„Das war ein hässliches Spiel“

Sport / 23.09.2019 • 08:45 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Für Mergim Berisha (r.) und sein Team gab es in Wien bei der Austria nichts zu erben.GEPA

SCR Altach ging am Favoritner Acker 0:2 unter und ließ dabei alle nötigen Tugenden vermissen.

Wien Dabei lagen bei der Austria vor dem Spiel die Nerven blank – schon wieder! Erst heuer im März kostete ein 3:1-Auswärtssieg der Altacher Thomas Letsch den Job. Diesmal war es Christian Ilzer, der schwer unter Druck stand. Freilich fanden sich diesmal nur 7 von den 22 Akteuren von damals in den zwei Startformationen (Grünwald, Martschinko, Monschein, Oum Gouet, Kobras, Karic und Berisha). Weil der Austria-Fansektor still protestierte herrschte eine eigenartige Stimmung in der schütter besuchten Generali Arena. Umso mehr krachte es dafür am Feld, wo es sehr ruppig zuging.
In Minute 12 stießen Diakité und Ebner im Mittelfeld mit den Köpfen zusammen. Der Austrianer musste mit stark blutender Kopfwunde ausgewechselt werden. Nur 4 Minuten später stand wieder Diakité im Mittelpunkt. Monschein stieg dem am Boden liegenden Altacher in einem hitzigen Duell aufs Bein. Das hätte Rot sein können. „Ich wollte ihm den Ball wegspitzeln, das war keine Absicht“, beteuerte der FAK-Stürmer. Auch Glück hatte Oum Gouet, der seinen afrikanischen Kollegen mit einem Check ins Gesicht von Monschein (22.) rächte – er kam ebenfalls mit Gelb davon. Altach-Trainer Alex Pastoor reagierte und brachte noch vor der Pause Gebauer statt Gouet – das aber nicht nur wegen der drohenden zweiten Gelben: „Ich war mit seiner Leistung nicht zufrieden. Wollte der Mannschaft zeigen, dass wir mehr aggressive Mentalität am Platz brauchen. Aber man hätte auch alle anderen 10 von uns auswechseln können. Alle waren schwach.“ In einer sehr zerfahrenen ersten Hälfte hatte Altach die größte Chance. Fischer hätte gegen den zu weit heraus geeilten Lucic locker einnetzen können, schoss aber drüber (37.).

Eiskalte Austria

Ebenso wie der harte Austria-Fankern, der nun wieder seine Tribüne besetzte, machten auch die Spieler im zweiten Durchgang etwas mehr Wirbel. Gerade als Altach das Kommando zu übernehmen schien, kassierte man das 0:1. Fitz flankte aufs kurze Eck, Monschein kam vor Zwischenbrugger zum Ball – Tor (62.). Das ging viel zu einfach. Fast hatten die Altacher, die gegen eine offensivere Austria nun mehr Räume vorfanden. die passende Antwort parat. Diakité mit einem tollen Lochpass rechts auf Gebauer, der legt zurück auf Fischer, doch der scheitert mit seinem Schuss an Lucic (70.). Eiskalt schlug dafür die Austria zu. Ein verunglückter Diakitè-Kopfball wurde zum perfekten Lochpass für Monschein. Er legte den Ball allein vor Kobras uneigennützig zu Turgeman quer, der nur noch ins leere Tore einschieben musste (80.). Altachs Schlussoffensive blieb ein harmloses Lüfterl.

„Das war kein schönes Spiel. Fußball war das nicht. Das war nur Krampf und Kampf. Aber am Ende stehen wir mit null Punkten da“.

Emanuel Schreiner, Spieler SCR Altach
Enttäuschung pur nach dem 0:2 bei Thurnwald und Co.Gepa
Enttäuschung pur nach dem 0:2 bei Thurnwald und Co.Gepa

Große Enttäuschung

„Das war kein schönes Spiel. Fußball war das nicht“, analysierte Emanuel Schreiner. „Das war nur Krampf und Kampf. Für mich eine 0:0 Partie, aber am Ende stehen wir ohne Punkte da.“ Auslöser für das schwache Match war für Schreiner der katrastrophale Rasen. Die Gründe für die Niederlage fand er freilich in den eigenen Reihen: „Wir haben nur hohe Bälle gespielt. So haben wir uns selbst unserer Stärke beraubt.“ Austria-Stürmer Monschein bestätigte: „Der Platz war sehr kaputt. Trotzdem haben wir mehr zu spielen versucht als sie.“ „Das war von beiden Seiten unglaublich schlechter Fußball. Schrecklich, wirklich schrecklich“, fand Altach Coach Alex Pastoor klare Worte. Fazit? „Ein enttäuschender Nachmittag. Eine sehr schlechte Leistung von uns: Fußballerisch, vom Verhalten und organisatorisch. Dabei sind wir eigentlich in der Lage guten Fußball zu spielen.“ Bilanz von Tormann Martin Kobras: „Das war ein hässliches Spiel. Es hätte für beide Seiten ausgehen können. Beim ersten Gegentor waren wir sehr inkonsequent. Sonst hat die defensive Ordnung eigentlich gut gepasst. Es war nicht viel zu sehen von der Austria.“ Aber das reichte zum 2:0-Sieg, der Christian Ilzer nun etwas Ruhe verschafft.

„Das war ein hässliches Spiel. Es hätte für beide Seiten ausgehen können“.

Martin Kobras, Tormann SCR Altach


Pastoor hingegen wird mit seinen Spielern Ursachenforschung betreiben: „Es kann ja mal passieren, dass man nicht ins Spiel kommt. Aber dann kämpft man zumindst um jeden Meter und Ball. Wir waren aber überhaupt nicht aggressiv,.“ Und so brummte nicht nur dem von einer Gehirnerschütterung geplagten Diakité, der ins Spital zum Check musste, nach dem Spiel der Kopf.