Machtdemonstration im Olympiarevier

Sport / 01.09.2019 • 20:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl (r.) belegten beim Weltcupauftakt vor Tokio den zweiten Rang in der olympischen 49er-Klasse.ISAF
Benjamin Bildstein und Vorschoter David Hussl (r.) belegten beim Weltcupauftakt vor Tokio den zweiten Rang in der olympischen 49er-Klasse.ISAF

49er-Duo Benjamin Bildstein und David Hussl holt Silber bei Segelweltcup in Tokio.

Tokio Benjamin Bildstein und David Hussl haben ihre Topposition in der Weltspitze der olympischen 49er-Klasse der Segler ganz eindrucksvoll untermauert. Nach der Silbermedaille Mitte Juni beim Weltcupfinale vor Marseille beendete das Duo des YC Bregenz auch den Auftaktbewerb der Weltcupsaison 2020 von Enoshima erneut auf dem zweiten Rang. Mit 49 Punkten hatten die beiden 27-Jährigen gleich viel Zähler auf dem Konto wie James Peters/Fynn Sterritt. Da die Briten im abschließenden Medal Race der zehn besten Boote als Zweite aber um einen Rang vor Bildstein/Hussl lagen, wurden sie Sieger. Auf Rang drei landeten die als Leader ins Medal Race gestarteten Deutschen Tim Fischer/Fabian Graf, denen eine Kenterung auf der zweiten Kreuz den Gesamtsieg kostete.

„Es ist schön, wieder auf dem Podest zu stehen. Wir trauern auch dem einen fehlenden Punkt auf den Gesamtsieg nicht nach und sind mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Wir haben noch den Zieleinlauf der restlichen Boote verfolgt und dann sofort realisiert, dass wir Silber gewonnen haben“, erklärt der Wolfurter Bildstein. Nach Rang vier bei den Pre Olympics in der vergangenen Woche bestätigte das OeSV-Paradeduo seine starke Form. „Das Revier hier in Japan liegt uns. Es ist schön, dass wir die guten Trainingsleistungen umsetzen konnten. Nachdem wir beim Testevent als vierte nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt sind, freuen wir uns jetzt umso mehr. Es ist auch eine Stärkung des Selbstvertrauens für die Weltmeisterschaft“, blickt Bildstein bereits nach vorne. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Heimat werden Bildstein aus Wolfurt und sein Vorschoter aus Terfens in Tirol bereits Anfang Oktober nach Neuseeland aufbrechen, um sich bestmöglich auf die Weltmeisterschaft anfang Dezember in Auckland vorbereiten zu können. Dann geht es für die beiden um das Olympia-Nationenticket für die Sommerspiele 2020 in Tokio.

Genaue Analyse erforderlich

Während Bildstein/Hussl mit konstant starken Leistungen aufzeigen können, läuft es bei ihren Klubkollegen David Bargehr und vorschoter Lukas Mähr weiter nicht so, wie sie sich das vorgenommen haben. Mit einem neunten, 15. und 19. Tagesrang in den drei letzten Wettfahrten ist das YC-Bregenz-Duo in der 470er-Klasse auf Rang 15 zurückgefallen. Mit 120 Punkten in zehn Wettfahrten wurde das Medal Race (Top-Ten) um zwölf Punkte verfehlt. „Es gibt nichts zu beschönigen. Insgesamt sind wir bei der Weltmeisterschaft, den Pre Olympics und dem Weltcupauftakt unter Wert geschlagen worden und hinter den Erwartungen geblieben. Es ist hart, wenn einem die Grenzen aufgezeigt werden. Wir werden jetzt Kraft sammeln und sicher auch einige Veränderungen vornehmen, um wieder neu angreifen zu können“, erklärt Vorschoter Mähr.

Nach einer genauen Analyse der Geschehnisse der letzten Wochen werden die beiden 28-jährigen den weiteren Verlauf der Saisonplanung vornehmen. Die letzte Chance, sich noch für Tokio 2020 zu qualifizieren, haben Bargehr/Mähr bei der dritten Station des Weltcups vom 13. bis 19. April vor Genua.

Ben Bildstein (r.) und David Hussl mit ihren Silbermedaillen. ?isaf
Ben Bildstein (r.) und David Hussl mit ihren Silbermedaillen. ?isaf