Anklage zugelassen

Sport / 26.08.2019 • 18:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger muss sich vor Gericht verantworten. reuters
Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger muss sich vor Gericht verantworten. reuters

Sommermärchen kann nun doch zum Albtraum werden.

frankfurt am main In Deutschland wird die Finanzaffäre um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 doch noch vor Gericht aufgearbeitet. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main ließ mit einem veröffentlichten Beschluss die zuvor vom Landgericht abgelehnte Anklage gegen vier frühere Funktionäre zu, unter anderen die früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger.

Es liege „ein hinreichender Tatverdacht“ vor, dass die Angeklagten mit der Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von 6,7 Millionen Euro Steuerhinterziehung beziehungsweise Beihilfe zur Steuerhinterziehung begangen hätten. Das Verfahren soll vor dem Landgericht Frankfurt stattfinden, das zuvor eine Eröffnung des Verfahrens abgelehnt hatte. Die dagegen eingelegte Beschwerde der Staatsanwaltschaft hatte nun Erfolg. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte im Mai 2018 Zwanziger und Niersbach, den ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst Schmidt und den früheren FIFA-Funktionär Urs Linsi angeklagt. Hintergrund ist, dass das WM-Organisationskomitee des Deutschen Fußballbunds unter Führung von Franz Beckenbauer an den Weltverband (FIFA) 6,7 Millionen Euro für ein Kulturprogramm zahlte, das tatsächlich nie stattfand.

Vor drei Wochen hatte bereits die Schweizer Bundesanwaltschaft Anklage gegen die vier ehemaligen Funktionäre erhoben. Sie wirft ihnen vor, „arglistig über den eigentlichen Zweck“ der Zahlung von 6,7 Millionen Euro getäuscht zu haben. Zwanziger, Schmidt und Linsi wird dabei „Betrug in Mittäterschaft“ vorgeworfen, Niersbach muss sich lediglich „Gehilfenschaft zu Betrug“ vorwerfen lassen.