Über den Kampf zum Sieg

Sport / 10.10.2019 • 23:02 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Gleich vier Mal scheiterte Marko Arnautovic mit seinen Abschlüssen an Israels Torhüter Ofir Meir Marciano.Reuters
Gleich vier Mal scheiterte Marko Arnautovic mit seinen Abschlüssen an Israels Torhüter Ofir Meir Marciano.Reuters

Die drei Punkte gegen Israel können in der EM-Qualifikation entscheidend sein.

Wien Österreich hat sich für die Niederlage in Israel revanchiert und den so wichtigen Heimsieg (3:1) eingefahren. Dafür brauchte es aber viel Kampf, denn spielerisch blieb einiges im Argen. Bitter auch, dass Laimer, Posch und Arnautovic mit Verletzungen vorzeitig vom Platz mussten. Vor dem Spiel am Sonntag in Slowenien könnten sich die Verletzungssorgen im ÖFB-Team also vergrößern.

Die ersten Minuten aber gehörten den Gästen, die in ihrem sehr variabel interpretierten 5-3-2-System spielfreudiger wirkten. Nur selten bekamen Baumgartlinger und Co. Zugriff auf die wieselflinken Gegenspieler. Zudem fehlte es dem ÖFB-Team aufgrund der Umstellungen durch das Fehlen von Stefan Lainer und David Alaba an der zuletzt gezeigten Harmonie. Konrad Laimer brauchte auf der linken Außenposition Zeit, um ins Spiel zu finden, drängte zudem immer wieder nach innen. Erst nach einer guten Viertelstunde hatte sich Österreich besser auf den Gegner eingespielt, die großen Ideen und schnellen Bälle aber fehlten noch.

Viele leichte Fehler

So nahm das Spiel erst nach knapp einer halben Stunde so richtig Fahrt auf. Dragovic mit einer Direktabnahme nach einem Eckball, Lazaro mit einem Schritt zu spät bei einem Lochpass und Laimer mit einem „Tanz“ im Fünfer (26./27. bzw. 28.) sorgten für die ersten Aufreger vor dem Tor. Doch der Schock in Form eines Gegentreffers sollte dann endgültig zum Wachmacher werden. Ausgerechnet Eran Zahavi traf ins Kreuzeck. Wie schon beim 4:2-Sieg der Israelis, wo dem 32-Jährigen drei Treffer gelungen waren, skorte er in Minute 34. Vor seinem Abschluss mit einem Schuss aus gut 20 Metern ließ er noch beide heimischen Innenverteidiger nicht gut aussehen. Die Reaktion der Österreicher folgte rasch. Schon drei Minuten nach dem 0:1 braucht Goalie Marciano die Hilfe der Torumrandung, um eine Direktabnahme von Arnautovic abzuwehren. Wenig später war der China-Legionär bei der Vorbereitung zum Ausgleich beteiligt. Nach einem Pass von Laimer steckte der 30-Jährige den Ball ideal für Lazaro durch. Eine Chance, die sich der Inter-Legionär nicht entgehen ließ und dabei den Ball kaltschnäuzig am Torhüter vorbei im Gehäuse unterbrachte (41.). Und so bog die Foda-Elf ein Spiel mit vielen leichten Fehlern zu Beginn doch noch in die richtige Richtung. Das zeigte sich dann nach der Halbzeit, als man druckvoller agierte, früher störte und konsequenter die Offensive suchte. Vor allem Konrad Laimer war dabei immer wieder Dreh- und Angelpunkt. So war es auch eine Flanke des Leipzig-Spielers, die von Martin Hinteregger zum Führungstreffer genutzt wurde. In Mittelstürmer-Manier hatte sich der Frankfurter, der zuletzt noch in Polen aus disziplinären Gründen gefehlt hatte, zwischen zwei Verteidigern den Ball heruntergenommen und mit einem Fallseitzieher zum 2:1 eingeschossen.

Lange um Sieg gezittert

Die gute Balance, die der Teamchef gefordert hatte, kam erst nach der Pause zum Tragen. Mit der Führung im Rücken taten sich endlich auch die Räume auf, um offensiv für Gefahr sorgen zu können. Doch wirklich Druck über lange Phasen aufzubauen, gelang Arnautovic und Co. nicht. Weil man zudem vor dem Tor bis kurz vor Schluss – Sabitzer zum 3:1 – nicht effektiv war, war lange Zittern angesagt.

„Es war heute nicht unser bestes Spiel, aber die drei Punkte stehen über allem.“

Einzelbenotung nach dem Schulnotensystem

Stankovic (3): Wirkte nicht ganz so sicher wie zuletzt. So etwa bei einem hohen Ball in den Strafraum, den er fallen ließ. Positiv: Er blieb cool und konzentriert.

Posch (2): Wieder eine ganz starke Vorstellung, dieses Mal auf der rechten Verteidigerposition. Vor der Pause war er einer der wenigen, die konstruktiv den Weg nach vorne suchten.

Dragovic (3): War beim Führungstreffer indisponiert, blieb aber ruhig und sorgte bei ruhenden Bällen auch für Gefahr im gegnerischen Strafraum.

Hinteregger (3): Für ihn gilt dasselbe wie für Dragovic. Beim 0:1 machte er eine schlechte Figur, als er nicht attackierte, dafür war der Ausgleichstreffer ganz im Stile von „Hinti“ – mit einer klaren Leistungssteigerung nach der Pause.

Ulmer (3): Unauffällig, verrichtete viel Laufarbeit und war defensiv gefordert.

Baumgartlinger (4): Dem Kapitän unterliefen ungewohnt viele leichte Fehler. So hatte er bei einem verunglückten Rückpass, als er ausrutschte, Glück, dass die Sache nicht ins Auge ging.

Ilsanker (3): Verrichtete im Mittelfeld viel Drecksarbeit, auch mit einem großen Laufpensum verbunden.

Lazaro (3): Allzu viel gelang dem Techniker nicht, doch sein Ausgleichstreffer war enorm wertvoll. Dabei zeigte er seine ganze Klasse.

Sabitzer (2): Versuchte das Spiel zu beschleunigen und belohnte sich mit dem Tor.

Laimer (2): Auch auf der für ihn neuen Position im Team war er schnell wieder die Schaltzentrale. Vor allem das Zusammenspiel mit Arnautovic klappte. Mit gutem Auge und guten Pässen.

Arnautovic (3): Erwischte einen ganz schlechten Beginn, wirkte dabei langsam. Steigerte sich aber immer mehr, erarbeitete sich auch wirklich gute Chancen.

Schaub (3): Fand schnell Bindung und zeigte, dass auf ihn Verlass ist.

Trimmel (0): Kam zu seinem Debüt im Teamdress.

Gregoritsch (0): Konnte nicht mehr entscheidend eingreifen.