Guter Boden für die lauffreudigen Gäste aus der Schweiz

Sport / 06.10.2019 • 22:14 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

Mit mehr als 400 Teilnehmern stellten die Eidgenossen eine starke Gruppe,
aber nicht alle Vorhaben ließen sich in die Tat umsetzen.

Bregenz Bereits zum zweiten Mal ermittelten die Schweizer Läufer beim 3-Länder-Marathon ihre Landesmeister. Mehr als 400 Eidgenossen ritterten um die begehrten Titel. Einer, nämlich Patrik Wägeli, war in besonderer Mission an den Bodensee gekommen. Im vergangenen Jahr setzte der junge Landwirt aus der Nähe von Frauenfeld beim Viertelmarathon eine Duftmarke. Mit 33:43 Minuten hat er die Bestzeit aus dem Jahr 2017 geradezu pulverisiert. Diesmal hatte er Größeres vor. Wägeli wollte nicht nur den Marathon-Sieg, sondern sich auch noch das Olympiaticket für Tokio 2020 erlaufen.

Zu viel gewollt

Mit dem Sieg klappte es, mit dem Olympiaticket allerdings nicht. Der sympathische Blondschopf blieb mit 2:17:51 Stunden auch unter seiner in St. Moritz aufgestellten Bestleistung (2:15:22). „Ich bin das Rennen zu schnell angegangen“, resümierte Patrik Wägeli nach Ende des Laufes selbstkritisch. Das Wetter beeinflusste seinen Lauf nicht. Es sei zwar teilweise sehr windig gewesen, aber ansonsten super. Ständig an seiner Seite lief der Kenianer Charles Juma Ndiema. Er fungierte als eine Art Pacemaker für Wägeli. „Er hat das sehr sehr gut gemacht.“ Die beiden liefen von Anfang an ein hohes Tempo. Der Dritte im Bunde, Erik Rüttimann, ein Landsmann von Wägeli, musste diesen und Ndiema kurz vor dem Übertritt in die Shweiz ziehen lassen. Einmal abgeklatscht, dann zog sich Rüttimann zurück. Das Duo lief weiter, zuweilen im Gleichschritt, zuweilen hintereinander, aber meistens mit dem Kenianer an der Spitze. Kurz vor dem Zieleinlauf sah das Publikum schließlich den Schweizer voran, allerdings mit denkbar knappem Abstand. Unter Aufbietung aller Kräfte lief Patrik Wägeli schließlich zum Sieg. Im Ziel fiel er erschöpft auf die Bahn. Er brauchte einige Zeit zur Regeneration. „Die letzten zwölf Kilometer waren extrem hart“, räumte Wägeli ein. Dass er das Olympiaticket verpasste, trug der Frauenfelder gelassen. „Im kommenden Frühjahr gibt es noch eine Chance.“ Da will er neuerlich angreifen und die Chance nutzen. Vom Sparkasse-3-Länder-Marathon bleiben Patrik Wägeli der Schweizer Meister und viele gute Eindrücke. „Es ist ein tolles Gefühl, hier gewonnen zu haben.“

Gut 30 Kilometer sollte Ndiema Wägeli zu dessen angepeiltem Rekord „treiben“, doch bei der 30-km-Marke war der Schweizer mit seinen Kräften bereits am Ende. „Ich habe mir gedacht, dann laufe ich einfach weiter“, erzielte Ndiema danach im Ziel. Locker absolvierte der Afrikaner seinen ersten Marathon, schien am Ende sogar mehr Kräfte zu besitzen. Doch auf der Ziellinie überließ Ndiame gentlemanlike den Sieg.

Hoffen auf mehr Hobbyläufer

Die Eidgenossen nahmen aber noch mehr Titel mit nach Hause. Im Viertelmarathon durfte sich Sabine Hauswirth über den Sieg freuen, den Halbmarathon holte sich Nando Baumann vor seinem Landsmann Janis Gächter. Dieter Heidegger vom OK-Team des größten Laufevents am Bodensee zeigte sich mit der Abordnung der Schweizer zufrieden. „Das ist positiv für die Veranstaltung“, hoffen die Organisatoren, damit in den kommenden Jahren auch mehr Hobbyläufer aus dem Land des Mitveranstalters anlocken zu können.

