Ski alpin: Die Leut‘ zusammenbringen

Sport / 09.10.2019 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für den Weltcupstart in Sölden in zwei Wochen sieht es düster aus, Katharina Liensberger fehlt immer noch ein Schuhausrüster. gepa

Skigipfel von Liensberger mit Schröcksnadel als Lösung für das Skipool-Problem.

Schwarzach Die Standpunkte sind noch verhärtet, aber bis Freitag sollte in den Materialkonflikt zwischen Katharina Liensberger und dem Skipool Bewegung kommen. Dann steht die Einkleidungspräsentation des Austria Ski Teams im Europapark Salzburg auf dem Programm. Für Liensberger fällt um 15.45 Uhr der Vorhang – auf ein „Blind Date“ werden sich die Parteien wohl nicht einlassen. Gemäß Vertrag müsste Liensberger mit einem Kästle-Ski auftreten, der ÖSV besteht aber weiterhin auf einer Lösung mit Rossignol. Bei der Konferenz der Landesverbandspräsidenten in Saas-Fee war das Thema Liensberger nur kurz auf dem Tapet. „Ich möchte die Leut‘ zusammenbringen“, versucht VSV-Chef Walter Hlebayna vermittelnd einzuwirken. Er strebt ein Vier-Augen-Gespräch mit ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel an, „um einen gemeinsamen Termin zu finden“. Alexander Lotschak, Rennsportleiter bei Kästle und auch am Unternehmen beteiligt, ist in Sachen Material der Ansprechpartner für Liensberger. Der rechtliche Standpunkt ist für den Juristen „wasserdicht. Wir sind zuerst im Bereich nordisch in den Skipool eingestiegen. Dann haben wir kurzfristig angefragt, ob auch alpin möglich wäre. Es wurde ein Vertrag aufgesetzt, es gab dazu weder Auflagen noch Anfragen über das Engagement oder über Athleten.“ Lotschak ergänzt: „Kurz nach Vertragsabschluss wurde mit dem Skipool ergänzend klargestellt, dass uneingeschränkt Produkte, sofern sie dem Skipool angehören, verwendet werden dürfen.“ Lotschak sagt auch: „Skipool-Geschäftsführer Reinhold Zitz und ÖSV-Rennsportleiter Toni Giger haben sich sehr um Lösungen bemüht. Wie es der Teufel aber will, gab es immer wieder ein Hindernis.“ Wie zuletzt im Fall von Schuhhersteller Dalbello: „Die Firma, so hat es mir auch Renn- und Entwicklungsleiter Michael Mangold kommuniziert, will Katharina ausrüsten. Allerdings ist es für Sölden zu spät.“

Die Hände gebunden

Vom Tisch ist auf jeden Fall das Thema einer Fristverlängerung, um Liensbergers Ausrüsterproblem zu lösen. Nachdem Christian Poley, Vorstandsvorsitzender des Skipools, einem entsprechenden Verlängerungsantrag, von der Wirtschaftskammer eingebracht, die Legitimation abgesprochen hat, wird die WKÖ das Anliegen nicht weiterverfolgen: „Liensberger fehlt nach der Absage von Schuhhersteller Dalbello die materielle Grundlage“, sagt WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf. „Wir haben das Anliegen von Liensberger und Kästle mit dem Einfordern einer Nachfrist gerne unterstützt. Ohne Schuhausrüster sind uns aber die Hände gebunden.“