Liensberger: Warten auf eine Antwort

Sport / 02.10.2019 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In die Hocke geht Katharina Liensberger momentan nur für die Fotografen, auf die Piste darf die Skirennläuferin nach dem Wechsel der Skimarke und Problemen mit den Skischuhen aufgrund einer Skipoolentscheidung nicht.klp

Katharina Liensberger reiste ohne Skitraining aus Sölden ab, Lösung mit dem Schuh ist beim Skipool deponiert.

Schwarzach Schlechtes Wetter in Sölden, das ÖSV-Damenteam brach die Zelte am Gletscher gestern frühzeitig ab. Auch Katharina Liensberger, der wegen des ungelösten Schuhproblems die Teilnahme am Schneetraining verwehrt wurde. Während der Rest der Mannschaft offenbar ins Pitztal wechselt, muss Vorarlbergs Sportlerin des Jahres vorerst eine Pause einlegen. Die Teilnahme am Skitraining wird ihr vom ÖSV erst wieder gestattet, wenn sie Skipool-konformes Material vorweisen kann. „Es ist schon schade, dass sie nicht mit uns trainieren kann. Aber das sind Vertragssachen, die zuerst gelöst gehören“, erklärte ÖSV-Trainer Johannes Zöchling.

Schuhausrüster möchte testen

Ein fehlender Ausrüstervertrag für die Skischuhe ist immer noch der Diskussionspunkt zwischen Liensberger und dem Austria Skipool. Die 22-Jährige hat nun mit Dalbello eine neue Vereinbarung beim Skipool deponiert. Eine Antwort ist ausständig, der noch in Übersee weilende ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hat sich das letzte Wort auserbeten.
Aktuell beharrt der Skiverband darauf, dass Liensberger nur mit ihrem alten Ausrüster Rossignol zu einem Training zugelassen ist und damit auch bei den Rennen startberechtigt wäre. Möglicherweise würde man dann allerdings gegen die eigenen Skipool-Statuten verstoßen, denn die Göfnerin steht mit Rossignol in keinem Vertragsverhältnis.
Dalbello würde mit Liensberger mit dem neuen Schuh in eine intensive Testphase gehen. Der Skiverband hatte offenbar als Termin, bei dem dem neuen Material die Renntauglichkeit bescheinigt werden soll, den 18. Oktober fixiert.

Ein Machtwort

Walter Hlebayna, Präsident des Vorarlberger Skiverbandes, hat sich mit Vertretern von Skiausrüster Kästle getroffen, die Lage sondiert. „Es gibt eigentlich nichts Neues. Ich kenne die Geschichte aus der Sicht von Liensberger, habe auch einige Infos vom österreichischen Skiverband. Man wird wohl abwarten müssen, bis Präsident Schröcksnadel ein Machtwort spricht.“ Seine Anregung? „Miteinander reden.“
Bei Kästle ist man um eine amikale Lösung bemüht. „Es besteht mit allen Beteiligten intensiver Kontakt“, führt Geschäftsführer Clemens Tinzl aus. „Unsere Korrespondenz zu diesem Fall ist eindeutig. Wir warten auf die Freigabe des neuen Schuhmaterials und würden es liebend gerne sehen, wenn Katharina Liensberger so schnell wie möglich wieder testen und trainieren kann.“ Dem Skihersteller sind Turbulenzen dieser Art nicht fremd. 1956, vor den Olympischen Spielen in Cortina d‘Ampezzo, wollte Toni Sailer von Kneissl zu Kästle wechseln. Der Aufruhr beim Skiverband war groß, der Kompromiss lautete wie folgt: Sailer muss in der Abfahrt auf Kneissl fahren, für die restlichen Disziplinen ist Kästle genehm. Mit dem Vorarlberger Produkt gab es dann zwei Goldene.