Kopfsache

Sport / 03.09.2019 • 11:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Der Motor des Cashpoint SCR Altach läuft derzeit nicht rund. Weil der Kopf nicht mitspielt. So kommt eine Niederlage wie das 1:2 gegen Sturm schnell zustande. An der Einstellung der Altacher gibt es nichts auszusetzen. Auch die Laufbereitschaft sowie das Bemühen, im eigenen Stadion die Kontrolle über das Spiel zu haben, sind den Gastgebern nicht abzustreiten. Was mir aber fehlte, war die Überzeugung, im letzten Angriffsdrittel die richtigen Entscheidungen zu treffen. Darin liegt wohl das derzeitige Problem von Kobras und Co: Es ist auch nicht die körperliche Fitness. Nein, den Altachern fehlt derzeit die geistige Frische, um Ligaspiele zu gewinnen. Mit gutem Beispiel ging da ausgerechnet der Gegner aus Graz voran: Mit minimalem Aufwand und großer Effektivität wurden drei Punkte aus der Cashpoint Arena entführt.

Anfällig bei Standards

Altachs Spieler haben in der Vorbereitung gezeigt, wie groß ihre Qualität sein kann, sofern der Kopf frei ist. Bestes Beispiel dafür ist Ousmane Diakité. Gegen Sturm war dem Kameruner eine gewisse mentale Ermüdung anzumerken. Das hat Auswirkungen auf seine technischen Fähigkeiten und seine Passgenauigkeit. Auch sein Selbstvertrauen scheint im Moment, wie bei vielen Spielern, etwas angekratzt. Die hohen Erwartungen dem erst 19-Jährigen aufzulasten, wäre der falsche Ansatz, um wieder auf die Erfolgsspur zurückzukommen.

Zum Spiel gegen Sturm: Wie schon erwähnt hatten die Gastgeber trotz Niederlage mehr Spielanteile. Pastoor ließ seine Elf in einem 4-1-4-1 agieren. Als Solospitze hatte Mergim Berisha einen schweren Stand gegen eine tief stehende Grazer Viererkette. Die Probleme im Spielaufbau waren nicht zu übersehen. Das Spiel wirkte zu statisch und war für den kompakten Abwehrverbund der Steirer leicht zu verteidigen. Und wenn die Altacher einmal durchbrechen konnten, fanden sie in Graz-Torhüter Jörg Siebenhandl ihren Meister. Erneut eine Standardsituation brachte den Rückstand, weil trotz Manndeckung der Treffer von Bekim Balaj nach einem Eckball nicht verhindert werden konnte. Die nötige Aggressivität, den Ball unbedingt zu gewinnen, hat der Altacher Defensive in dieser Situation gefehlt. Bleibt die Frage, ob nicht der gelernte Innenverteidiger Matthias Maak dank seiner Größe (191 cm) eine Alternative gewesen wäre. Möglicherweise aber auch nur: reine Kopfsache!

Nach gut 70 Minuten reagierte Pastoor und stellte auf ein 4-4-2-System um. Zudem brachten die eingewechselten Franz Pangop und Johannes Tartarotti mehr Schwung in die Partie. Mit dem Treffer der Grazer zum 2:0 war das Spiel frühzeitig gelaufen, weil der Anschlusstreffer in einer hektischen Schlussphase zu spät kam. Dabei hätte der Ausgleich so gut getan, um die geistige Frische wieder zu erlangen.