Ein lehrreiches Premierenjahr

Sport / 19.08.2019 • 18:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Fabienne Wohlwend blickt auf ein spannendes erstes Halbjahr zurück und wird auch 2020 in der „WSeries“ an den Start gehen.Bingham
Fabienne Wohlwend blickt auf ein spannendes erstes Halbjahr zurück und wird auch 2020 in der „WSeries“ an den Start gehen.Bingham

„WSeries“ für Fabienne Wohlwend ein Gewinn – fixer Startplatz für 2020.

Schellenberg Kaum angefangen, ist die Premierensaison der neugeschaffenen Frauenrennserie „WSeries“ bereits wieder Geschichte. So zumindest fühlt es sich für die einzige deutschsprachige Fahrerin Fabienne Wohlwend an. „Die sechs Rennwochenenden sind wie im Flug vergangen. Es war eine sehr intensive, aber auch lehrreiche Zeit“, fasst es die 21-jährige Liechtensteinerin kurz zusammen.

In den letzten neun Monaten, als die „WSeries“ bei ihr ein Thema wurde, hat sie praktisch keine freie Minute mehr erlebt. Zunächst hieß es, sich sowohl fitnesstechnisch wie auch im Rennsimulator intensiv auf die Ausscheidungsrunden vorzubereiten. Nach der positiven Rückmeldung galt es dann, die neuen Strecken im Simulator zu erlernen, um dann für die Rennen bestmöglich vorbereitet zu sein. Und das alles nahm die Schellenbergerin auf sich, während sie gleichzeitig noch mit einem 80-Prozent-Pensum bei einer Liechtensteiner Bank arbeitete. „Das war schon sehr intensiv, da meine Tage oft sehr lange dauerten und kaum Zeit zur Erholung blieb“, blickt sie zurück. Das wird sich nun aber ändern: Denn Fabienne Wohlwend hat ihren Job gekündigt und wird sich fortan nur mehr aufs Rennfahren konzentrieren.

Mit Platz sechs sehr glücklich

Wenn man ihr nämlich vor der Saison gesagt hätte, sie würde in der Gesamtwertung Platz sechs belegen, hätte sie das sofort unterschrieben. Dabei gibt es am Ende ein leicht weinendes Auge. Nur um zwei Punkte verpasste sie nämlich die Top-Fünf. „Dennoch bin ich mit der gesamten Saison sehr zufrieden. Ich habe immer den Speed auf die Strecke gebracht. Was mich ein paar Punkte gekostet haben dürfte, war zwei- bis dreimal der Start, der nicht immer wunschgemäß funktioniert hatte.“ Mit dem dritten Platz in Misano feierte sie ihre Saisonbestleistung.

Bis Ende September sollten die Termine für das kommende Jahr fixiert sein. Die Teilnahme von Fabienne Wohlwend an der zweiten Saison der „WSeries“ ist klar, zumal die Top-Zwölf der Gesamtwertung ihren Startplatz sicher haben. Wer die restlichen Plätze bekommt, wird in einer erneuten Ausscheidung festgelegt. Bis Anfang Herbst sollte dann auch der Rennkalender stehen, wobei für Fabienne Wohlwend das Umfeld DTM kaum besser sein könnte. „Wir hatten während unserer Rennen sehr viele Zuschauer an der Rennstrecke und das Interesse stieg laufend an.“ Deshalb würde sie sich wünschen, auch im kommenden Jahr in diesem Umfeld fahren zu können. „Für die Serie würde ich mir wünschen, dass wir zwei bis drei Rennen mehr pro Saison austragen würden, denn bei nur sechs Rennen durfte man sich keinen Ausfall erlauben.“

Imola wartet

Obwohl sich bei der Liechtensteinerin der Blick bereits auf 2020 richtet, ist die laufende Saison noch nicht zu Ende. Sie wird mit ihrem Team Octane126 in die Ferrari Challenge zurückkehren und dort auf ihrer Lieblingsstrecke in Imola das nächste Rennen bestreiten. Zudem wird sie auch beim Weltfinale in Mugello am Start stehen, in diesem Saisonabschlussrennen belegte sie im vergangenen Jahr den dritten Rang. Doch bevor sie wieder hinter das Lenkrad steigt, genießt sie zunächst zwei Wochen Urlaub in Kalifornien.

„Zwei-, dreimal hat mich der nicht wunschgemäße Start sicher Punkte gekostet.“

Videos von Rennfahrerin Fabienne Wohlwend sind auf VN.at zu sehen.