Eine „heiße“ Partie

Sport / 19.08.2019 • 19:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nicht nur gefühlte 35 Grad brachten die Cashpoint Arena beim Heimspiel gegen Hartberg zum Kochen. Nein, vielmehr waren es die 97 Minuten, die den Fans erneut zeigten, wie viele Facetten der Fußball haben kann. Das Spiel hat zudem bewiesen, dass nicht immer die Mannschaft mit mehr Ballbesitz (81,3 Prozent für Altach) als Sieger vom Platz gehen muss. Dennoch waren Kobras und Co. für mich die moralischen Gewinner. Ein 0:3 nach 45 „heißen“ Minuten ausgleichen, das spricht für ein starkes Kollektiv.

Trainer Alex Pastoor war nach den Verletzungen von Philipp Netzer und Jan Zwischenbrugger gezwungen, die Innenverteidigung neu zu besetzen. Der Holländer entschied sich für Matthias Maak und Manuel Thurnwald. Wie gewohnt agierten die Altacher in ihrem 4-2-3-1-System, Hartberg-Coach Markus Schopp schickte seine Elf in einem 4-1-4-1 auf den Platz. Schnell war zu erkennen, dass die Steirer ihre Spielanlage auf Konter ausgerichtet hatten. Altach fand gegen die gut gestaffelten Steirer im ersten Spielabschnitt kaum Lösungen, um im letzten Drittel richtige Torgefahr auszustrahlen. Hartberg dagegen suchte nach Ballgewinn die schnellen Außenspieler Jodel Dossou und Stefan Rakowitz. Ein Rezept, das dem Altacher Spiel richtig weh getan hat. Dazu kamen individuelle Fehler in der neu formierten Altacher Defensive, die in einigen Situationen für mich zu hoch verteidigte. Zudem hatten die Steirer mit Mario Tadic in Hälfte eins einen überragenden Stürmer in ihren Reihen, der seine Goalgetterqualitäten mit drei Toren eindrucksvoll unter Beweis stellte. Bei Altach fehlte mir im ersten Spielabschnitt die Aggressivität. Die Körpersprache war nicht überzeugend. Auch das Umschalt­spiel nach Ballverlust funktionierte nicht optimal. Gut, dass Pastoor noch vor der Pause reagierte und den unglücklichen Thurnwald durch Emanuel Schreiner ersetzte.

Wichtiger Anschlusstreffer

Das schnelle Tor durch Mergim Berisha zwei Minuten nach dem Seitenwechsel war zugleich der Weckruf für eine tolle Aufholjagd. Interessant zu sehen, wie Pastoor sein Team immer wieder aufforderte, mit viel Geduld das Spiel aufzubauen. Ball und Gegner laufen lassen, lautete seine Botschaft von der Seitenlinie an die Spieler. Gouet, für mich erneut einer der auffälligsten Akteure, brachte mit seinem Treffer zum 2:3 die Altacher endgültig zurück ins Spiel. Hartberg war ab der 70. Minute körperlich nicht mehr imstande, das Spiel offen zu gestalten. Immer wieder ergaben sich für die Hausherren Räume zwischen den Linien. Das 3:3 durch Christian Gebauer war am Ende die verdiente Belohnung für eine herzhafte und kämpferische Leistung nach Seitenwechsel.

Dieter Alge (53) arbeitet beim Liechensteiner Fußballverband und ist U-17-Nationaltrainer.