Neun Bundesländer, neun Marathons

Sport / 03.10.2019 • 18:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Markus Sauer, im Bild beim Salzburg-Marathon, will zeigen, dass eine Krankheit wie Diabetes keine Ausrede ist, um sportlich aktiv zu sein.privat/2
Markus Sauer, im Bild beim Salzburg-Marathon, will zeigen, dass eine Krankheit wie Diabetes keine Ausrede ist, um sportlich aktiv zu sein.privat/2

Markus Sauer aus Graz läuft trotz Diabetes Typ 1, was das Zeug hält.

Graz, bregenz Sport gehörte für Markus Sauer (28) immer schon zum Leben. Er spielte Eishockey und zog sich gerne die Laufschuhe an. Einen Marathon hatte der junge Grazer in den Beinen. Inzwischen ist diese Zahl auf sieben angewachsen. Der achte Streich folgt am kommenden Sonntag beim 3-Länder-Marathon. Zwei Wochen später noch der Graz-Marathon und Markus Sauer kann sein Vorhaben, nämlich innerhalb eines Jahres neun Marathons in neun Bundesländern zu absolvieren, erfolgreich beenden. Das Besondere an dieser Leistung: Sauer wurde 2015 mit der Diagnose Diabetes Typ 1 konfrontiert. Seitdem muss er sich regelmäßig Insulin spritzen. Vom Sport lässt er sich trotzdem nicht abhalten. „Ich möchte zeigen, dass Diabetes kein Hindernis ist“, erklärt Sauer im VN-Gespräch. Für den 3-Länder-Marathon hat sich der ambitionierte Läufer viel vorgenommen. Er möchte wieder einmal unter vier Stunden ins Ziel kommen.

Zu viel auf einmal gewollt

Die Diagnose warf Markus Sauer nicht aus der Bahn. Vier Monate später versuchte er sich schon an einem Marathon. Doch die Sache lief schief. „Ich kam bis Kilometer 34, dann wurde mir schwindlig und schlecht“, erzählt er. Vermutlich habe er zu viel auf einmal gewollt, sinniert Sauer selbstkritisch. Im vergangenen Jahr entstand dann die Idee mit den neun Marathons in neun Bundesländern. Zu der Zeit nahm Markus Sauer in der Diabetes-Ambulanz der Uniklinik Graz an einer Studie teil, in deren Rahmen ein neues Insulin-Präparat getestet wurde. Er bekam einen auf ihn zugeschnittenen Trainingsplan und legte los. Sauer arbeitete vor allem im Bereich der Grundlagenausdauer. „Es geht in erster Linie darum, die Distanz zu schaffen“, nennt er den wichtigsten Grund. Ganz aus den Augen will er aber auch die Zeit nicht verlieren.

Das Abenteuer „9 Bundesländer – 9 Marathons“ begann am 7. April in Wien. Unterstützung für das Projekt kam von der Österreichischen Diabetes Gesellschaft. Sie übernahm die Startgelder und sponserte die Laufschuhe. In Wien erreichte Markus Sauer eine Zeit von 3:50 Stunden, in Linz kam er nach 3:30 Stunden ins Ziel. Den Bergmarathon in Innsbruck bewältigte der Techniker in 4:45 Stunden, jener in Salzburg schlug mit 4:05 Stunden zu Buche. Es folgten der Ötscher-Marathon in Niederösterreich (6:38), der Kärnten-Marathon (4:03) sowie der Burgenland-Marathon (4:23). Jetzt ist Markus Sauer bereit für den Sparkasse-3-Länder-Marathon. „Die Füße sind jedenfalls fit“, schmunzelt er. Aber nicht nur die. Er fühle sich gesünder, fitter und der Blutzuckerspiegel sei ebenfalls stabiler geworden, seit er intensiv Sport betreibe.

Markus Sauer verfügt über eine Insulinpumpe, über die er bei Bedarf die nötige Menge des Hormons zuführt. Während eines Marathons läuft sie permanent, allerdings auf niedrigem Niveau. Per Handy kontrolliert er alle zehn Minuten den Blutzuckerspiegel, um schnell reagieren zu können. Die Konzentration beim Laufen beeinträchtige das nicht. Gleiches gilt für seine Ambitionen. Zwei Wochen nach Bregenz steht der Graz-Marathon an. „Da habe ich Heimvorteil“, sagt er lachend. 2020 kommt außerdem der Iron-Man nach Graz. Da könnte sich Markus Sauer ebenfalls einen Start vorstellen. Sein ganz großes Ziel ist es aber, die 42,195 Kilometer unter drei Stunden zu laufen, egal wo.

Zwei Jubiläen

Gleich zwei Jubiläen kann Stefan König aus Limburgerhof im Rhein-Neckar-Gebiet beim 3-Länder-Marathon feiern. Zum einen wird er 50, zum anderen läuft er am Sonntag seinen 50. Marathon. Dafür hat er sich sein Laufshirt mit allen Marathons inklusive Datum bedrucken lassen.

„Ich möchte zeigen, dass Diabetes kein Hindernis ist. Es geht darum, die Distanz zu schaffen.“