Respekt ja, Angst nein

Sport / 18.09.2019 • 19:22 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Thüringer Michael Liendl (l.) sieht für den Wolfsberger AC durchaus Chancen in der Europa League bei Mönchengladbach.Gepa
Der Thüringer Michael Liendl (l.) sieht für den Wolfsberger AC durchaus Chancen in der Europa League bei Mönchengladbach.Gepa

Der Wolfsberger AC mit Michael Liendl und der LASK gehen mit Mut in die Europa League.

Gladbach, Linz Für den Wolfsberger AC startet heute mit der Partie bei Borussia Mönchengladbach das Abenteuer Europa League. Mittendrin der in Thüringen aufgewachsene Michael Liendl. Der Spielmacher der Kärntner kann es, wie der gesamte Klub, kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Und sieht durchaus Chancen auf eine Überraschung beim deutschen Bundesligisten. „Schon bei der Auslosung haben wir gesagt, dass wir nicht auf Sightseeingtour durch Europa gehen werden. Wir wollen in Gladbach punkten,“ so der 33-Jährige.

Als Grund für das Selbstvertrauen verweist Liendl auf die in den letzten Wochen und Monaten gezeigten Leistungen des WAC: „Aktuell passt bei uns das Gesamtpaket. Selbstvertrauen, Qualität und dazu das Wissen, dass wir uns derzeit gegen jeden Gegner spielerisch, aber auch läuferisch wie kämpferisch durchsetzen können. Das alles haben wir uns über einen langen Zeitraum erarbeitet“.

Borussia als Favorit

Für den zweitbesten Scorer der abgelaufenen Saison (elf Tore/zwölf Assists) spielt auch der Umstand eine Rolle, dass man genau weiß, wie die von Ex-RB-Salzburg-Trainer Marco Rose gecoachte Mannschaft der Borussia auftreten will bzw. wird. „Das kann uns schon in die Karten spielen. Zudem ist Rose ja noch nicht so lange in Gladbach, die Mechanismen greifen dort noch nicht so wie in Salzburg. Aber trotzdem müssen wir die Kirche im Dorf lassen, Gladbach ist immer noch ein deutscher Bundesligist mit viel Qualität – und ist der Favorit. Dennoch sage ich: Respekt ja, Angst nein,“ erklärt Liendl.

Die Kärntner, die sich im Vorjahr als Bundesliga-Dritter direkt für die prestige- und einnahmenträchtige Europa-League qualifizierten, wollen also bei Borussia Mönchengladbach mutig sein. „Unser Tenor ist es, immer den Takt vorzugeben. Auch dort, in allen Belangen“, erklärte auch Trainer Gerhard Struber. „Uns zu verstecken ist nicht unser Stil. Ich wüsste gar nicht, wie ich es anstellen sollte, der Mannschaft plötzlich Destruktivität mitzugeben. Abwarten – das geht einfach nicht“, sagte Struber.

Ambitionierte Linzer

Nach der knapp verpassten Champions-League steht für den LASK heute (18.55 Uhr/live DAZN) auf der Gugl die Europa-League-Premiere am Programm. Der Gegner hat mit Rosenborg Trondheim einen klingenden Namen, ist für die Linzer aber sicher in Reichweite. „Wir sind ambitioniert, wissen, was wir können und dass wir uns vor keinem Gegner verstecken müssen“, sagte Coach Valerien Ismael. LASK will auf einer möglicherweise ausverkauften Gugl wieder ein europäisches Highlight liefern – ähnlich dem 3:1 gegen Basel am 13. August, das den Aufstieg ins CL-Play-off brachte. „Der Respekt vor Trondheim und der Europa League ist da. Aber wir sind der vollen Überzeugung, dass wir einen guten Start hinlegen“, erklärte Ismael vor der erstmaligen EL-Teilnahme des Meisters von 1965.

Müller fehlt krankheitsbedingt

Trondheim ist in der EL-Gruppe D neben PSV Eindhoven und Sporting Lissabon der vermeintlich leichteste Gegner. „Wenn alles normal läuft, sind Lissabon und PSV vorne. Doch was ist im Fußball schon normal“, erklärte der Coach, der für seine Truppe aber nur eine „einzige Ansage“ hatte: „Wichtig ist, dass wir mit Mut, Überzeugung, System und Ideen unsere Tugenden abrufen.“ Bitter: Der Ludescher Valentino Müller, zuletzt in guter Form, wird heute gegen Trondheim krankheitsbedingt nicht im Kader der Linzer stehen. VN-MKR

„Mönchengladbach ist der Favorit. Dennoch sage ich: Respekt ja, Angst nein“.

„Wichtig ist, dass wir mit Mut, Überzeugung, System und Ideen unsere Tugenden abrufen.“

Der Thüringer Michael Liendl (l.) sieht für den Wolfsberger AC durchaus Chancen in der Europa League bei Mönchengladbach.Gepa
Der Thüringer Michael Liendl (l.) sieht für den Wolfsberger AC durchaus Chancen in der Europa League bei Mönchengladbach.Gepa