Thiem soll für positiven Auftakt sorgen

Sport / 12.09.2019 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aufwärmprogramm von Dominic Thiem mit Jürgen Melzer.GEPA
Aufwärmprogramm von Dominic Thiem mit Jürgen Melzer.GEPA

Österreich klarer Favorit im Davis-Cup-Duell in Finnland.

Espoo Österreichs Davis-Cup-Team geht am Freitag und Samstag in Espoo (westlich von Helsinki) gegen Finnland als klarer Favorit ins Rennen. Das Play-off-Duell in der 6000 Zuschauer fassenden umfunktionierten Eishockey-Arena eröffnet der Star dieses Länderkampfs, Dominic Thiem, gegen die finnische Nummer zwei, Patrik Niklas-Salminen (17 Uhr MESZ).

Ein Kuriosum ist die Tatsache, dass der erst am Mittwoch angereiste Thiem bis zur Auslosung noch gar nicht auf dem Center Court, sondern auf einem Nebenplatz trainiert hat. „Natürlich ist es kurios, dass er bis zur Auslosung noch nicht da gespielt hat, aber der Platz in der Trainingshalle war sehr ähnlich. Dominic ist ein Profi und ist da sehr unsensibel, was das betrifft“, erklärte ÖTV-Kapitän Stefan Koubek dazu. Auf den Boden holen muss Koubek seine als haushohe Favoriten geltende Truppe, eine Seltenheit bei einem Auswärts-Davis-Cup, übrigens nicht. „Die sind Profis genug und sehr viele waren letztes Jahr in Russland dabei, und wissen, was alles möglich ist. Das kann umgekehrt auch laufen. Aber ich bin hier sehr positiv gestimmt, weil die Truppe sehr gut drauf ist. Man muss fokussiert in das Wochenende gehen.“

Für den 26-jährigen Thiem ist es nach der wegen einer Verkühlung verpatzten Nordamerika-Tour das wettkampfmäßige Comeback. „Es ist ein guter Wiedereinstieg, aber die Gegner sind zu stark, als dass man da nicht 100 Prozent gibt“, erklärte der Weltranglisten-Fünfte im Vorfeld. Trotz der klaren Favoritenrolle will er den Gegner keinesfalls unterschätzen. „Finnland ist stark, vor allem Ruusuvuori hat auf Challenger-Ebene sehr gut gespielt“, warnte der zweifache French-Open-Finalist. „Aber es ist eine sehr gute Vorbereitung, um für die letzte Saisonphase wieder in diesen Spiel- und Match-Rhythmus zu kommen.“

Thiem wird nun innerhalb von knapp dreieinhalb Monaten gleich drei Teambewerbe spielen. Neben dem Davis Cup steht der Laver Cup in Genf im Team mit u. a. Roger Federer und Rafael Nadal auf dem Programm und Anfang Jänner wird er im neu geschaffenen ATP Cup wieder an der Seite von Österreichern spielen. „Wir haben ein super Team, wo ich mich mit jedem Einzelnen gut verstehe. Fürs Team zu spielen, ist einfach einmal was anderes, als für sich selbst. Deshalb sind die drei Bewerbe eine coole Sache“, sagte Thiem.

Novak trifft auf Jungstar

Ein Schlüsselspiel könnte schon das zweite Single am Freitag von Dennis Novak werden. Der erst 20-jährige Emil Ruusuvuori hat sei Mitte Juni drei Challenger gewonnen und sich seit Jahresbeginn von Platz 385 auf 163 verbessert. Deshalb wird Novak die finnische Nummer eins keinesfalls unterschätzen. „Der hat heuer einen Riesensprung im Ranking gemacht. Ich kenne ihn persönlich nicht so gut, aber ich werde mich noch gut informieren“, meinte Novak.

Für ÖTV-Davis-Cup-Rekordmann Jürgen Melzer ist es schon sein 36. Länderkampf. Gemeinsam mit Oliver Marach (39) könnte er am Samstag (13 Uhr) schon für die Entscheidung sorgen. „Das wäre ein Traum, wenn wir das schon beenden könnten, aber man muss erst die Spiele spielen“, warnte auch der Routinier und erinnerte ebenfalls an den Russland-Trip 2018. „Wir waren letztes Jahr das beste Beispiel, dass an so einem Wochenende sehr viel passieren kann. Vor allem im Best-of-three-Modus ist das nicht immer so eine ‚g‘mahte Wiesn‘. Da muss man schon auf der Höhe sein.“