Motorsport: René Rast ist doppelter Champion

Sport / 15.09.2019 • 22:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
René Rast reichte ein dritter Rang für den zweiten DTM-Triumph. gepa

Wahl-Bregenzer gewann auf dem Nürburgring seinen zweiten Tourenwagen-Titel.

Nürnburg René Rast nahm dem kommenden DTM-Finale in Hockenheim (5./6. Oktober) in der Titelentscheidung die Spannung. Der 32-jährige Deutsche aus Minden, der seit einigen Jahren in Bregenz lebt, holte sich auf dem Nürburgring mit einem Sieg und einem dritten Rang vorzeitig die Meisterschaft, weil der einige Rivale Nico Müller am Sonntag über Platz sechs nicht hinauskam. Rasts Bilanz in der DTM ist beeindruckend: 16 Siege in 56 Rennen, Meister 2017 und 2019, Vize 2018, als er den Titel gegen Gary Paffett (Mercedes) nach furioser zweiter Saisonhälfte nur knapp verpasste. Für den vollständigen Triumph des Rosberg-Teams sorgte Rasts Kollege Jamie Green mit dem Sieg im Sonntagsrennen. Die Österreicher: Philipp Eng (BMW) Sonntag Achter (bester BMW-Pilot) und Samstag 14., Ferdinand Habsburg (Aston Martin) 15. bzw. 12.

Zweifacher DTM-Champion, wie fühlt sich das an?
Rast Gewaltig! Ich konnte es bei der Zieldurchfahrt noch nicht glauben, war verunsichert, aber meine Box jubelte „wir sind Meister“, und da wusste ich, es passt! Ich versuchte heute, mich aus allen Duellen rauszuhalten, das reichte.

Warum lief es anfangs der Saison nicht ganz optimal und dann ging es so steil bergauf?
Rast Ich würde nicht sagen nicht gelaufen, wir gewannen ein Rennen, in Hockenheim beim ersten Rennen waren wir Zweiter hinter Wittmann und bekamen ein technisches Problem. In Zolder waren wir vorn dabei und hatten die Pace, zu gewinnen, aber BMW war da stärker. Übers Jahr hinweg verlor BMW wohl etwas im Qualifying, das ist für uns schwierig zu erklären und vielleicht auch für BMW. Aber bis zuletzt war BMW in den Rennen stark. Da spielen so viele Details mit, dass es kaum einer richtig versteht und sich jeder irgendwie wundert.

Hat Audi kleine Details, wie Sie sagen, gefunden, die in die richtige Richtung gingen?
Rast Wir machten nicht vieles anders. Die Set-up-Strategie wurde fortgesetzt, wir machten nichts anderes als zu Saisonbeginn. Hie und da wurden schon ein paar kleine Schräubchen gedreht. Das war sozusagen Maximierung.

Wie wichtig war das Verständnis für die Reifen?
Rast Ganz wichtig. Mit mehr Leistung, den 600-PS-Turbos, die 100 PS mehr als der Vorgänger-Saugmotor-Achtzylinder haben, beanspruchst du die Hinterachse viel mehr. Die leiden da wesentlich mehr. Da muss man lernen, wie sich der Reifen verhält, was man machen darf und was nicht, das war der Schlüssel zum Erfolg.

Die neue DTM mit den stärkeren Antrieben gefällt Ihnen?
Rast Mehr Leistung ist immer schön, es könnte für uns Fahrer aber immer noch ein wenig mehr sein! Wir sind jetzt zweieinhalb Sekunden schneller als im Vorjahr, das hört sich nicht viel an, aber ist wirklich ein gewaltiger Schritt!

Was waren für Sie die Höhepunkte der Saison?
Rast Der Norisring war schon speziell, als ich den Motor am Start abwürgte und als Letzter losfuhr, ich konnte dann dank frühen Reifenwechsels und einer Safety-Car-Phase gewinnen. Das erste Rennen am Samstag auf dem Nürburgring war sehr gut, weil wir nie gefährdet waren. Basis war da eine optimale Qualirunde mit deutlichem Vorsprung.

Wer ist für Sie der härteste Gegner beim Überholen?
Rast (lacht) Ich habe heuer nicht so viel überholen müssen! Aber im Ernst: Keiner ist einfach, jeder will dir das Leben schwermachen.

Warum sind Sie mit Ihrer Familie nach Bregenz übersiedelt, wie geht es Ihnen da?
Rast Ganz klar: Der Grund war die Lebensqualität. Ich habe im Sommer den See, liebe es, mit dem Boot hinauszufahren, im Winter sind die Berge nah. Und das gilt für die ganze Familie: Wir fühlen uns total wohl! GK