HC Hard schrammt knapp an Sensation vorbei

Sport / 05.10.2019 • 22:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Boris Zivkovic und seine Kollegen vom HC Hard stemmten sich gegen das dänische Topteam Skjern mit allem dagegen. GEPA
Boris Zivkovic und seine Kollegen vom HC Hard stemmten sich gegen das dänische Topteam Skjern mit allem dagegen. GEPA

Die roten Teufel verlieren im EHF-Cup gegen Topteam Skjern zuhause ganz knapp mit 25:26.

Hard Im Hinspiel der zweiten EHF-Cup-Qualifikationsrunde unterlag der arg ersatzgeschwächte ALPLA HC Hard dem mit Weltklasse-Handballern wie Bjarte Myrhol, Thomas Mogensen oder Anders Eggert gespickte Team von Skjern Handbold nur ganz knapp mit 25:26 (10:12. Die Roten Teufel vom Bodensee boten den Dänen 60 Minuten Paroli. Der heimische Vizemeister gab gegen die Dänen Dominik Schmid, Luca Raschle und Nejc Zmavc verletzungsbedingt vor. Dafür war nach längere Pause Spielmacher Gerald Zeiner wieder mit von der Partie.

Nach 107 Sekunden erzielte Ivan Horvat (5 Tore) das 1:0 für die Hausherren. Und als Goalie Golub Doknic einen Konter von Bjarte Myrhol entschärfte, kochte die mit 2000 Zuschauern gefüllte Sporthalle am See. Denn die Truppe von Cheftrainer Klaus Gärtner zeigte überhaupt keinen Respekt vom übermächtigen Gegner und bot ein Duell auf Augenhöhe (3:3/10. Minute). Kurz darauf setzten sich die Wikinger, erstmals mit drei Toren ab. Skjern stand unheimlich kompakt und robust in der Deckung und hatte mit den Norweger Robin Haug, der bei der letzten U20-EM zum besten Torhüter gekürt wurde, einen überragenden Rückhalt.

Duell der Torhüter

Aber auch Golub Doknic, der „Hexer“ im Harder Tor, wuchs über sich hinaus und zog den abgezockten Werfern der Skandinavier das ein und andere Mal den Nerv. Das in Bestbesetzung spielende Team aus Skjern zündete eine geballte Ladung Danish Dynamite, doch die Roten Teufel ließen sich nicht abschütteln (6:8/22. Minute). Mit einem 10:13-Rückstand verabschiedeten sich die aufopferungsvoll kämpfenden Vorarlberger nach 30 Minuten in die Kabinen.

„Wir haben im Angriff lange gebraucht, um in unser Spiel zu kommen. Wir haben super gekämpft. Ein Riesenkompliment an die Mannschaft“

Klaus Gärtner, Trainer HC Hard

Nach dem Wiederanpfiff stemmten sich die Hausherren mit aller Macht gegen das Topteam aus Dänemark und blieben auf Tuchfühlung dran (14:16./40.). Der eingewechselte Goalie Thomas Hurich entschärfte einen Strafwurf von Bundesliga-Torschützenkönig Anders Eggert und Geburtstagskind Tine Poklar (29) glückte im Gegenzug der Anschlusstreffer zum 15:16 (42.). In der Folge eine fragwürdige Phase der Unparteiischen, deren Entscheidungen minutenlang für Unruhe an der Seitenlinie sorgten. Die eiskalten Dänen nutzten die Gunst der Stunde und zogen zum Teil in doppelter Überzahl spielentscheidend auf 17:21 (50.) weg.

„Golub Doknic hat uns heute das Leben schwer gemacht. Der Harder Torwart hat überragend gehalten. Wir waren schon vier Tore weg, aber Hard ist noch einmal herangekommen. Das war erst die erste Halbzeit. Die Zweite folgt am Samstag zuhause“

Patrekur Johannesson, Trainer Skjern

Rote Teufel konnten Sensation schon riechen

Die Roten Teufel vom Bodensee warfen jedoch noch einmal alles in die Waagschale. Zwei Minuten vor dem Ende gelang Boris Zivkovic (6 Tore) das 23:25. Und 70 Sekunden vor der Schlusssirene traf der erst 19-jährige Lenny Fetz zum viel umjubelten 24:25-Anschlusstreffer. Es roch nach einer Sensation. Die Sporthalle am See stand Kopf. Der HC Hard hielt 60 Minuten voll dagegen, musste sich am Ende aber der übermächtigen internationalen Erfahrung der Wikinger nur ganz knapp mit 25:26 beugen.

Handball

EHF-Cup, 2. Qualifikatiosnrunde, Hinspiel

ALPLA HC Hard – Skjern Handbold (DEN) 25:26 (10:13)

Sporthalle am See, 2000 Zuschauer, SR Ivanovic/Vujicic (MNE), EHF-Delegierter Nagel (SUI).

Tore: Zivkovic 6, Horvat 5, Poklar 3, Zeiner 3/1, Wurst 2, Manuel Schmid 2, Schweighofer 1, Hermann 1, Fetz 1, Weber 1 bzw. Eggert 9/6, Rasmussen 5, Elvar 4, Konradsson 3, Tangen 3, Myrhol 2.

Rote Karte: Schweighofer (32./dritte Zeitstrafe/Hard)