Größtes Spiel der Klubgeschichte

Sport / 30.09.2019 • 21:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Bei Salzburg verleiht die Begeisterung für das CL-Spiel in Liverpool Flügel.

Salzburg Wie immer auch das Champions-League-Duell an der Anfield Road am Mittwoch (21.00 Uhr/live Sky) ausgeht – für Fußballmeister Salzburg ist das Match mit Titelverteidiger Liverpool das „größte Spiel der Vereinsgeschichte“, wie Sportdirektor Christoph Freund betonte. Die Begeisterung soll Flügel verleihen. „Mit unserer Euphorie ist auch gegen Liverpool alles möglich“, sagte Cican Stankovic.

Sohn nach John Lennon benannt

„Die Vorfreude auf Liverpool ist riesig“, meinte der Tormann im Hinblick auf die Begegnung mit Englands makellosem Tabellenführer, dessen Sturmtrio Mohamed Salah, Roberto Firmino und Ex-Salzburger Sadio Mane weltweit für Zungenschnalzen sorgt und der mit Virgil van Dijk über den wohl besten Verteidiger der Welt verfügt. „Jede Position ist fast mit Weltklasse besetzt“, stellte Abwehrchef Andre Ramalho klar.

Auch Trainer Jesse Marsch setzt auf die Begeisterung, die seit seiner Amtsübernahme stetig gewachsen ist. „Es ist eine große Gelegenheit für uns, eine mächtige Herausforderung. Aber wenn wir all unsere Leidenschaft hineinlegen, dann haben wir Möglichkeiten“, betonte Marsch, dessen Bilanz von elf Siegen und einem Remis in zwölf Pflichtspielen durchaus sehenswert ist. „Wenn wir alles geben, dann können wir auf jeden Fall stolz sein.“

Für den Amerikaner ist das Duell mit Liverpool vielleicht kein „Kindheitstraum“ wie für den rechtzeitig wieder fit gewordenen Verteidiger Marin Pongracic („Das Größte“). So verriet Marsch immerhin, dass er zwar kein Fan der „Reds“ ist, sein Sohn Lennon aber nach Beat­les-Ikone John Lennon benannt ist – dem Sänger jener legendären Rockband, die ihre Ursprünge in Liverpool hat.

Die Festung Anfield

Es ist wohl auch der Schub von der 6:2-Heimgala zum CL-Gruppenauftakt gegen Genk vor zwei Wochen, der die Salzburger mit der Hoffnung auf eine Sensation in den Flieger steigen lässt. „Wir müssen da weitermachen, wo wir gegen Genk aufgehört haben“, forderte Ramalho. „Mit dieser Wucht nach vorne, mit dieser Intensität, mit diesem Siegeswillen. Dann bin ich sicher, dass wir ein super Spiel machen können.“

Die ehrwürdige Anfield Road ist freilich eine wahre Europacup-Festung. Real Madrid (0:3) war im September 2016 das bisher letzte Team, das einen Sieg in Liverpool erringen konnte, seitdem ist man in 22 Partien bei sechs Remis ungeschlagen. Trainer Jürgen Klopp, der 2015 übernahm, hat auf europäischer Ebene überhaupt noch nie im 54.000er-Stadion verloren. Unter seiner Ägide konnten lediglich FC Bayern (2019/0:0), Porto (2018/0:0), der FC Sevilla (2017/2:2), Rubin Kazan (2015/1:1) und Sion (2015/1:1) zumindest einen Teilerfolg in Liverpool holen. Die jüngsten fünf CL-Gruppen­spiele hat Liverpool gewonnen und dabei 18 Tore erzielt.

So oder so hat die Euphorie auch Salzburgs Fans erfasst. Rund 3000 werden in England dabei sein, so viele wie noch nie in der Europacup­historie des Vereins. Der bisherige Rekord steht bei fast 2000, die das Team im März 2018 in Dortmund anfeuerten. Die Folge war historisch, das 2:1 der erste österreichische Europacupsieg in Deutschland (ohne DDR).

„Wenn wir alles geben, dann können wir auf jeden Fall stolz auf uns sein.“