Altachs Reaktion kam zu spät

Sport / 01.09.2019 • 20:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sturms Bekim Balaj (M.) erzielte in dieser Situation den Führungstreffer für Sturm Graz. GEPA
Sturms Bekim Balaj (M.) erzielte in dieser Situation den Führungstreffer für Sturm Graz. GEPA

Altach verliert in einer chancenarmen Partie gegen Sturm Graz mit 1:2. Die Standardschwäche gibt zu denken.

Altach Es gibt schöne Fußballspiele und Partien, die, wie Coach Alex Pastoor es ausdrückt, „für die Zuschauer nicht so schön anzusehen“ sind. Das Altacher Match gegen Sturm Graz darf getrost zur letzteren Sorte gezählt werden, besonders die fehlenden Torraumszenen ließen kaum Euphorie bei den rund 5000 Fans aufkommen.

Bei Standards orientierungslos

Dabei startete das Spiel recht vielversprechend. Die erste große Chance der Partie hatte Florian Jamnig auf dem Fuß, er brachte eine Karic-Hereingabe jedoch aus fünf Metern nicht im Tor unter (22.). Wenig später der nächste Aufreger: Berisha kommt nach einem Zweikampf mit Spendlhofer im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Hameter entscheidet auf Strafstoß, nimmt seine Entscheidung allerdings wieder zurück und entscheidet auf Stürmerfoul. Zwar war ein Kontakt vorhanden, für einen Elfmeter war es aber wohl zu wenig. Nur wenig später zeigte die Altacher Defensive ein bekanntes Gesicht: Eckball von Kapitän Hierländer, Bekim Balaj kommt völlig frei zum Kopfball und wuchtet das Spielgerät in die Maschen (30.). Dass erneut ein Standard zu einem Gegentor führte, ärgert auch Goalie Martin Kobras: „Die ganze Woche haben wir gesagt, dass wir auf Manndeckung setzen, dass Balaj allein dasteht, ist natürlich katastrophal.“ Nach dem Gegentor agierte die Altacher Elf zunehmend nervöser, besonders Schreiner und Zwischenbrugger lieferten teils unbedrängt Fehlpässe im Spielaufbau. „Das Spiel am Ball war sicher entscheidend, das hat alles sehr unsicher ausgeschaut. Bisher war das unsere Stärke, heute haben wir uns zu wenig getraut“, so der Altacher Trainer nach dem Spiel.

„Bei Standards gegen uns sieht es oft fragil aus, wir agieren da zu schlecht.“

Alex Pastoor, Trainer SCR Altach

Sturms Balaj zeigt sich kaltschnäuzig

Auch nach Wiederanpfiff passierte aus dem Spiel heraus nur wenig. So sorgte wieder ein Grazer Standard für Gefahr (63.), gegen den Kopfball von Innenverteidiger Avlonitis rettet allerdings der Außenpfosten für Altach. Inmitten einer Phase des Spiels, in der die Altacher am Ball stärker wurden, bewies dann abermals Balaj seine Kopfballstärke: Nach einem Freistoß wird Dominguez von Karic nicht wirklich attackiert, dieser flankt in den Strafraum, wo Balaj seinen Doppelpack besiegelt. „Bei Standardsituationen schaut es bei uns fragil aus, da sind wir zu oft zu schlecht“, bilanziert Pastoor nüchtern. Vor allem in der Offensive war von Altach nur sehr wenig zu sehen, zwar forderte Pastoor im Vorfeld der Partie von seiner Mannschaft ein Mehr an kreierten Chancen, zu oft entschied man sich aber für die falsche Lösung. Sinnbildlich hierfür eine Aktion von Gebauer (65.), welcher allein den Pass ins Aus spielte, anstatt es selber zu versuchen.

Franz Pangops Tor zum 1:2 kam zu spät.GEPA
Franz Pangops Tor zum 1:2 kam zu spät.GEPA

Anschlusstreffer kurz vor Schluss

Der Anschlusstreffer (90.), der vom eingewechselten Pangop nach schöner Flanke von Tartarotti erzielt wird, kommt zu spät. Obwohl Schreiner und Gschweidl in der hektischen Nachspielzeit noch Chancen auf den Ausgleich haben, geht Altach mit einer 2:1-Niederlage gegen souveräne Steirer in die Länderspielpause. Die Rheindörfler bleiben auch im 16. Spiel in Folge gegen Sturm Graz ohne Sieg.
Während Pastoor sowohl mit den Standards als auch mit dem Spiel mit dem Ball („Wir haben Entscheidungen getroffen, die entweder nicht gut, zu früh oder zu spät waren“) hadert, freut sich Nestor El Maestro über ein cleveres Spiel und drei Punkte.

Fussball, Tipico Bundesliga

6. Spieltag

Cashpoint SCR Altach – SK Sturm Graz 1:2 (0:1)

Cashpoint-Arena, 5047 Zuschauer, SR Hameter

Torfolge: 30. 0:1 Balaj, 85. 0:2 Balaj, 90 1:2 Pangop

Gelbe Karten: Diakite, Zwischenbrugger bzw. Ljubic

Altach: Kobras; Anderson (83. Tartarotti), Zwischenbrugger, Schreiner, Karic; Diakite; Jamnig (59. Pangop), Oum Gouet, Fischer, C. Gebauer (72. Gschweidl); Berisha

Sturm: Siebenhandl; Sakic, Avlonitis, Spendlhofer, Schrammel; Dominguez, Ljubic; Hierländer (80. Pink), Kiteishvili (92. Leitgeb), Lema (86. Koch); Balaj