Supertaifun bremst die Formel 1

Sport / 11.10.2019 • 18:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Formel 1 rüstet sich in Suzuka für ein stürmisches Wochenende.apa
Die Formel 1 rüstet sich in Suzuka für ein stürmisches Wochenende.apa

Der Grand-Prix-Zirkus macht heute Pause in Suzuka, Qualifikation erst am Sonntag.

Suzuka In der Boxengasse luden Gabelstapler palettenweise Sandsäcke ab, die Teams verriegelten die Garagen und trafen Vorkehrungen gegen die befürchteten Wassermassen: Das freie Training zum Großen Preis von Japan war kaum vorbei, da rüstete sich die Formel 1 gegen die drohenden Gefahren des Supertaifuns „Hagibis“.

Mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h und enormen Regenmassen soll der Monstersturm heute auf die japanische Hauptinsel Honshu treffen – an Motorsport ist nicht zu denken. Die Organisatoren entschieden sich deshalb, „im Interesse der Sicherheit der Zuschauer, der Fahrer und aller Personen entlang Strecke“ zu einer Absage aller Samstagaktivitäten am Suzuka Circuit. Das um 8 Uhr MESZ angesetzte Qualifying zum 17. Saisonrennen wurde auf Sonntag (3 Uhr MESZ) verschoben, das dritte freie Training gänzlich gestrichen. Das Rennen am Sonntag (7.10 Uhr) soll wie geplant stattfinden. Eine Verlegung des Rennens auf Montag schloss der Automobil-Weltverband aus.

Keine Langeweile

Die Verlegung der Zeitenjagd ist keine Premiere in Suzuka. Bei ähnlichen Bedingungen 2004 und 2010 war das Qualifying ebenfalls auf Sonntag verschoben worden. Auch beim Großen Preis der USA 2015 wurde aufgrund des schlechten Wetters eine Verschiebung beschlossen. Die Teams zeigten Verständnis. „Es ist traurig für die Fans“, sagte Ferrari-Boss Mattia Binotto, „aber die Sicherheit geht vor.“

Die Fahrer stehen damit vor einer ungewohnten Situation und müssen sich Alternativprogramme überlegen. Langeweile soll aber nicht aufkommen. Max Verstappen forderte Carlos Sainz zu einem Konsolenduell in der Fußball-Simulation auf, Sebastian Vettel will „ein bisschen Sport machen und mich ausruhen, aber mit Sicherheit nicht draußen“.

Lewis Hamilton dachte trotz der Wetterwarnungen an einen Kurztrip nach Tokio, sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas wollte dagegen „chillen“ und die Trainingsdaten vom Freitag studieren. Die Ergebnisse waren für den Finnen erfreulich. Bottas fuhr im zweiten Training in 1:27,785 Minuten Bestzeit vor Hamilton (+0,100 Minuten) und könnte damit von der Pole Position starten.

Regen beim Rennen

Denn sollten auch am Sonntagmorgen Sicherheitsbedenken oder Sturmschäden die Zeitenjagd unmöglich machen, ist eine komplette Absage des Qualifyings eine Option. In diesem Fall würde das Ergebnis des zweiten Trainings über die Startaufstellung entscheiden. Nass wird es am Sonntag wohl in jedem Fall: Die Regenwahrscheinlichkeit liegt laut Vorhersage bei 90 Prozent.

Formel 1

Grand Prix von Japan in Suzuka

1. freies Training: 1. Bottas (FIN) Mercedes 1:28,731 Min., 2. Hamilton (GBR) Mercedes +0,076 Sek., 3. Vettel (GER) Ferrari 0,989, 4. Leclerc (MON) Ferrari +1,181, 5. Verstappen (NED) Red Bull 1,315, 6. Albon (THA) Red Bull 1,644, 7. Sainz Jr. (ESP) McLaren 1,971, 8. Perez (MEX) Racing Point 2,079, 9. Stroll (CAN) Racing Point 2,228, 10. Norris (GBR) McLaren 2,270

2. freies Training: 1. Bottas (FIN) Mercedes 1:27,785 Min., 2. Hamilton (GBR) Mercedes +0,100 Sek., 3. Verstappen (NED) Red Bull 0,281, 4. Leclerc (MON) Ferrari 0,356, 5. Vettel (GER) Ferrari 0,591, 6. Albon (THA) Red Bull 0,617, 7. Sainz Jr. (ESP) McLaren 1,266, 8. Perez (MEX) Racing Point 1,514, 9. Gasly (FRA) Toro Rosso 1,569, 10. Norris (GBR) McLaren +1,573

Sonntag

Qualifikation 3.00 Uhr

Formel-1-GP von Suzuka 7.10 Uhr

Fernsehen: ORF 1, RTL, SRG, Sky live