Erste Reifeprüfung erfolgreich abgelegt

Sport / 22.08.2019 • 20:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Olympiazentrum Vorarlberg hatte Bettina Plank perfekte Rahmenbedingungen für ihr Comeback nach dem Seitenbandriss im linken Knie vor acht Wochen. OZV
Im Olympiazentrum Vorarlberg hatte Bettina Plank perfekte Rahmenbedingungen für ihr Comeback nach dem Seitenbandriss im linken Knie vor acht Wochen. OZV

2020-Olympiahoffnung Bettina Plank schrieb in Verletzungspause ihre Bachelorarbeit.

Feldkirch Die sportliche Reifeprüfung hat Karateka Bettina Plank in knapp einem Jahr bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio geplant. Was die berufliche Ausbildung angeht, hat die 27-jährige Feldkircherin in den letzten zwei Monaten den vorletzten Schritt ihres Studiums für Soziale Arbeit an der Fachhochschule Linz getätigt. Bedingt durch den Seitenbandriss im linken Knie, zugezogen bei ihrem Finaltriumph Anfang Juli bei den zweiten Europaspielen in Minsk, nützte die HLSZ-Sportsoldatin die Zeit und schrieb ihre Bachelorarbeit. Das bereits längere Zeit zuvor festgelegte Thema „Psychische Belastung bei Erkrankungen im Leistungssport und welche Hilfestellung und Unterstützungen möglich sind“ hätte rückblickend betrachtet nicht treffender sein können. „Beim Verfassen der Arbeit gab es doch einige Berührungspunkte zu Gedanken, die mir während meiner Zwangspause durch den Kopf gegangen sind“, erklärt Plank. „Eigentlich wollte ich bereits zu Jahresbeginn mit der Diplomarbeit beginnen, bin aber nie wirklich dazu gekommen. Durch die Verletzung habe ich aus der Not ein Tugend gemacht und kann mich jetzt voll und ganz auf die Olympiaqualifiaktion fokussieren.“

Aktuell einen Quotenplatz inne

Nach aktuellem Stand der Dinge wäre Plank bei der Olympiapremiere des Karatesports mit dabei. In der für die Vergabe der zehn Startplätze in der 55-kg-Klasse maßgeblichen Race-to-Tokio-Rangliste nimmt Plank mit 3725,5 Punkten den zweiten Rang hinter der klar in Führung liegenden Türkin Serap Ozcelik-Arapoglu (6802,5) ein. „Durch as Zusammenlegen der 50- und 55-kg-Klasse und die nicht einfach zu durchschauende Punkteregelung ist der Qualifikationsmodus für Laien nicht einfach zu durchschauen. Im Moment sieht es jedenfalls sehr gut aus für mich. Doch die Qualifikationsphase läuft noch bis Mitte Mai, und es wird noch ein langer und steiniger Weg bis zur Realisierung meines Traumes.“

Dass Plank nach der relativ kurzer Zwangspause schon beim Premier-League-Turnier ab 6. September in Tokio ihr Comeback geben kann, führt sie auf die perfekte Unterstützung des Olympiazentrums Vorarlberg bei den Reha- und Therapiemaßnahmen zurück. „Speziell Manuel Hofer gilt mein Dank. Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass ich schon wieder voll angreifen kann.“

Es geht Schlag auf Schlag

In den kommenden acht Monaten bis zum Ende der Qualifikationsfrist wartet ein mehr als vollgepackter Terminkalender auf Vorarlbergs Olympiakandidatin. Nach der Stippvisite in der 2020-Olympiastadt geht es zu den Premier-League-Turnieren nach Santiago de Chile und Moskau, ehe nach dem Stopp in Madrid Anfang Dezember die Turnierphase 2010 abgeschlossen wird. Vor der kurzen Weihnachtspause wird Plank zusammen mit Nationaltrainer und Lebensgefährte Juan Luis Benitez noch einen Trainingslehrgang in Australien absolvieren, ehe im Olympiajahr ab dem 10. Jänner mit sechs Wettkämpfen in drei Monaten in Chile, Paris, Dubai, Salzburg, Marokko und Baku die heiße Phase in der Qualifikation abgeschlossen wird.

Die allerletzte Chance, sich einen Quotenplatz zu holen, besteht dann beim Turnier vom 8. bis 10. Mai in Paris. „Insgeheim hoffe ich natürlich, dass ich bis dahin aufgrund der Punkte mein Ticket bereits fix in der Tasche habe und mir dieses finale Wettrüsten ersparen kann. Erste Voraussetzung für eine erfolgreiche Qualifikation ist sicher, dass mir verletzungsbedingte Pausen erspart bleiben. Die Konkurrenz ist hochkarätig, und bei diesem Modus darf ich mir keine Ausrutscher erlauben, wenn ich meine derzeitige Spitzenposition bis Mai behaupten möchte.“

„Der Blick auf die Quali-Rangliste ist erfreulich, doch noch bin ich nicht am Ziel.“