Ein Spiel mit zwei Gesichtern

Sport / 18.08.2019 • 20:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kurz vor Spielende die Hiobsbotschaft: Marco Meilinger musste mit Verdacht auf Schienbeinbruch vom Feld getragen werden.GEPA
Kurz vor Spielende die Hiobsbotschaft: Marco Meilinger musste mit Verdacht auf Schienbeinbruch vom Feld getragen werden.GEPA

Altach läuft gegen Hartberg abermals einem Rückstand hinterher und erkämpft sich dann aber einen Punkt.

Altach „Für mich ist es auf jeden Fall ein gewonnener Punkt. Aber eine Mannschaft, die versucht, das Spiel zu machen, die eigentlich immer den Ball hat und die körperlich, technisch und taktisch um einiges besser als der Gegner ist, müsste sich nicht so schwer tun, wie es sich meine Spieler heute getan haben!“ So hart fiel das Statement von Trainer Alexander Pastoor (52) nach dem 3:3-Unentschieden aus. Und das, obwohl seine Mannschaft nach einem 0:3-Rückstand nach den ersten 45 Minuten die Köpfe oben behielt und dank dreier Treffer in Halbzeit zwei den Gästen des TSV Hartberg noch einen Punkt abluchsen konnte.

Denn die erste Halbzeit von Altach, die war abermals, wie schon bei der 1:2-Niederlage am vergangenen Spieltag bei Rapid in Wien-Hütteldorf, nicht schön anzusehen.

Enttäuschender Start

Abermals waren große Löcher und anfällige Spieler in der Abwehr zu bemerken, was bereits nach 29 Minuten zu einem 0:3-Rückstand führte. Zuvor, in der achten Minute, vergab Maak die beste Altacher Chance in Hälfte eins, er scheiterte am Torwart der Steirer (8.).

Auf Hartbergs Seite wurde hingegen Dario Tadic gleich dreimal auf dem Spielberichtsbogen vermerkt: Er netzte nach einem Fehler von Matthias Maak (11.) und nach zwei kniffligen Situationen, in denen beide Male Manuel Thurnwald alles andere als gut aussah, ein (17., 29.).

Trainer Alex Pastoor reagierte prompt und nahm den 21-jährigen Thurnwald nach erst 34 Minuten vom Platz, er wurde durch Emanuel Schreiner ersetzt. Thurnwald selbst zeigte sich über die Mannschaftsleistung nicht zufrieden: „Wir ägern uns sehr darüber, dass wir vor allem in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt haben. Wir haben die Kontersituationen zu schlecht verteidigt, waren überhaupt nicht in der Partie und wussten nicht, wie wir zu agieren haben.“

Hinzu kam auch noch, dass den Altachern kurz vor der Pause von Schiedsrichter Heiß ein klarer Hand­elfmeter verwehrt worden war.

Plötzlich alles anders

Nach dem Seitenwechsel schien sich dann alles zum Besseren zu wenden. Die Altacher kamen wie ausgewechselt aus der Kabine, waren spritziger, schienen plötzlich mit Spielverständnis ausgestattet und schafften dann sogar noch das, was ihnen fast kein Zuschauer zugetraut hätte: den Punktgewinn. Doch Pastoor bestand darauf, dass er seinem Team in der Pause kein „Wundermittel“ eingeworfen habe, denn „es hat gereicht, dass ich ihnen einfach etwas Mut zugesprochen habe. Dass ich gesagt habe, dass sie den Leuten zeigen sollen, was sie wert sind.“

Und es wirkte. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff stand es 2:3. Mergim Berisha nach einer Ecke von Marco Meilinger und Samuel Oum Gouet nach einem wunderbaren Pass in die Mitte von Emir Karic erzielten beide Tore (47., 50.). Der Ausgleich sollte dann auch noch folgen, Christian Gebauer ließ mit seinem Volley-Tor zum 3:3-Endstand die Zuschauer im Schnabelholz hüpfen und lauten Jubel ertönen (76.).

„Wenn wir immer so spielen, werden wir in der Saison zu wenig Punkte machen.“

Die Zahlen zum Spiel

Cashpoint SCR Altach TSV Hartberg

20 Schüsse gesamt 9

7 Schüsse auf das Tor 4

81,3 % Ballbesitz 18,7 %

11 Eckbälle 3

39 Flanken 5

61,2 % Zweikampfquote 38,8 %

 4 Abseits 4 19 Erfolgreiche Dribblings 6

12 Fouls 13