Zahlreiche Änderungen in der neuen Saison

Sport / 10.09.2019 • 16:04 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

Am Freitag startet die neue EBEL-Spielzeit.

Wien Bei den meisten der acht österreichischen Teams in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) hat sich im Vergleich zur letzten Saison viel getan. Die wichtigsten Neuigkeiten für den Saisonstart am Freitag hier im Überblick:

Klagenfurt (2018/19 – Meister): Kontinuität ist nach dem 31. Meistertitel angesagt. 29 der 31 Spieler eingesetzten Spieler sind weiter „Rotjacken“, lediglich die Legionäre Robin Gartner und Mitch Wahl wurden durch die zwei österreichischen Teamstürmer Lukas Haudum (Pantern/SWE) und Manuel Ganahl (Lukko Rauma/FIN) ersetzt. Mit dem Norweger Lars Haugen kann Trainer Petri Matikainen weiter auf den besten Torhüter der vergangenen Saison bauen. Auch wenn die Anzahl der Legionäre auf sieben reduziert wurde, ist dem KAC die Titelverteidigung zuzutrauen. In der CHL bewiesen die Klagenfurter starke Frühform.

Wien (2.): Die Wiener müssen neben Torhüter J.P. Lamoureux und Liga-Topscorer Chris DeSousa die Abgänge der Österreicher Andreas Nödl, Peter Schneider und Benjamin Nissner kompensieren. Da adäquater Ersatz an österreichischen Spielern nicht zu finden war, erhöhten die Caps das Legionärskontingent auf elf Spieler. In der CHL formierte Coach Dave Cameron die ersten zwei Reihen zu reinen Legionärslinien.

Graz (3.): Die Grazer, die erstmals eine Play-off-Runde gewonnen haben, greifen mit einer schwedischen Welle (fünf Spieler) an. Der zweifache schwedische Meister Cristopher Nihlstorp soll im Tor Rückhalt geben, dazu kamen die Stürmer Joakim Hillding und Sebastian Collberg. Collberg, fällt allerdings der vorjährige Topscorer Colton Yellow Horn wochenlang aus. Dennoch gelten die 99ers wieder als Kandidat für das Halbfinale.

Salzburg (4.): Mit neuem Trainer und neuer Kader-Philosophie gehen die Roten Bullen in die Saison. Der erst 33-jährige Matt McIlvane, in fünf Jahren als Co-Trainer dreimal Meister mit Red Bull München, ist nach Salzburg zurückgekehrt. Der einstige Co von Don Jackson (2013/14) hat nur noch sieben, dafür hochkarätige Legionäre zur Verfügung und soll, so wie schon in der Fußballabteilung erfolgreich praktiziert, junge Spieler aus der eigenen Akademie einbauen. Von den Legionären durften nur John Hughes und Brent Regner bleiben, Verstärkung kam in erster Linie aus der DEL von Mannheim (Brendan Mikkelson und Chad Kolarik) und RB München (Derek Joselin). Für das Tor wurde Caps-Schlussmann Lamoureux geholt.

Linz (7.): Nach dem Aus im Viertelfinale gab es den zweiten Sommer hintereinander einen Umbruch. Die Linzer setzen nun mit David Kickert auf den einzigen österreichischen Einsertorhüter. US-Coach Tom Rowe, seit Jänner im Amt, hat zehn neue Spieler im Kader, darunter den slowakischen Verteidiger-Hünen Juraj Valach (fällt zum Saisonstart wegen Verletzung aus), den ehemaligen NHL-Erstrundendraft Mark McNeill und den bisherigen Iserlohn-Kapitän Justin Florek. Mit Alexander Cijan, Verteidiger und WM-Entdeckung Raphael Wolf und U20-Teamkapitän Julian Pusnik, Enkel von Österreichs Jahrhundertspieler Sepp Puschnig, sind auch drei junge Österreicher neu bei den Black Wings, die verstärkt Österreicher in allen Linien einbauen wollen.

Innsbruck (9.): Nach verpasster Play-off-Qualifikation gab es bei den Haien einen Umbau. Unter den elf Abgängen befinden sich mit Andrew Yogan (34 Tore), Andrew Clark (20) und Mario Lamoureux (18) die besten Torschützen der vergangenen Saison. Joel Broda, Caleb Herbert und Jesper Thörnberg sollen diese Lücke schließen. Im Tor setzt Headcoach Rob Pallin auf den US-Amerikaner C.J. Motte. Mit zu hohen Zielen war man in die dann enttäuschende Vorsaison gegangen, nun wurden sie heruntergeschraubt: „Im Sport kann man nichts erzwingen. Unser Ziel kann künftig nur Play-off-Teilnahme lauten“, sagte Obmann Günther Hanschitz.

Villach (10.): Beim VSV ist in den vergangenen neun Monaten kein Stein auf dem anderen geblieben. Nach dem Wechsel des kompletten Vorstands kurz vor Weihnachten wurde nach der Saison das gesamte Trainerteam verabschiedet, im Sommer die halbe Mannschaft inklusive Kapitän Niki Petrik. Der finnische Trainer Jyrko Aho, sechs Jahre lang Chefcoach in der finnischen Liga, hat frischen Wind gebracht und soll die Adler nach drei Jahren Pause wieder ins Play-off führen. Aho hat in der Vorbereitung viel Wert auf Fitness gelegt, der Kader sollte breiter aufgestellt sein als zuletzt. Mit Patrick Björkstrand, Anton Karlsson, Chris Collins und Brodie Reid wurden potenzielle Torjäger geholt, dazu kam Teamstürmer Martin Ulmer. Im Tor hofft man durch Brandon Maxwell auf ein Upgrade.

Dornbirn (11.): In Dornbirn beginnt diese Saison eine neue Ära: Nach sieben Jahren mit drei Play-off-Teilnahmen, aber dem letzten Platz im Frühjahr 18/19, trennten sich die Bulldogs von Trainer Dave MacQueen. Zudem sind vom vorjährigen Stamm nur noch vier Spieler übrig. Die sportlichen Geschicke liegen nun in finnischen Händen. Chefcoach Jussi Tupamäki hat Landsmänner als Co- und Tormanntrainer zur Unterstützung und drei finnische Spieler auf dem Eis. Damit einher ging eine Abkehr vom stark nordamerikanisch geprägten Weg: Nur vier Spieler aus Übersee, so wenig wie noch nie in ihrer EBEL-Geschichte, stehen im Kader der Messestädter. Neben einem totalen personellen Umbau sollen die Bulldogs nach den Vorstellungen des neuen Trainers auch schneller spielen.