Das Tor zur Glückseligkeit fehlte

Sport / 09.09.2019 • 21:06 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Eine unfreiwillige „Turneinlage“ von Marko Arnautovic.apa
Eine unfreiwillige „Turneinlage“ von Marko Arnautovic.apa

Österreich in Polen mit den besseren
Chancen, aber es reichte nur zu einem 0:0.

Warschau Einen Punkt geholt, dabei hätte es durchaus mehr sein können. Doch Österreich bleibt nach dem 0:0 beim Gruppenersten Polen weiter im Rennen um einen Platz für die EM-Endrunde 2020. Dabei hatte alles mit einem kleinen Schockmoment begonnen.

So ganz konnte Teamchef Franco Foda dann doch nicht auf die Erfolgself aus Salzburg bauen. Martin Hinteregger musste aufgrund von muskulären Problemen passen. So wurde die Rolle des Frankfurt-Legionärs in der Innenverteidigung von Hoffenheim-Legionär Stefan Posch (22) ausgefüllt. Mit viel Ballbesitz holte er sich gleich in der Anfangsphase Selbstvertrauen. Wie überhaupt die Mannschaft die Forderung ihres Teamchefs am Platz umsetzte. Mit Kurzpassspiel und viel Laufarbeit trat man sehr dominant auf. Klug verschoben die Österreicher das Spiel, sodass sich die Polen mehr und mehr zurückzogen. Teilweise zirkulierte der Ball minutenlang, an Effektivität im Abschluss aber fehlte es.

Dabei kam Marko Arnautovic schon nach vier Minuten zu einem Abschluss, und nach zehn Minuten war es derselbe Spieler, der mit einem wuchtigen Kopfball an das Lattenkreuz Pech hatte.

Nur einmal unaufmerksam

Die Hausherren zeigten sich von Österreichs spielerischer Dominanz durchaus beeindruckt. Lange lief nichts bei den Polen, die ihr klares 4-4-2-Offensivsystem in der Rückwärtsbewegung in eine Raute verwandelten. Erst nach gut 25 Minuten lösten sich die Gastgeber und starteten ihrerseits schnelle Vorstöße. Prompt gab es die erste Großchance, als Robert Lewandowski nach einem Flankenball auf Elfmeterhöhe frei zum Kopfball kam, den Ball aber über das Tor setzte (29.). Nur wenig später zeichnete sich Cican Stankovic aus, als er nach einer Ecke den Kopfball von Kamil Grosicki über die Querlatte drehte (31.).

Die Antwort der Österreicher auf das Zwischenhoch der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Gehörte doch die Schlussphase der ersten Halbzeit wieder den Rot-Weiß-Roten. Bei einem Lazarzo-Schuss vermochte sich Goalie Lukasz Fabianski auszuzeichnen (34.), bei weiteren Angriffen der Foda-Schützlinge fehlte es am Abschluss.

Polen mit mehr Aggressivität

Personelle Veränderungen blieben aus, dafür nahmen beide Trainer leichte Positions-Verschiebungen vor. Und es bot sich das gleiche Bild, denn erneut dauerte es nur vier Minuten, da tauchte Arnautovic allein vor Goalie Fabianski auf, scheiterte aber. Polen brauchte aber nicht so lange, um auf Temperatur zu kommen. Die Gastgeber suchten nun mehr die Eins-gegen-eins-Duelle, wodurch das Spiel noch mehr Brisanz erhielt. Von der nun offensiveren Ausrichtung des Gegners profitierten Alaba und Co., bot sich ihnen doch nun mehr Raum für ihr Spiel. Wieder war es dann Fabianski, der eine gute Möglichkeit zunichte machte, als er einen Fernschuss von Konrad Laimer zur Ecke lenkte.

Die Torraumszenen häuften sich nun auf beiden Seiten, wobei Arnautovic nach 66 Minuten erneut allein vor Fabianski scheiterte, weil ihm der polnische Keeper den Abschluss mit der Fußabwehr parierte.

Kaum mehr Torgefahr

In der Schlussphase lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Bei einem Ausflug von Cican Stankovic wurde es kurz noch einmal gefährlich (82.), doch insgesamt vermochte kein Team mehr allzu große Torgefahr auszustrahlen. Auch Eckbälle oder mehrere Freistöße in Straufraumnähe versiegten, sodass es beim mehr als verdienten 0:0 blieb.

„Wir haben den Willen gezeigt, das Spiel gewinnen zu wollen. Leider wurde es ein Remis.“

Polens Krystian Bielik kann David Alaba nicht stoppen. Mit einem eleganten Sprung geht der Bayern-Legionär an seinem Gegenspieler vorbei.apa
Polens Krystian Bielik kann David Alaba nicht stoppen. Mit einem eleganten Sprung geht der Bayern-Legionär an seinem Gegenspieler vorbei.apa

Einzelbenotung nach dem Schulnotensystem

Stankovic (3): Wirkte ruhig, auch mit dem Fuß bei Rückpässen immer souverän und mit einer sehr guten Abwehrtat nach einem gefährlichen Kopfball. Nur kurz vor Schluss unterlief ihm ein kleiner Fehler.

Lainer (2): Tat viel für die Offensive, nutzte seinen Raum und harmonierte auf der rechten Seite sehr gut mit Valentino Lazaro.

Dragovic (2): Der Abwehrchef leistete sich kaum einen Fehler. War immer zur Stelle und dirigierte seine Nebenleute.

Posch (3): Kein leichter Stand für ihn, gegen Lewandowski zu spielen. Doch er überzeugte mit einer sachlichen Darbietung und seiner Ruhe im Spiel.

Ulmer (3): Vor allem in der Defensive beschäftigt, weil viele Angriffe über seine Seite liefen.

Baumgartlinger (3): Souverän vor der Halbzeit, fiel es ihm nach der Pause schwerer, sich gegen die Angriffe zu stemmen.

Laimer (3): Der Mann des Spiels von Salzburg tat sich sichtlich schwerer. Allerdings ist sein Defensivverhalten vorbildhaft. Auch gut sein Umschaltspiel.

Lazaro (3): Versteht sich immer besser mit Lainer und sorgt damit sowohl defensiv als auch offensiv für eine gute rechte Außenbahn.

Sabitzer (3): Vermochte kaum einmal Torgefahr auszustrahlen. War allerdings immer in Bewegung und stets anspielbar.

Alaba (3): Versuchte viel in der Offensive, war anfangs auch sehr präsent. In der Defensive überließ er aber das Feld seinen Mitspielern. Nutzte auch die letzte Chance eines direkten Freistoßes nicht.

Arnautovic (3): Hatte einige gute Momente, wo er sein Können aufblitzen ließ, insgesamt aber zu harmlos im Abschluss. Wirkte mit Fortdauer der Partie ein wenig müde.

Ilsanker (0): Sollte für mehr Stabilität im Zentrum sorgen.

Gregoritsch (0): Nur wenige Minuten im Spiel.