Handball: Gegensätze drücken dem Nachbarschaftsduell den Stempel auf

Sport / 20.09.2019 • 13:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Vorarlbergs Handballfans dürfen sich im 93. Derby zwischen dem Alpla HC Hard und Bregenz Handball wieder auf packende Zweikämpfe freuen. Anpfiff in der Sporthalle am See ist um 19 Uhr. GEPA

Ruhmreiche Harder im 93. Derby am Freitag ab 19 Uhr in der Favoritenrolle gegen bislang gescholtene Bregenzer.

Hard Seit über 20 Jahren kommt es zum Revierduell zwischen den Harder und Bregenzer Handballern in der höchsten nationalen Spielklasse der Männer. Selten zuvor war die Favoritenrolle so klar gegeben wie vor dem 93. Ländle-Derby am vierten Spieltag der Spusu Liga 2019/20 zwischen dem Alpla HC Hard und Bregenz heute ab 19 Uhr in der Sporthalle am See. Während die gastgebenden Roten Teufel vom Bodensee ohne Punktverlust auf Rang drei in der Tabelle stehen, findet sich der Rekordmeister aus der Landeshauptstadt ohne Punktgewinn auf dem vorletzten Rang der Zwischenwertung. Wie eigentlich immer vor Nachbarschaftsduellen will aber kein Team nach außen hin die Favoritenrolle für sich beanspruchen. Klaus Gärtner: „Der Tabellenstand und, alles was davor passierte, ist vor einem Derby egal. Es beginnt mit 0:0 und die Bregenzer werden hochmotiviert antreten und alles unternehmen, um zum ersten Saisonpunkt oder Sieg zu gelangen“, bringt es Alpla-HC-Hard-Cheftrainer auf den Punkt.

Belastung spricht gegen Hard

Der 44-jährige EHF-Mastercoach rechnet mit einer engen Partie: „Ich glaube nicht, dass es wieder so ein klarer 27:19-Heimsieg für uns wie im letzten Aufeinandertreffen wird. Es gibt meiner Meinung nach auch einige Punkte, die für den Gegner sprechen“, erklärt Gärtner und spricht damit die Belastung seiner Mannschaft in den letzten Wochen an. Die Harder haben ligaübergreifend bereits das siebte Punktspiel innerhalb von vier Wochen in den Beinen, und für Gärtner wird neben der psychischen Komponente auch die physische Bereitschaft eine wesentliche Rolle spielen. „Wir haben vor 48 Stunden in Linz gespielt und sind erst in den Morgenstunden nach Hause gekommen. Bei solchen Belastungen wird es darauf ankommen, ob die regenerativen Maßnahmen für die erforderliche Frische greifen für so ein Duell um Ruhm und Ehre und die Nummer-eins-Position in der Region.“

Zmavc mit Achillessehnenriss?

Obwohl Gärtner sowohl den qualitativ als auch quantitativ besten Kader zur Verfügung hat, ist der Deutsche vor seinem fünften Ländle-Derby als Hard-Coach aus personeller Sicht nicht ganz sorgenfrei. Spielmacher Gerald Zeiner wird aufgrund seiner Schleimbeutelverletzung am Ellbogen des Wurfarmes fehlen. Daneben steht hinter dem Einsatz von Kreisläufer Nejc Zmavc ein dickes Fragezeichen. Allerdings wurden die Gerüchte eines Achillessehnenrisses vonseiten des Vereins weder bestätigt noch verneint. Dafür ist Flügelflitzer Luca Raschle wieder mit dabei.

Moral bei Bregenz ist weiter ungebrochen

Aufseiten der Bregenzer waren in den Stunden nach der 25:32-Heimniederlage gegen Meister Krems die Motivationskünste von Cheftrainer Markus Burger und seinem Trainerteam gefordert. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir stehen nach drei Partien ohne Punkt da und die Aufgaben werden nicht einfacher. Es ist Zeit, dass die Mannschaft zeigt, was sie wirklich kann“, betont Burger. „Was mich positiv stimmt, ist die Tatsache, dass die Moral in der Mannschaft ungebrochen ist. Was fehlt, ist das erhoffte Erfolgserlebnis. Ein Punkt oder Sieg in Hard wäre natürlich eine doppelte Moralspritze für unser angeknackstes Selbstvertrauen.“

Personell wird Ante Esegovic fehlen, zudem zog sich Clemens Gangl vor der Linz-Partie eine Verletzung zu und ist fraglich. Dafür wird Kapitän Lukas Frühstück nach seinem Kurzeinsatz mit Torerfolg gegen Krems von Beginn an mitwirken und will dazu beitragen, dass seiner Mannschaft in der Teufel­arena der langersehnte Befreiungsschlag gelingt.