Mit Medaillen kokettieren

Sport / 01.10.2019 • 21:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Österreich hat mit Ivona Dadic und Verena Preiner im Siebenkampf zwei heiße Edelmetalleisen.gepa
Österreich hat mit Ivona Dadic und Verena Preiner im Siebenkampf zwei heiße Edelmetalleisen.gepa

Verena Preiner und Ivona Dadic greifen im Siebenkampf das WM-Podium an.

Doha In der Rolle des Jägers fühlt sich ÖLV-Rekordlerin Preiner wohl. Sie will nach der „Wahnsinnsleistung“ von Weißhaidinger eine Extraportion Motivation mit in ihren Bewerb nehmen. In Ratingen hatte sie sich dank sechs persönlicher Bestleistungen den ÖLV-Rekord mit 6591 Punkten geschnappt. „Das war kein perfekter Mehrkampf, der Weitsprung hat schlecht funktioniert, bei den Hürden war der Start nicht optimal. Ich bin nun in einer besseren Form“, lässt sie aufhorchen. „Für Bestleistungen braucht es aber viele Faktoren. Aber an der Form wird es nicht liegen“, erklärte Trainer Wolfgang Adler.

Hellwach um Mitternacht

Den Tagesrhythmus hat man im Training ein bisschen nach hinten verlegt, zumal es in Doha am ersten Tag erst um 17.05 Uhr Ortszeit (16.05 MESZ) losgeht, der letzte Bewerb ist für 21.50 (20.50) angesetzt. Am Donnerstag zieht es sich von 18.15 (17.15) bis 00.05 (23.05), wenn der 800-m-Lauf gestartet wird. „Es ist nicht normal, wenn man den 800er um Mitternacht rennt, da muss man den Körper dran gewöhnen, dass man hellwach ist“, sagte Preiner.

Die Kompaktheit des Programms – ähnlich wie in Götzis, nur später am Tag – gefällt den Athletinnen aber. Sonst geht es bei Großen Meisterschaften oft an beiden Tagen mit viel zu langen Pausen von früh bis spät durch. Erstmals übrigens werden Königin und König der Leichtathletik am selben Tag gekrönt, der Zehnkampf der Männer findet parallel zum Siebenkampf statt.

Preiner glaubt, dass es 6650 bis 6700 Punkte für eine Medaille brauchen wird. „Es kann passieren, dass man mit einem Top-Mehrkampf trotzdem keine Medaille macht“, sagte Adler, der bei seiner Athletin das größte Steigerungspotenzial mit der Kugel und im Weitsprung sieht. Dass sie als Rekordlerin in den Bewerb gehe, ändere nichts an der Aufgabe. „Ich habe mich in Ratingen toll verkauft. Aber ich muss meine Leistung bringen, da hilft der Rekord nicht mehr recht viel. Aber es ist immer super, wenn zwei Österreicherinnen dabei sind. Schon allein im Callroom zum Unterhalten, oder wenn man ein Stück Tape oder ein Taschentuch braucht“, meinte Preiner. Sie wisse aber, dass Ivi (Dadic/Anm.) in Topform sein werde. „Aber ich auch.“

Dadic hat die ganze Konzentration auf die WM gelegt, in Ratingen war sie aus dem Training heraus angetreten und auf 6461 Punkte gekommen. Speziell für einen Mitternachtslauf hat sie nicht trainiert. „Ich kann generell recht lange aufbleiben und recht lange schlafen. Für mich ist das optimal. Der Zeitplan ist es auch, diese unnötigen sieben Stunden Pause, die wir sonst haben, brauchen wir nicht.“

Die Form stimmt

Gemeinsam mit Haupttrainer Philipp Unfried war sie schon ein paar Tage früher nach Doha gereist, sie wollte sich an die Hitze gewöhnen. Im Stadion allerdings werden die Temperaturen dank Kühlung erträglich sein. Dadic fühlt sich in Form für eine neue Bestleistung. „Wenn ich meine Leistungen bringe, ergibt sich eine ordentliche Punktezahl. Ich bin top vorbereitet, dass ich am Tag X abliefern kann.“

Auch ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler sieht in Doha die Chance auf eine weitere Medaille. „Ich glaube, wir haben noch sehr, sehr schöne Tage vor uns. Wir haben zwei ganz starke Mädchen. Ich möchte ihnen keinen Druck machen, aber die sind gut drauf, liegen auf guten Positionen. Wir vertrauen ihnen. Die Medaille von Luki beflügelt sie sicher auch, sie sehen, dass es geht.“

„Wenn ich meine Leistungen bringen kann, ergibt sich eine ordentliche Punktezahl.“