 08.08.2019 • 21:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Matthias Brändle schlug sich im ersten Rennen nach seinem Schlüsselbeinbruch tapfer, verlor auf den neuen Europameister Remco Evenepoel nur 76 Sekunden.apa
Matthias Brändle schlug sich im ersten Rennen nach seinem Schlüsselbeinbruch tapfer, verlor auf den neuen Europameister Remco Evenepoel nur 76 Sekunden.apa

Zwiespältiges Resümee von Rad-Ass Matthias Brändle nach Platz 16 beim EM-Zeitfahren in Alkmaar.

Alkmaar „Ich bin nicht unzufrieden, obwohl ich mir schon ein wenig mehr erwartet hätte.“ Bei guten Bedingungen schloss Matthias Brändle das Zeitfahrrennen bei der Radeuropameisterschaft in Alkmaar auf Platz 16 ab. Der 28-jährige Hohenemser passierte im ersten Rennen nach seinem Schlüsselbeinbruch mit einem Rückstand von 1:16 Minuten auf den Sieger Remco Evenepoel aus Belgien die Ziellinie. Anfangs lief es für den Vorarlberger gut, allerdings profitierte er wie alle Fahrer vom Rückenwind auf den ersten Kilometern. Erst in der Schlussphase, als der Wind von vorne blies, büßte Brändle viel Zeit ein. „Da war es einfach zu spüren, dass ich im Vorfeld der EM nur dreimal auf dem Zeitfahrrad gesessen bin. So gesehen, ist das Ergebnis entsprechend gut.“

Evenepoel mit großer Zukunft

Voll des Lobes war der Fahrer des Israel Academy-Cycling-Teams für den erst 19-jährigen Sieger. „Unwahrscheinlich, wie er in seinem jungen Alter schon die arrivierten Fahrer hinter sich lässt. Er hat eine große Zukunft vor sich.“ Für Brändle geht die sportliche Zukunft nach der morgigen Rückkehr aus den Niederlanden bereits am Montag weiter. Dann fliegt er zum Etappenrennen „Vuelta Burgos“ nach Nordspanien.

Evenepoel, im September in Innsbruck Doppelweltmeister der Junioren, triumphierte in der Elite-Kategorie. „Vergangene Woche San Sebastian und jetzt das. Ich kann es nicht glauben“, sagte der 19-Jährige, der ein WorldTour-Rennen nach einer Solofahrt gewonnen hatte. Er widmete den Erfolg zwei heuer in Rennen tödlich verunglückten Landsleuten, dem 19-jährigen Stef Loos und dem 22-jährigen Bjorg Lambrecht. Loos war im März gestorben, Lambrecht vor wenigen Tagen. „Der Sieg ist für die zwei da oben“, sagte Evenepoel.

Rang fünf für Kiesenhofer

Bei den Damen hat Anna Kiesenhofer als Fünfte das bisher beste ÖRV-EM-Resultat von Martina Ritter (2017) eingestellt. Die 28-Jährige, die in Lausanne an einer polytechnischen Schule unterrichtet, war heuer Doppelstaatsmeisterin geworden und schob sich nun bei der EM ins Blickfeld. Sie hatte 1:03 Minuten Rückstand auf die Niederländerin Ellen van Dijk (32), die auch bei der vierten EM den Titel holte. Auf den Bronze-Rang fehlten aber nur elf Sekunden. „Das Ergebnis hat mich doch überrascht“, wurde Kiesenhofer auf der ÖRV-Website zitiert. Sie hatte ihre Profikarriere 2017 im Lotto-Team beendet. „Ich mache ja nur noch die Rennen, die mir Spaß machen, und das Ergebnis gibt mir jetzt natürlich große Motivation, vor allem für die WM in Yorkshire.“

„Es war zu spüren, dass ich im Vorfeld nur dreimal auf dem Zeitfahrrad gesessen bin.“