Gute zweite Halbzeit reicht Altach nicht für Punkt bei Rapid

10.08.2019 • 18:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Altach bot Rapid Wien im Allianz Stadion vor allem inder zweiten Hälfte mehr als nur die Stirn. GEPA

Altach belohnt sich für eine gute zweite Halbzeit nicht und verliert beim SK Rapid mit 1:2.

Wien So hatte sich das Alex Pastoor wahrscheinlich nicht vorgestellt. Wenn man den Altach-Trainer vor Anpfiff des Auswärtsspiels bei Rapid Wien gefragt hätte, wie er sich den Spielverlauf in den ersten Minuten wünscht, wäre das, so wie es in Hütteldorf ablief, sicherlich die letzte Antwort gewesen. Denn die ersten 20 Minuten verliefen ganz und gar nicht nach Plan. So lange dauerte es nämlich, bis die Altacher Abwehrreihe, die auf Jan Zwischenbrugger und auf Philipp Netzer, welcher sich beim Aufwärmen verletzte, verzichten musste, in das Spiel fanden.

Ausfall von Netzer und zwei schnelle Gegentore

SCRA-Trainer Alex Pastoor musste seine Spieler in der Halbzeitpause "aufwecken".GEPA
SCRA-Trainer Alex Pastoor musste seine Spieler in der Halbzeitpause „aufwecken“.GEPA

Bis dahin waren nun aber schon zwei Tore für das Heimteam gefallen. Und beide ließen sich ganz klar auf die riesigen Lücken, die in der Defensive der Rheindörfler herrschten, zurückführen. Beide Treffer für Rapid im ersten Abschnitt erzielte der Grieche Taxiarchis Fountas (4.,11.) , der jeweils nach gutem Zuspiel aus dem Mittelfeld den Ball im Kasten von Martin Kobras unterbrachte .

„Ich glaube, dass wir bis auf das Tore schießen, über das ganze Spiel besser als der Gegner waren.“

Alex Pastoor, Trainer SCR Altach

Gebauer mit Anschlusstreffer

Die Partie plätscherte wogte hin und her, es ergaben sich vielen Chancen für beide Mannschaften resultierten, weil beide Teams große Lücken in den Abwehrreihen zeigten. Zum Torerfolg reichte es dennoch nie, entweder sahen die knapp 13.00 Zuschauer nämlich desolate Torabschlüsse oder überraschend gut agierende Schlussmänner. Bis auf die 27. Spielminute, als Gebauer zu Jubelrufen vor den Block West abdrehen durfte. Der Tiroler nutzte ein schwaches Passspiel von Rapids Müldür nämlich perfekt aus und zog eiskalt zum 2:1-Anschlusstreffer ab. Der Treffer beflügelte die Vorarlberger aber nicht, eher im Gegenteil: Rapid kam wieder voll in Fahrt und ging nur dank Martin Kobras nicht mit einem noch größeren Vorsprung in die Pause.

Altachs Christian Gebauer jubelt mit Marco Meilinger über seinen Treffer.GEPA
Altachs Christian Gebauer jubelt mit Marco Meilinger über seinen Treffer.GEPA

Neues Altacher Gesicht in Durchgang zwei

Wie verändert kam die Mannschaft von Alex Pastoor aus der Kabine: Vor allem fiel im zweiten Durchgang die große Anzahl an sogenannten „Hundertprozentigen“, die Altach vergab, auf. Sei es Samuel Oum Gouet, der den Ball aus zehn Metern am Tor vorbeisetzte (54.), sei es Gebauer, der gleich zweimal den Ball nicht in Strebingers Kasten unterbrachte (55., 64.), oder Mergim Berisha, der einen Pass durch die Mitte von Fischer nicht annahm und es deswegen verpasste, das Spielgerät nur noch einzuschieben (58.). Die Anzahl der Chancen war sicherlich zufriedenstellend, es ist aber gut vorstellbar, dass die Ausführung dieser Möglichkeiten nochmals ganz genau analysiert werden muss.

Rapid-Trainer streut Altachern Rosen

„Die Altacher waren sehr gut unterwegs, wir haben es ihm aber auch sehr einfach gemacht. Deswegen hat Altach auch ein besseres Spiel, wie wir, gemacht, was man anerkennen muss“

Didi Kühbauer, Trainer Rapid Wien

Den Abschluss des Spiels bescherten dann gleich drei Riesenmöglichkeiten für die Gäste, dreimal wurden diese aber im letzten Augenblick durch Rapids Strebinger entschärft, weswegen es schlussendlich doch beim 2:1-Endstand aus Sicht von Rapid blieb. Möglich gewesen wäre, vor allem wenn man einen Blick auf die zweite Halbzeit wirft, ein ganz klarer Altacher Auswärtssieg. „Wir müssen mit dem Ergebnis leben, in der Analyse werden wir das aufarbeiten, aber das Resultat spiegelt nicht die Partie wieder. Das bringt uns in der nächsten Trainingswoche nicht viel. Wir müssen unsere Defensiv-Aufgaben schneller in Ordnung haben, das hat uns zwei Tore gekostet. Ich glaube, dass wir bis auf das Tore schießen, über das ganze Spiel besser als der Gegner waren,“analysiert ein enttäuschter SCRA-Trainer Alex Pastoor nach dem Match. Rapid-Trainer Didi Kühbauer streute den Altachern nach dem Heimsieg Rosen: „Die Altacher waren sehr gut unterwegs, wir haben es ihm aber auch sehr einfach gemacht. Wir haben ihn ganz einfach zu wenig gestört. Deswegen hat Altach auch ein besseres Spiel, wie wir, gemacht, was man anerkennen muss“.
Durch diese zweite Saisonniederlage rutscht die Pastoor-Elf vorläufig auf Rang acht ab, nächste Woche empfängt man den TSV Hartberg in der heimischen Cashpoint-Arena.

Fussball, Tipico Bundesliga

3. Runde

SK Rapid Wien – Cashpoint SCR Altach 2:1 (2:1)

Allianz-Stadion, Wien-Hütteldorf; 12.800 Zuschauer; SR: Muckenhammer

Torfolge: 4. 1:0 Fountas, 11. 2:0 Fountas, 27. 2:1 Gebauer
Gelbe Karten: 44. Gebauer (Foulspiel), 47. Berisha (Foulspiel) bzw. 64. Grahovac (Foulspiel)

SK Rapid Wien (3-5–2): Strebinger; Müldür, Dibon, Hofmann; Schick (76. Martic), Murg (88. Badji), Grahovac, Knasmüllner (73. Wunsch), Ullmann; Schobesberger, Fountas

Altach (4-2-3-1): Kobras; Anderson (72. Casar), Thurnwald (88. Schreiner), Maak, Karic; Oum Gouet, Diakite; Meilinger, Fischer, Gebauer (79. Pangop); Berisha