Leclerc mit erstem Formel-1-Sieg

Sport / 01.09.2019 • 20:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Charles Leclerc widmete seinen ersten Formel-1-Sieg seinem verstorbenen Freund Anthoine Hubert.AP
Charles Leclerc widmete seinen ersten Formel-1-Sieg seinem verstorbenen Freund Anthoine Hubert.AP

Der Grand Prix von Belgien wurde vom schweren F2-Unfall am Vortag überschattet.

Spa-Francorchamps Unter schwierigsten Umständen ist Charles Leclerc (21) sein erster Grand-Prix-Sieg gelungen. Der junge Ferrari-Pilot gewann einen Tag nach dem tödlichen Unfall seines Freundes Anthoine Hubert von der Pole aus den GP von Belgien in Spa-Francorchamps vor den Mercedes von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Hamilton baute seine WM-Führung auf Bottas auf 65 Punkte aus.

Während der ebenfalls aus Reihe eins gestartete Vorjahressieger Sebastian Vettel nach einem durchwachsenen Rennen im zweiten Ferrari nur Vierter wurde, ist Leclerc der 108. Sieger der Formel 1 und der erste aus Monaco. Die Wachablöse bei den „Roten“ scheint endgültig gekommen zu sein. Zudem musste Vierfach-Weltmeister Vettel nach einer Kurzzeit-Führung sogar per Funkanordnung Platz eins an seinen elf Jahre jüngeren Teamkollegen zurückgeben.

Eine Woche vor dem großen Ferrari-Heimrennen in Monza kam der erste Saisonsieg für die Scuderia punktgenau. Statt zu jubeln zeigte Leclerc nach dem Rennen aber mit der Hand zum Himmel, um an Hubert zu erinnern. „Ich kann diesen Sieg nicht so genießen, wie ich gerne würde“, sagte Leclerc, der vor einigen Jahren mit Jules Bianchi einen weiteren Freund, Patenonkel und Rennfahrerkollegen verloren hatte.

Die vom Unfall geschockte Formel 1 hatte in Belgien mit einer Trauerminute sowie Gedenklogos auf den Autos auf den Unfall von Nachwuchsfahrer Hubert reagiert. Der 13. Saisonlauf wurde aber planmäßig gestartet. Man fahre ein Rennen mit schwerem Herzen, verlautet die Formel auf Twitter.

Frühes Rennende

Mit beiden Ferraris zum 63. Mal in der ersten Startreihe ging es um 15.15 Uhr auf der mit 7 Kilometern längsten Saisonstrecke los ins 13. Saisonrennen und dem ersten nach der Sommerpause. Beim wie so oft in Spa turbulenten Start war Max Verstappen der Pechvogel. Der 100 Kilometer von der belgischen Rennstrecke entfernt geborene Lokalmatador fabrizierte zunächst schon wieder einen schlechten Start, in der ersten Kurve fuhr ihm Kimi Räikkönen mit dem rechten Hinterreifen seines Alfas übers linke Vorderrad des Red Bull. Verstappen bezahlte dies mit einem Lenkungsdefekt und krachte mit dem RB15 gleich nach Eau Rouge und kurz vor der Hubert-Unfallstelle in die Streckenbegrenzung.

Nach 21 Rennen in den Top-Fünf ging damit eine große Serie des zweifachen Saisonsiegers zu Ende. „Er hat mich nicht gesehen. Die Enttäuschung ist natürlich groß, aber nach gestern ist das egal“, sagte Verstappen. Der mit Thai-Lizenz fahrende Alex Albon fuhr in seinem ersten Rennen für RBR statt Toro Rosso dafür äußerst beherzt und von Platz 17 auf Rang 5.

„Ich kann diesen Sieg nicht so genießen, wie ich es gerne würde.“