Neue Hoffnungen fürs ÖFB-Team

Sport / 10.09.2019 • 22:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neben Teamgoalie Cican Stankovic war Stefan Posch (im Kopfballduell) der große Gewinner im ÖFB-Team. Der 22-jährige Verteidiger lieferte gegen Polen eine perfekte Partie.Gepa
Neben Teamgoalie Cican Stankovic war Stefan Posch (im Kopfballduell) der große Gewinner im ÖFB-Team. Der 22-jährige Verteidiger lieferte gegen Polen eine perfekte Partie.Gepa

Tormann Cican Stankovic und Verteidiger Stefan Posch als Versprechen für die Zukunft.

Warschau Für beide war es das zweite Länderspiel. Und beide trugen einen erheblichen Teil dazu bei, dass das österreichische Nationalteam in Polen ein torloses Remis geholt hat: Torhüter Cican Stankovic und Verteidiger Stefan Posch waren zwei Gewinner des EM-Qualifikationsspiels.

Posch hatte erst beim Abendessen vor der Partie erfahren, dass er statt des an der Wade verletzten Martin Hinteregger in der Innenverteidigung einspringen darf. „Er hat gespielt wie ein alter Hase“, lobte Teamchef Franco Foda den 22-Jährigen, der sich beim deutschen Bundesligisten 1899 Hoffenheim einen Stammplatz erkämpft hat. Im ÖFB-Team muss sich Posch vorerst hinter den erfahreneren Aleksandar Dragovic und Hinteregger anstellen. Der Steirer bewies mit einer starken Leistung in Warschau aber, dass man sich jederzeit auf ihn verlassen kann. „Es war ein sehr gutes Spiel von uns. Mit dem Punkt können wir leben“, sagte der frühere U21-Nationalspieler, der erstmals von Beginn an im A-Team zum Einsatz kam.

Lewandowski entschärft

Im Verbund mit Dragovic entschärfte Posch auch Polens Stürmerstar Robert Lewandowski. „Ich verstehe mich gut mit ihm“, sagte der Youngster über seinen Nebenmann, der bereits 76 Länderspiele in den Beinen hat. „Da kann ich auch noch etwas lernen.“ Dragovic wiederum bescheinigte dem Hoffenheim-Legionär eine „überragende“ Leistung und vor allem großes Potenzial. „Wenn er am Boden bleibt, hat er eine große Karriere vor sich. Und er muss am Boden bleiben, sonst bekommt er eine auf den Deckel von mir.“ Lob für das kurzfristig zusammengespannte Innenverteidiger-Duo gab es auch von den Vorderleuten. „Drago und Poschi waren sehr, sehr souverän. Da merkt man die Breite, die wir haben“, meinte Kapitän Julian Baumgartlinger. Foda war von der gesamten Hintermannschaft angetan. Auf der Tormannposition hatte er wie drei Tage davor gegen Lettland (6:0) Stankovic das Vertrauen geschenkt. Der Salzburg-Schlussmann blieb auch in seinem zweiten Länderspiel ohne Gegentor.

Neue Nummer 1

Seine Leistungen bezeichnete Stankovic als „relativ gut“. Der 26-Jährige hofft, auch in den anstehenden Schlüsselspielen der EM-Quali im Oktober gegen die direkten Konkurrenten Israel und Slowenien im Tor zu stehen. Der bisherige Nationaltorhüter Heinz Lindner ist immer noch ohne Klub. „Ich hoffe, dass ich im Verein weiter Leistung zeige in der Bundesliga, im Cup und auch in der Champions League“, sagte sein Nachfolger. Im Zusammenspiel mit seinen Vorderleuten habe er sich sehr wohl gefühlt, erklärte Stankovic. „Die Jungs geben mir Sicherheit und ich gebe ihnen Sicherheit.“ Der starke Auftritt von Posch überraschte ihn nicht. „Der Junge hat so viel Qualität.“ Diese soll Österreichs gesamtes Team auch gegen Israel und Slowenien zeigen. Dann stehe einer EM-Teilnahme nichts im Wege, meinte Posch. „Wenn wir die Qualität, die wir gezeigt haben, in den nächsten Spielen auf den Platz bringen, mache ich mir keine Sorgen, dass wir es schaffen. Wir haben es in der eigenen Hand.“

Krisenmanagement

Dennoch muss demnächst einiges klargestellt werden. Denn es hält sich das Gerücht, dass der Ausfall von Martin Hinteregger weniger mit einer Verletzung als mit disziplinären Problemen zu tun hatte. Der Frankfurt-Legionär soll aufgrund zu langer Feierlichkeiten zu spät ins Teamcamp gekommen sein.

Weltklassestürmer Robert Lewandowski zollte ÖFB-Team großen Respekt. Gepa
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