Heiß auf den Fröschle-Marathon

Sport / 02.10.2019 • 12:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Anita Giesinger, Organisatorin des Kindermarathons, freut sich mit den Kleinen auf den Lauf. VN/PAULITSCH

Kindergartenkinder trainierten für das große Ereignis am Samstag.

Bregenz „Wer hat schon einmal beim Kindermarathon mitgemacht?“, fragt Anita Giesinger in die Runde. „Ich“, tönt es vielstimmig aus kleinen Kehlen, während gleichzeitig dünne Ärmchen wie Pfeile in die Höhe schießen. Gebannt hängen die Mädchen und Buben an den Lippen der jungen Frau, die ihnen erklärt, warum sie an diesem sonnigen Dienstagvormittag im Fußballstadion statt im Kindergarten sind. Es gilt, die jüngsten Teilnehmer auf die Laufveranstaltung am kommenden Samstag vorzubereiten, und trainiert wird natürlich auch ein bisschen, spielerisch, versteht sich. Vor allem aber sollen die Kleinen die Scheu vor der großen Arena und dem Rummel, der dort beim Fröschle-Marathon zu erwarten ist, verlieren. Immerhin wurden von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen gut 2000 Teilnehmer gemeldet. Am Probetraining nahmen 120 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren teil. Die Begeisterung stand ihnen buchstäblich ins Gesicht geschrieben.

Gemütlich und mit Vollgas

Im vergangenen Jahr wurde das Probetraining zum ersten Mal angeboten. „Wir möchten Kindern die Hemmschwelle nehmen. Dann haben sie viel mehr Freude am Laufen“, erklärt Dieter Heidegger vom OK-Team des 3-Länder-Marathons, in dessen Vorfeld sich der Fröschle-Marathon etabliert hat. Für die Ausrichtung sorgt die Initiative „Vorarlberg bewegt“. Anita Giesinger instruiert ihr Team und teilt die Kindergruppen zu. Zuerst gemütlich einlaufen – die Jüngsten sollen ein Gefühl dafür bekommen, wie lang 400 Meter sind – danach kleine Geschicklichkeitsübungen und zum Abschluss noch eine Vollgasrunde. Nach diesen Ausführungen sind die Mädchen und Buben kaum noch zu bändigen. Sie wollen laufen, springen und hüpfen. Auch kleine Missgeschicke bringen sie nicht aus dem Konzept. Aufstehen und weiter lautet die Devise. Dabei erfüllt fröhliches Lachen das Stadionoval.

Gemeinschaftsleistung

Maria und ihre Kolleginnen von der Kinderbetreuung „Fidibus“ feuern ihre Gruppe an. „Wir waren schon öfter beim Kindermarathon“, erzählt Maria, während sie ein Kind nach dem anderen abklatscht, das durch den Parcours aus bunten Ringen und Hütchen flitzt. Die Kinder zur Bewegung zu motivieren ist ihr ein Anliegen. „Deshalb machen wir gerne mit.“ Das Antreten beim Fröschle-Marathon soll jedoch als Gemeinschaftsleistung gesehen werden. „Wir gehen zusammen durchs Ziel“, haben die Kindergartenpädagoginnen sich und ihren Schützlingen auf die Fahnen geschrieben. Alle freuen sich schon heute auf den großen Tag, der mit Sicherheit wieder leuchtende Kinderaugen und stolze Eltern bringen wird. „Und eine Gaudi ist es außerdem“, merkt Maria noch an.

Erfahrungen gesammelt

Unterstützung erhält das „Vorarlberg bewegt“-Team von Laura und Marisa. Die Schülerinnen der HAK Bregenz haben den Kindermarathon zu ihrem Maturaprojekt gemacht und dabei einiges bewirkt. „Wir konnten eine Schule zum Mitmachen motivieren“, berichtet Laura. Das sei zwar etwas mühsam gewesen, weil die Teilnahme einen zusätzlichen Aufwand für Schüler und Lehrer bedeute, aber letztlich konnte die 2b des Privatgymnasiums Riedenburg doch überzeugt werden. Mit dem Wolfurter Unternehmen Meusburger zogen die umtriebigen Mädchen sogar einen Sponsor an Land. „Dass die Firma zugesagt hat, freut uns besonders“, sagen Laura und Marisa noch einmal danke. Was sie aus ihren Recherchen zu Marketing und Sponsoring gelernt haben, wird in die Diplomarbeit einfließen. Und dann? „Können wir unsere Erfahrungen hoffentlich fürs Arbeitsleben brauchen“, denken die jungen Damen schon ein Stückchen weiter. Die Kindergartenkinder tollen derweil über die Tartanbahn. Leistung? Spielt keine Rolle. Zeit? Spielt keine Rolle. Für sie zählt der Spaß, und der ist ihnen am Samstag gewiss, ebenso wie eine Medaille. Auf die sind sie alle erpicht.