Für die Turner geht es um die Tokio-Tickets

Sport / 02.10.2019 • 20:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Elisa Hämmerle kann bei der WM in Stuttgart eine Fahrkarte für die Sommerspiele lösen. „Ich möchte mich vom Olympia-Hype aber nicht zu sehr unter Druck setzen lassen.“ÖTV
Elisa Hämmerle kann bei der WM in Stuttgart eine Fahrkarte für die Sommerspiele lösen. „Ich möchte mich vom Olympia-Hype aber nicht zu sehr unter Druck setzen lassen.“ÖTV

Hämmerle, Männersdorfer und Schwab im WM-Einsatz.

Stuttgart Für Österreichs Turn-Nationalteam geht es bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart um die Olympia-Fahrkarten. Mit Elisa Hämmerle, Marlies Männersdorfer und Matthias Schwab stellt Vorarlberg die Hälfte des österreichischen Aufgebots, dem noch Jasmin Mader (T), Alexander Benda (St) und Vinzenz Höck (St) angehören. Bei der WM ab morgen (bis 13. Oktober) werden in allen 14 olympischen Bewerben – je zweimal Team und Einzelmehrkampf und zehn Einzelgeräten – die WM-Titel vergeben.

Österreichs Asse trainieren bereits seit dem vergangenen Wochenende vor Ort. Das Hauptziel bei der WM: Je ein maximal möglicher Olympia-Mehrkampf-Quotenplatz bei den Frauen wie Männern. „Ich habe in den letzten Monaten hart an der Ausführung und Präzision meiner Übungen gearbeitet“, erzählt Elisa Hämmerle. „Jetzt hoffe ich, dass sich das bezahlt macht. Ich versuche allerdings, mich vom Olympia-Hype nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen. Der größere Druck kommt, glaube ich, von meinen eigenen Erwartungen, auch, weil man mir die österreichische Favoritenrolle zuschreibt.“ Sportdirektorin Eva Pöttschacher: „Bis jetzt läuft es hier ausgezeichnet. Unsere drei Turnerinnen sind optimal vorbereitet und arbeiten jetzt an den letzten Kleinigkeiten.“

Die Damen beginnen

Für die Damen geht es bereits morgen los, Hämmerle, Männersdorfer und Mader wurden in die vierte von zwölf Subdivisionen gelost und absolvieren von 15.30 bis 17.30 Uhr ihren WM-Wettkampf. Die endgültigen Platzierungen werden allerdings erst tags darauf nach Abschluss des Auftritts aller Turnerinnen feststehen.

Das gegenüber Rio 2016 veränderte Olympia-Qualifikations-Reglement ist noch komplizierter geworden. Die Hälfte der je 98 Tokio-Tickets bei Frauen wie Männern geht an die besten zwölf Teams. Aus diesem Rennen ist Österreich bereits bei der WM 2018 ausgeschieden. Von der verbleibenden anderen Hälfte werden bei der WM zwölf bei den Männern und 20 bei den Frauen, dabei maximal einer pro Land, fix an die besten Mehrkämpfer/innen vergeben. Auf diese Mehrkampf-Quotenplätze – bei den Frauen die Addition aller vier Gerätewertungen, bei den Männern aller sechs Geräte – richtet sich der Fokus des ÖFT. Doch da das Rennen um die Olympiatickets nach verschiedenen weiteren Kriterien bis in den Mai 2020 und teilweise rückbezüglich läuft, könnte auch erst dann feststehen, ob eine WM-Leistung 2019 für das Startrecht in Tokio 2020 gereicht hat.