Jakob Mayer als „Herr der Schanzen“

Sport / 21.08.2019 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Keiner ist auf den Schanzen so schnell oben wie Jakob Mayer (r.). MIRJA GEH

Auch Schwester Melanie ist beim Red Bull 400 in Bischofshofen dabei.

Bischofshofen Das Konzept ist einfach: Man nehme viele Sportler sowie ein paar Prominente und schicke diese auf eine Skisprungschanze. Der Clou: Die Teilnehmer beginnen unten und laufen nach oben. Schon der Gedanke daran dürfte bei Couchathleten für Muskelkater sorgen, das Dornbirner Geschwisterpaar Jakob und Melanie Mayer bewältigt jedoch regelmäßig diese Prozedur.

Der Gejagte

Für Mayer liegt der Reiz des Bewerbs gerade in dieser Härte. Zwar sei das Rennen recht flott vorbei, die paar Minuten haben es jedoch in sich. Besonders das richtige Einteilen der Kräfte sei eine große Herausforderung, vielen gelinge das nicht. Jakob Mayer hingegen kann zumeist auf sehr erfolgreiche Wettkämpfe zurückblicken: Nach seinem Vizeweltmeistertitel im Vorjahr konnte er im Juni den Bewerb im Schweizer Einsiedeln für sich entscheiden, im Juli folgte der Sieg in Val di Fiemme. Bei der diesjährigen WM in Whistler (Kanada) landete er auf dem dritten Platz. Dementsprechend zählt der Dornbirner beim Red-Bull-400-Tourstopp in Bischofshofen zum Favoritenkreis, der Sieg ist auch das angepeilte Ziel. Ein Selbstläufer dürfte sein Vorhaben aber nicht werden: Die Paul-Außerleitner-Schanze kann mit bis zu 75% Steigung aufwarten, auch für den geübten Läufer keine einfache Aufgabe. Er mache zwar generell nach Wettkämpfen einen Tag Pause, um sich zu regenerieren, das sei auch nach einem Schanzenlauf nicht anders. „Aber ich spür‘ das schon, besonders die Waden brennen“, sagt der 28-Jährige lachend.
Erstmals wird in diesem Jahr auch die „4Titude-Challenge“ ausgetragen: Bei den Red-Bull-400-Stopps in Val di Fiemme, Titisee-Neustadt, Bischofshofen und Planica können pro Wettkampf bis zu 400 Punkte gesammelt werden, Jakob Mayer liegt durch einen Sieg und einen zweiten Platz in den ersten beiden Bewerben momentan auf der Führungsposition. „Ich werde bei allen vier Events an den Start gehen, natürlich ist mein Ziel, die Serie auch zu gewinnen“, so Mayer.

Im Doppelpack nach oben

In Bischofshofen geht Jakob, wie so oft, nicht alleine an den Start. Auch seine Schwester Melanie wird sich der Herausforderung Schanzenlauf wieder stellen. Melanie ließ bereits bei der X-Challenge auf der Schanzenanlage in Tschagguns mit einem Sieg aufhorchen, in Bischofshofen landete sie 2018 auf dem 23. Platz. „In diesem Jahr will ich das Ergebnis von letztem Jahr verbessern“, zeigt sie sich kämpferisch.

„Am nächsten Tag spüre ich das natürlich, bei den Waden ist der Muskelkater am schlimmsten.“

Jakob Mayer, Führender der „4Titude-Challenge“

Wenn es die Wettkampfplanung zulässt, unterstützen sich die Mayers gegenseitig, absolvieren auch das Aufwärmprogramm zusammen. Das Event am Samstag in Bischofshofen wird kurzerhand zu einem kleinen Ausflug für die gesamte Familie, so kommen unter anderem die Eltern, um die beiden anzufeuern.

 Auch Nadine Wallner wagt sich in Bischofshofen auf die Schanze. MIRJA GEH
Auch Nadine Wallner wagt sich in Bischofshofen auf die Schanze. MIRJA GEH

Promi-Schaulaufen

Neben den Dornbirner Geschwistern werden auch zahlreiche bekannte Sportler aus anderen Disziplinen an den Start gehen: So wird Vorarlbergs zweimalige Freeride-Weltmeisterin Nadine Wallner (30), die Athletin aus Klösterle, bei den Damen über die volle Distanz laufen. FB