Platz in der Weltspitze untermauert

Sport / 21.08.2019 • 21:37 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl zeigten bei der Olympiatestregatta vor Tokio als Vierte im 49er ihre Klasse. Hinter den Erwartungen blieben dagegen David Bargehr/Lukas Mähr im 470er. Storkle
Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl zeigten bei der Olympiatestregatta vor Tokio als Vierte im 49er ihre Klasse. Hinter den Erwartungen blieben dagegen David Bargehr/Lukas Mähr im 470er. Storkle

49er-Duo: Benjamin Bildstein und David Hussl zeigen als Vierte bei Olympiatestregatta vor Tokio auf.

Tokio Exakt ein Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in Tokio bestätigten Benjamin Bildstein und David Hussl bei der Olympiatestregatta ihren Rang in der Weltspitze der 49er-Klasse. Nach acht Top-6-Plätzen in den zwölf Wettfahrten der Qualifikation belegte das Duo des YC Bregenz im Medal Race der besten zehn Boote den vierten Rang und beendete die hochkarätig besetzte Regatta auf dem vierten Platz. Mit 71 Punkten hatten der 27-jährige Bildstein aus Wolfurt und sein gleich alter Vorschoter aus Terfens in Tirol 27 Zähler Rückstand auf die siegreichen 2016-Olympiasieger Blair Tuke/Peter Burling aus Neuseeland. Auf die zweitplatzierten Briten Dylan Fletcher/Stuart Bithell hatte das OeSV-Duo sieben und auf die Polen Pawel Kolodzinski/Lukasz Przybytek drei Zähler Rückstand. „Wir haben mehr als nur bewiesen, dass wir um die Podestplätze mitfahren können. Das war auch das große Ziel für den Testevent, und darauf sind wir berechtigt stolz. Wir haben uns wieder weiterentwickelt und segeln sicher auf einem höheren Level, als es vor dem Japan-Aufenthalt der Fall war“, frohlockte Steuermann Bildstein.

Bereits in zwei Wochen wartet auf Österreichs Paradeduo die nächste Bewährungsprobe. Vom 9. bis 16. September wird im Olympiarevier vor Enoshima die erste Station des ISAF-Weltcups 2020 ausgesegelt. „Nach einer kurze Verschnaufpause werden wir zusammen mit dem Trainerteam die gewonnenen Erkenntnisse der Pre Olympics im Detail analysieren und die Zielvorgabe für den Weltcup und die anstehenden Aufgaben definieren“, erklärt Vorschoter Hussl.

Sparringpartner der Olympiasieger

Für die 49er-Equipe, die sich seit Anfang Juli in Tokio befindet, sind die Regatten und Trainingseinheiten im Olympiarevier eine wichtige Standortbestimmung in Blickrichtung Saisonhöhepunkt. Der Fokus in diesem Kalenderjahr ist ganz auf die Weltmeisterschaften vom 29. November bis 8. Dezember in Auckland gerichtet. „Nachdem wir im Vorjahr bei der WM in Aarhus die ersten Möglichkeit verpasst haben, uns einen Olympia-Quotenplatz zu holen, wollen wir es diesmal besser machen und das Tokio-Ticket holen“, so Bildstein.

Die Topleistungen von Bildstein/Hussl in den letzten Jahren ließen auch die Konkurrenz hellhörig werden. Bestes Beispiel dafür ist sicher das Angebot der 2016-Olympiasieger Tuke/Burling, die Österreichs Paradeduo im Vorfeld der WM als Sparringpartner nach Neuseeland eingeladen haben. „Wenn man vom regierenden Olympiasieger als Trainingspartner auserkoren wird, ist dies schon eine ganz spezielle Auszeichnung und Ehre. Wie die Zusammenarbeit im Detail aussehen wird, will man in den Tagen bis zum Beginn des Weltcups fixieren“, erläutert Bildstein.

Fix ist vorerst nur, dass Bildstein/Hussl nach dem Weltcup vor Tokio für einige Tage nach Vorarlberg zurückkommen werden, um in gewohnter Umgebung abzuschalten und die Akkus noch einmal aufzuladen. Dank der guten Kontakte von Landesverbandspräsident Markus Sagmeister kann das 49er-Duo in Neuseeland auf eine fachkundige Unterstützung bauen. Der 43-jährige Dan Slater, selbst dreimaliger Olympiastarter (2000, 2008 und 2012) und anerkannter Taktiker, wird Bildstein/Hussl im Vorfeld der Weltmeisterschaft zur Seite stehen. Sagmeister: „Dan war in den letzten Jahren bei den Erfolgen bei der WM in der 8-mR-Klasse in der Crew von Werner Deuring und mir dabei. Er ist ein absoluter Fachmann und kennt die Strömungs-, Wind- bzw.Wellenverhältnisse vor Auckland genau. Jetzt hoffen wir natürlich, dass dies der letzte Mosaikstein im Kampf um das Olympiaticket sein wird“, betont Sagmeister.

Während Bildstein/Hussl als Gesamtzweite beim Weltcupfinale vor Marseille Anfang Juni und mit der Spitzenplatzierung nun bei den Pre Olympics ihre Anwartschaft auf einen Olympiastartplatz abermals eindrucksvoll unter Beweis stellten, läuft es für ihre Klubkollegen David Bargehr/Lukas Mähr aktuell alles andere als nach Wunsch. Nach dem missglückten Auftritt zu Beginn des Monats bei der 470er-WM vor Tokio gelang die beiden 28-Jährigen bei der Olympiatestregatta nicht der erhoffte Befreiungsschlag. Die WM-Dritten von 2017 blieben als Gesamt-19. unter 22 Booten abermals klar unter der Erwartungen. „Wir sind im Moment nicht da, wo wir sein wollen und können. Die wenig zufriedenstellende Performance bei der WM hat doch tiefere Spuren hinterlassen, als wir es erwartet haben. Wir dürfen aber den Kopf nicht in den Sand stecken und müssen versuchen, positiv zu denken. Im Moment haben sich alle Segelgeister gegen uns verschworen, doch ich bin überzeugt, dass auch wieder bessere Tage für uns kommen werden“, so Mähr.

„Es ist eine große Ehre, vom Olympiasieger als Sparringpartner auserkoren zu werden.“