50-km-WM als „Aufwärmrunde“

Sport / 04.10.2019 • 22:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rennleiter Günter Ernst (2. v. r.) mit Sandra Urach, Patrik Wägeli und Yvonne van Vlerken (von links).adam
Rennleiter Günter Ernst (2. v. r.) mit Sandra Urach, Patrik Wägeli und Yvonne van Vlerken (von links).adam

Vorjahressiegerin Sandra Urach bereit für die Titelverteidigung beim Sparkasse-3-Länder-Marathon.

Bregenz, lindau Vor gut einem Monat pulverisierte sie noch die österreichische Bestmarke über die 50-km-Distanz und holte bei der Weltmeisterschaft Platz acht. Schon am Sonntag aber wartet der Saisonhöhepunkt auf Sandra Urach. Beim Sparkasse-3-Länder-Marathon startet die 43-jährige Vorarlbergerin das Unterfangen Titelverteidigung. „Ich bin bereit“, sagt sie und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Die WM war quasi das Aufwärmen.“ Für Sonntag jedenfalls hat sich die in Andelsbuch geborene Läuferin einiges vorgenommen, weil „ich 50 km bei der WM trotz der Hitze schnell aus den Beinen hatte“, „weil ich mich riesig auf die Heimstrecke freue“ und weil „ich denke, dass die Konkurrenz heuer sehr groß ist“. Dennoch will Urach nicht auf ihre Gegnerinnen schauen, sondern bei sich bleiben. Am Ende soll dann eine neue persönliche Bestzeit (Anm. d. Red.: derzeit bei 2:45:24 Stunden, erzielt 2017 beim 3-Länder-Marathon) stehen, alles andere werde sich während des Rennens weisen. „Ich muss auf mein Tempo schauen, den Fokus bei mir lassen“, sagt sie und wirkt zwei Tage vor dem Start irgendwie entspannt, locker und dennoch überzeugend.

Es gibt immer ein erstes Mal

Gespannt darf man auf das Antreten von Yvonne van Vlerken sein. Erst vor Kurzem noch gewann die 40-Jährige in ihrer Heimat Niederlande mit dem EM-Titel im Langdistanz-Triathlon (Anm. d. Red.: 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,915 km Laufen), nun wagt sie sich in ihrer Wahlheimat Vorarlberg an den 3-Länder-Marathon. „Es ist erst mein zweiter Einzelmarathon“, sprudelt es aus ihr heraus. Deshalb sei sie gespannt, wie sie das Tempo der Marathonläuferinnen mithalten könne. Nur in einem Beisatz erwähnt die in Schwarzach sesshafte Triathletin, dass sie ihre Karriere auf der Langstrecke nun beendet habe und dass sie bei ihrem ersten Einzelmarathon – im April in Leipzig – in 2:47:30 Stunden gleich als Siegerin über die Ziellinie gelaufen war. „Ich lasse mich überraschen“, meint sie mit Blickrichtung Sonntag. „Ich kann ja mal schauen, was Sandra macht . . .“ Allerdings, so schränkt Van Vlerken ein, sei das Tempo doch ein anderes. „Beim Triathlon sind es halt Zeiten von über drei Stunden.“

Große Vorfreude

Rennleiter Günter Ernst ist die Vorfreude auf das vielleicht bevorstehende Ländle-Duell im Kampf um den Sieg ins Gesicht geschrieben. „Wir dürfen uns freuen“, meint der 48-Jährige. Dass er allerdings auch weitere Namen von Sieganwärterinnen auf der Liste hat, ist dem Umstand geschuldet, dass wie im Vorjahr die Schweizer Meisterschaften ausgetragen werden. So traut er Natascha Baer, zuletzt Fünfte beim Jungfraumarathon, bei ihrem klassischen Marathon-Debüt auch eine Zeit um 2:48 Stunden zu.

„Es ist immer etwas ganz Besonderes, vor heimischer Kulisse starten zu können.“