„Ein tolles Gefühl, hier gewonnen zu haben. Im Frühjahr habe ich noch eine Chance.“

Jubelten nach ihrem Sieg im Viertelmarathon, Sabine Hauswirth und Leon Pauger.
Jubelten nach ihrem Sieg im Viertelmarathon, Sabine Hauswirth und Leon Pauger.
Michelé Gantner gewann den Halbmarathon.
Michelé Gantner gewann den Halbmarathon.
Zeigte ihr Talent: Anna-Sophie Meusburger.
Zeigte ihr Talent: Anna-Sophie Meusburger.
Halbmarathon-Sieger Nando Baumann.
Halbmarathon-Sieger Nando Baumann.
Pacemaker Charles Jumo Ndiema kümmerte sich nach dem Zieleinlauf um den völlig ausgepumpten Patrik Wägeli, der sich den Schweizer Meistertitel holte.
Pacemaker Charles Jumo Ndiema kümmerte sich nach dem Zieleinlauf um den völlig ausgepumpten Patrik Wägeli, der sich den Schweizer Meistertitel holte.

Marathon 2019

13. Sparkasse-3-Länder-Marathon 2019

Distanz:  42,195 km

Frauen, Top 15

 1. Sandra Urach AUT 2:42:33

 2. Natascha Baer SUI 2:52:27

 3. Nina Meier SUI 2:58:19

 4. Nina Gao Jie CHN 3:06:13

 5. Tamara Kamm SUI 3:06:35

 6. Petra Frieden SUI 3:08:05

 7. Katrin Vogler GER 3:09:11

 8. Heather-Lynn Walden RSA 3:11:51

 9. Kathleen Svensek GER 3:14:59

10. Andrea Bade GER 3:16:52

11. Carolin Schmidt GER 3:17:08

12. Lilith McGhee SUI 3:19:16

13. Eva-Maria Schmitt GER 3:21:07

14. Ulrike Treff GER 3:21:53

15. Astrid Nelsen GER 3:22:04

Herren, Top 15

 1. Patrik Wägeli SUI 2:17:51

 2. Charles Juma Ndiema KEN 2:17:51

 3. Lukas Stähli SUI 2:23:38

 4. Toroitich Isaac Kosgei KEN 2:24:51

 5. Michael Marantelli AUS 2:24:53

 6. Mathias Nüesch SUI 2:25:27

 7. Elias Gemperli SUI 2:25:53

 8. Timon Amstutz SUI 2:28:39

 9. Luca Castiglioni SUI 2:33:30

10. Daniel Schneider AUT 2:34:26

11. Christian Brader GER 2:34:51

12. Patrick Spettel AUT 2:34:54

13. Pascal Bucher SUI 2:36:09

14. Ismael Albertin SUI 2:36:33

15. Michael Eggenberger SUI 2:37:02

Skinfit-Halbmarathon 2019

Distanz:  21,0975 km

Frauen, Top 10

 1. Michèle Gantner SUI 1:15:46

 2. Ramona Niederreuther GER 1:23:07

 3. Barbara Schaer SUI 1:24:43

 4. Stephanie Wunderle GER 1:26:54

 5. Kathrin Schichtl GER 1:28:29

 6. Monica Carl GER 1:29:11

 7. Margrit Elfers GER 1:30:32

 8. Elisabeth Mayer AUT 1:31:19

 9. Verena Bröstl GER 1:31:37

10. Patrizia Sigrist SUI 1:32:10

Herren, Top 10

 1. Nando Baumann SUI 1:09:55

 2. Janis Gächter SUI 1:11:31

 3. Fabian Löffler GER 1:13:25

 4. Samuel Kolb SUI 1:14:21

 5. Alexander Heim GER 1:14:56

 6. Michael Walter GER 1:15:27

 7. Pete Maier GER 1:15:57

 8. Luis Fernando Barbosa BRA 1:15:58

 9. Robin Hanser GER 1:16:42

10. Andreas Jung GER 1:17:00

ImmoAgentur-Viertelmarathon 2019

Distanz:  10,9 km

Frauen, Top 8

 1. Vicky Röhrborn GER 1:02:45

 2. Steffi Fesenmeier GER 1:10:31

 3. Karin Oswald GER 1:10:32

 4. Yingying Zhou CHN 1:19:18

 5. Marlis Holzmann GER 1:23:24

 6. Renate Weiß GER 1:23:43

 7. Kathrin Ströhm GER 1:25:02

 8. Barbara Konzett AUT 1:26:42

Herren, Top 8

 1. Georg Ott GER 1:12:44

 2. Klemens Hölscher GER 1:22:04

 3. Horst Ihrig GER 1:24:01

 4. Manfred Ströhm GER 1:25:01

 5. Przemyslaw Mikolajczyk GER 1:25:04

 6. Gunnar Schallert AUT 1:25:29

 7. Paul Bressel GER 1:27:22

 8. Saenger GER 1:29:04