Es brodelt bei der Scuderia Ferrari

Sport / 30.09.2019 • 22:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Ferrari-Stars Sebastian Vettel und Charles Leclerc haben momentan das Heu nicht auf der gleichen Bühne.Reuters
Die Ferrari-Stars Sebastian Vettel und Charles Leclerc haben momentan das Heu nicht auf der gleichen Bühne.Reuters

Vettel gegen Leclerc, Auflage Nummer drei.

Sotschi Bei Ferrari gingen erst mal die Türen zu. Im kleinen Kreis wurden Sebastian Vettel und Charles Leclerc die Köpfe gewaschen, erst danach trat Teamchef Mattia Binotto mit seinen beiden Sorgenkindern vor die Presse. Und dann standen sie da mit gesenkten Blicken, rechts und links neben dem schlaksigen Italiener, und sie wussten: Nach dem Drama von Sotschi wäre jedes Wort ein Wort zu viel. „Ich denke, das Beste ist es jetzt, gar nichts mehr zu sagen“, stellte Vettel schmallippig fest, und wollte sich dann eine Spitze doch nicht verkneifen: „So viel sei gesagt: Ich habe mich heute an die Abmachungen gehalten.“

Ehrgeiz und Eitelkeit

Das Ergebnis in Russland war dramatisch schlecht für die Scuderia, gemessen an den Möglichkeiten. Vettel schied mit einem Antriebsschaden aus, Leclerc wurde nur Dritter hinter dem Mercedes-Duo Hamilton und Bottas – obwohl der Ferrari das schnellste Auto war.

Was aber wirklich hängen bleibt und mit Blick auf die Zukunft Sorgen bereiten sollte nach diesem 16. Saisonrennen, ist die Dynamik innerhalb des Teams. Ferrari hatte sich für den Start in Sotschi eine Strategie überlegt, die so gut funktionierte, dass sie bei normalem Rennverlauf zum Doppelsieg geführt hätte. Doch dann kamen der Ehrgeiz und die Eitelkeiten der beiden Piloten ins Spiel.

Diese Ausgangslage wird erst dadurch so brisant, dass Ferrari seit der Sommerpause wieder ein Siegerauto hat. Zwischen den Teamrivalen geht es plötzlich um alles, und das hat dreimal zu deutlichen Verwerfungen geführt. In Monza verwehrte Leclerc dem Deutschen eigenmächtig den Windschatten im Qualifying. In Singapur nutzte Vettel, protegiert vom Team, einen Strategievorteil eiskalt aus. Und nun in Sotschi beanspruchten beide die Führung nach dem Start für sich. Und beschwerten sich in jedem der Fälle deutlich über ihr­en Gegenüber.