Dornbirns neuer Schlüsselspieler

Sport / 03.09.2019 • 23:01 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Auf der Tribüne der Dornbirner Messehalle nahm sich Robin Gartner Zeit für die Fragen der VN.VN/Steurer
Auf der Tribüne der Dornbirner Messehalle nahm sich Robin Gartner Zeit für die Fragen der VN.VN/Steurer

Die Spielweise in der EBEL wäre laut Gartner deutlich attraktiver als in seiner Heimat.

Dornbirn Letzte Woche sorgten die Bulldogs mit der Verpflichtung von Robin Gartner für Aufsehen. Der 30-jährige Verteidiger aus Schweden hat das Meistergen definitiv in sich, in zwei Saisonen in der EBEL konnte er mit Bozen bzw. dem KAC jeweils den Titel holen. Auch seine individuellen Statistiken überzeugen. Seit letztem Freitag ist er im Ländle und absolvierte bereits zwei Testspiele für den DEC. Die VN haben ihn nun zu seinen ersten Tagen in Vorarlberg befragt.

Wie haben Sie den Sommer verbracht, gab es Eiszeit?

Gartner Im August war ich einige Male auf dem Eis, teilweise mit Kindern. In Stockholm ist es oft ziemlich schwierig, einfach so Eiszeit zu bekommen. Insgesamt war ich im Sommer sechs Mal auf dem Eis, bevor ich hergekommen bin, das war in den ersten beiden Partien natürlich entsprechend schwierig.

Gab es die Überlegung, wieder in der Heimat zu spielen?

Gartner Ich war diesbezüglich ziemlich offen. Natürlich wäre es eine Option, in der Nähe meiner Heimat Stockholm zu spielen, aber ich bin froh, zurück in der EBEL zu sein.

Nach der letzten Saison war schnell klar, dass der Vertrag mit dem KAC nicht verlängert wird. Wie kam es dazu, spielte die Verletzung eine Rolle?

Gartner Ich hatte eine gute Zeit in Klagenfurt, aber es sind immer mehrere Faktoren, die bei so etwas entscheiden. Sie wussten eigentlich, was für eine Verletzung ich hatte. Ich denke nicht, dass das ausschlaggebend war.

Sie waren mehrere Monate Free Agent, wann gab es den ersten Kontakt zu Dornbirn?

Gartner Ich glaube es war Mitte Juli. Ich habe mich etwas mit dem Coach unterhalten, zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht allzu viel über den Klub. Mir hat gefallen, was er mir erzählt hat, aber ich meinte dann zu ihm, dass ich etwas Bedenkzeit benötige.

Es ist Ihre dritte Saison im Ausland bzw. in der EBEL, welche Dinge waren besonders ungewohnt?

Gartner Eishockey ist hier ziemlich anders. Das Spiel ist weniger strukturiert, es geht mehr vor und zurück. Es macht mehr Spaß und ist vor allem für die Fans besser, wenn ein Spiel 7:5 endet, anstatt 2:1. Die Leute wollen ja Tore sehen. Das Spiel hier ähnelt mehr dem nordamerikanischen Stil. Momentan kommen allerdings auch immer mehr finnische Trainer in die Liga, diese Mannschaften spielen dann eher defensiv. Wir bekommen hier also auch ein Stück weit Nordic-Hockey zu sehen. Alles in allem ist das Spiel hier aber immer noch eher skill- als körperbetont. In Schweden spielt man eher wie ein „Roboter“.

Was aus Ihrer Heimat vermissen sie am meisten?

Gartner Definitiv Freunde und Familie, das ist immer das schwierigste, wenn man mehrere Monate im Jahr weg ist. Man ist froh, wenn man sie zwischendurch mal für ein paar Tage wieder sieht.

Ihr Vater ist ebenfalls nach Österreich gewechselt und Coach ab dieser Saison beim EC Kitzbühel – hatten Sie etwas damit zu tun?

Gartner Als ich letzte Saison mit dem KAC in den Play-offs spielte, kam er für sechs Wochen nach Österreich. In dieser Zeit ergab sich diese Jobchance für ihn, er hat den Verein dann paar Mal besucht und es hat ihm gut gefallen.

Sie sind seit letztem Freitag in Vorarlberg, haben Sie schon die ein oder andere Ecke vom Ländle gesehen?

Gartner Ich habe in den ersten Tagen meine Wohnung und die Eishalle gesehen. Inzwischen bin ich mal durch die Dornbirner Innenstadt spaziert, und wir hatten mit der Mannschaft noch ein Grillfest am Bodensee.

Mit Bozen und Klagenfurt wurden Sie Meister, was sind die Ziele mit Dornbirn?

Gartner Das ist schwierig zu sagen, ich bin ja erst seit wenigen Tagen in der Mannschaft. Aber ich spüre auf jeden Fall viel Siegeswillen in der Kabine und den Willen sich zu verbessern – und das ist elementar. Unsere konkreten Ziele werden wir noch teamintern besprechen, das Wichtigste ist, dass wir nicht aufhören uns zu verbessern.

Sie fallen auf dem Feld dank Ihres Rollkragens auf, der ist eher ungewöhnlich. Gibt es dafür einen Grund?

Gartner Bei uns in Schweden sind die Vorschrift. Ich trage die, seit ich auf Schlittschuhen laufe und trage sie deshalb einfach weiter. Es ist ganz witzig wie genervt manche Gegner darauf reagieren und zu mir meinen, dass ich die Rollkragen ausziehen soll.