Magischer Berisha

Sport / 15.09.2019 • 20:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Altachs Mann des Spiels: Mergim Berisha (Zweiter von rechts) lässt sich von seinen Mitspielern und von den Fans feiern. GEPA

Cashpoint Altach schießt sich gegen St. Pölten den Frust von der Seele und gewinnt 6:0. Doppeltorschütze Mergim Berisha an allen Treffern beteiligt.

Altach Zwei Umstellungen waren die Reaktion von Trainer Alex Pastoor auf die zuvor wenig befriedigenden Ergebnisse. Mit Manuel Thurnwald (21) für Anderson sowie Philipp Schmiedl (22) für Schreiner – er rückte auf die linke Mittelfeldseite – gab es neue Gesichter in der Abwehrkette. In dieser fungierte Jan Zwischenbrugger als Stabilisator. Das Spiel selbst lief lange auf Sparflamme, weil die Ballstafetten nicht so funktionierten, wie von Pastoor gewünscht. Vielmehr waren es die Gäste aus St. Pölten, die flüssiger kombinierten und erste Torchancen vorfanden. Doch SCRA-Goalie Martin Kobras war in dieser Phase der starke Rückhalt seines Teams. Gleich zweimal rettete der 33-Jährige gegen allein vor ihm auftauchende Niederösterreichter. Erst gegen Riski, der von einem Fehler von Schmiedl profitierte (17) und nur Sekunden später gegen Balic, der nach einem Jamnig-Fehler den Konter lief, aber an Kobras scheiterte (19.).

Lassen wir uns überraschen, was noch kommt.

Mergim Berisha auf die Frage, ob das heute der beste Berisha im Altach-Dress war.

Mit Kobras als Fels in der Brandung und ein wenig Glück drehte sich die Partie innert fünf Minuten. Nicht nur die Körpersprache war in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit eine andere, auch ergebnistechnisch war zur Pause alles eitel Wonne. Maßgeblichen Anteil daran hatte Mergim Berisha, dessen zweiter Freistoßversuch aus gut 20 Metern erfolgreich war. Sein Ball über die Mauer fand, abgefälscht, den Weg ins Netz und das 1:0 (28.) war letztendlich der „Dosenöffner“ zu einem klaren Heimsieg. Es folgte die beste und intensivste Zeit der Hausherren. Das Pressing funktionierte und die eroberten Bälle wurden schnell in die Spitze gespielt. Vor allem Berisha war nicht mehr zu halten. Nach seinem Treffer brillierte der 21-Jährige mit zwei wunderbaren Torvorlagen, zuerst auf Oum Gouet (30.) und dann mit dem Außenrist auf Emanuel Schreiner (33.).

Matchwinner Mergim Berisha

Auch nach der Pause änderte sich wenig, denn Altach blieb effektiv und ein Spieler drückte dem Spiel weiter seinen Stempel auf: Mergim Berisha war der überragende Mann auf dem Platz. Die Leihgabe aus Salzburg lieferte weiter Vorlagen und behielt auch vor dem Tor die Nerven. Erst hatte er seinen Fuß beim Treffer von Florian Jamnig im Spiel, dann traf er vom Elfmeterpunkt. Zuvor war der eingewechselte Christian Gebauer bei seinem Sturmlauf von Manuel Haas im Strafraum regelwidrig gestoppt worden. SR Alexander Harkam entschied sofort auf Strafstoß und schickte den St. Pöltner mit Gelb-Rot vom Platz (75.). Dass Gebauer kurz zuvor nach einer herrlichen Kombination mit einer Direktabnahme (72.) an Goalie Thomas Vollnhofer scheiterte, zeigt deutlich die Verschiebung der Spielanteile nach Seitenwechsel.

tipico Bundesliga

7. Spieltag

Cashpoint SCR Altach SKN St. Pölten 6:0 (3:0)
Altach, Cashpoint Arena, 3538 Zuschauer, SR Harkam (ST)

Torfolge: 28. 1:0 Mergim Berisha (Freistoß), 30. 2:0 Luan (Eigentor), 33. 3:0 Schreiner, 61. 4:0 Jamnig, 76. 5:0 Mergim Berisha (Foulelfmeter), 90./+ 2 6:0 Schreiner

Gelbe Karten: 11. Ambichl (St. Pölten/Foulspiel)

Gelb-Rote Karte: 75. Haas (St. Pölten/wiederholtes Foulspiel)

Cashpoint SCR Altach (4-2-3-1): Kobras; Thurnwald, Schmiedl, Zwischenbrugger, Karic; Oum Gouet (63. Lars Nussbaumer), Diakité; Jamnig (69. Gebauer), Fischer (80. Tartarotti), Schreiner; Mergim Berisha

SKN St. Pölten (4-3-3): Riegler (45./+ 1 Vollnhofer); Ingolitsch (41. Steiner), Meisl, Luan, Haas; Ambichl, Luxbacher, Robert Ljubicic; Balic, Vucenovic (61. Gartler), Riski

Einer der Dauerbrenner im SCRA-Dress sollte schließlich den Schlusspunkt im Trefferreigen setzen. Schon fast klar, dass Berisha wieder der Ausgungspunkt des Tors war. Während er nach einem Doppelpass noch an Goalie Vollnhofer scheiterte, staubte Schreiner trocken ab. Nach dem ersten Doppelpack des 30-Jährigen war dann Schluss und Altachs zweiter Saisonsieg perfekt, sehr zur Zufriedenheit des Trainers. Auch wenn Pastoor die ersten 20 Minuten nicht schönreden wollte, so war er dann doch voll des Lobes für seine Spieler: „Nach dem 1:0 hat man gesehen, was diese Mannschaft mit Vertrauen leisten kann.“