Sternstunden für das Stehaufmännchen

Sport / 09.10.2019 • 22:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ariane Rädler vertraut im kommenden Weltcupwinter wieder auf einen Mercedes aus dem Hause Schneider.ko
Ariane Rädler vertraut im kommenden Weltcupwinter wieder auf einen Mercedes aus dem Hause Schneider.ko

Ariane Rädler geht ohne Verletzungssorgen in die neue Skisaison.

Dornbirn Ariane Rädler macht einen erleichterten Eindruck. Nicht nur weil ihr Mercedes Schneider wieder ein Auto für die neue Skisaison zur Verfügung stellt. Die Rennläuferin aus Möggers nimmt sich auch sportlich Sternstunden vor. „Ich war den Sommer über endlich einmal verletzungsfrei, ohne gesundheitliche Sorgen, musste nicht aufpassen, hatte eine richtig gute Vorbereitung.“ Die 24-Jährige aus Möggers freut sich: „Ich konnte richtig Gas geben, mich voll auf die Konditions- und Krafteinheiten konzentrieren.“

Finale ist das Ziel

Seit Mai gab es für Rädler kaum einen freien Tag. Zwei Trockentrainingswochen, darunter einer in Bludenz, fünf Schneekurse, zuletzt am Stilfser Joch, standen mit dem ÖSV-Damenteam auf dem Programm. In Graz wartete die einmonatige Grundausbildung beim Bundesheer. „Inzwischen bin ich in Dornbirn stationiert. Wenn die Ergebnisse stimmen, dann dürfen wir Skifahrer bis zu vier Jahre verlängern.“

Für Rädler stehen bisher acht Einsätze im Weltcup zu Buche, die letzen sechs Mal gab es immer Punkte. Die beste Platzierung war ein zwölfter Rang im Super-G von Garmisch-Partenkirchen. Die Konkurrenz in der österreichischen Abfahrtsmannschaft ist groß. In der Weltrangliste werden sieben Läuferinnen unter den Top 20 geführt. Christine Scheyer liegt als beste Vorarlbergerin auf Platz 30, Nina Ortlieb wird als 33., Rädler als 42. geführt. Im Super-G ist Österreichs aktuelle Meisterin mit Rang 33 beste Vorarlbergerin und siebtbeste ÖSV-Athletin. „Ich will mich nach vorne arbeiten, unter die Top 25 kommen“, nennt sie als Saisonziel. „Am Ende möchte ich auch beim Weltcupfinale dabei sein.“ Ernst wird es erstmals in sechs Wochen in Übersee. „Die Qualifikation ist noch nicht festgelegt. In Lake Louise geht es für drei, vier Läuferinnen um einen Startplatz.“

Die Head-Pilotin, die beim ÖSV weiter von ihrem Vorarlberger Spartentrainer Christoph Alster betreut wird, sucht in den nächsten Wochen den Feinschliff beim Material. „Ich habe in der Abfahrt einiges aufzuholen, brauche ein paar Kilometer mehr. Das ist in der letzten Saison zu kurz gekommen. Ich muss für die langgezogenen Kurven mehr Gefühl bekommen und schneller werden.“ Auch beim Schuh sind Anpassungen nötig, „das Material ist etwas weicher geworden“, erzählt Rädler.

In Problemzeiten gelernt

Mit dem Aufstieg in den ÖSV-B-Kader 2014/15 stockte Rädlers Karriere. Auf eine Knöchelverletzung folgten nicht weniger als drei Kreuzbandrisse. „In solchen Problemzeiten lernt man alles mehr und richtig zu schätzen“, zieht die Speedspezialistin lauter Positives aus den Verletzungsmiseren. „Ich bin reifer geworden, habe durch die Verletzungen erfahren, dass ich das zu hundert Prozent tun will. Und ich bin ein Stehaufmännchen.“

„Ich möchte mich nach vorne arbeiten, in der Weltrangliste unter die Top 25 kommen.“