Die EURO-Tür ist weit geöffnet

Sport / 13.10.2019 • 23:12 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Es ging zur Sache in Ljubljana. Unser Bild zeigt den Slowenen Rene Krhin (links) in einem Zweikampf mit dem Österreicher Marcel Sabitzer.apa
Es ging zur Sache in Ljubljana. Unser Bild zeigt den Slowenen Rene Krhin (links) in einem Zweikampf mit dem Österreicher Marcel Sabitzer.apa

Österreich feiert in Ljubljana gegen Slowenien in einem hektischen Spiel einen verdienten 1:0-Sieg.

Ljubljana Es fehlt noch ein Schritt, dann ist es geschafft. Die Tür zur EM-Endrunde 2020 ist jedenfalls schon weit geöffnet. Weil Österreich in einem hektisch geführten Spiel in Ljubljana gegen Slowenien die Nerven behielt und einen 1:0-Sieg feierte. Goldtorschütze war Stefan Posch, der den Ball mit dem Hinterkopf in die Maschen setzte. Es war in seinem erst vierten Länderspiel der erste Treffer. Damit reicht nunmehr ein Remis aus den ausstehenden zwei Spielen gegen Nordmazedonien (h) und Lettland (a), um die Qualifikation unter Dach und Fach zu bringen. Damit würde man zum zweiten Mal in Folge bei der kontinentalen Endrunde dabei wäre.

Umstellungen

Nationaltrainer Franco Foda hatte im Vergleich zum 3:1 gegen Israel am Donnerstag nur eine Veränderung vorgenommen. Anstelle des an einer Oberschenkelverletzung laborierenden Marko Arnautovic rückte Michael Gregoritsch auf die Stürmer-Position. Der Steirer fand in der 13. Minute die erste Chance vor: Er übernahm eine Flanke von Marcel Sabitzer im Sechzehner direkt, Goalie Jan Oblak war jedoch mit einem starken Reflex zur Stelle.

Acht Minuten später musste der Schlussmann von Atletico Madrid den Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Corner von Valentino Lazaro versenkte Posch den Ball mit dem Hinterkopf im langen Eck. Es war das erste Tor des Hoffenheim-Legionärs im vierten Länderspiel.

Starke Momente des ÖFB-Teams

In der 26. Minute ließ der so wie Posch rechtzeitig fit gewordene Konrad Laimer, wieder auf dem linken Flügel aufgeboten, eine Topchance aus. Oblak verschätzte sich bei einer Lazaro-Flanke, Laimer wurde davon offensichtlich überrascht und schaffte es nicht, den Ball ins leere Tor zu köpfeln. Vier Minuten danach fand der Leipzig-Profi mit einem abgefälschten Schuss in Oblak seinen Meister, der slowenische Kapitän war zudem bei einem Versuch von Gregoritsch auf dem Posten (43.).

Zweimal schaut der Referee zu

Auch die Slowenen hatten vor der Pause dank ihrer Aggressivität ihre Momente. Ein Schuss von Petar Stojanovic aus sehr guter Position zog relativ deutlich am langen Eck vorbei (23.), ein harmloser Weitschuss von Jasmin Kurtic landete in den Armen des phasenweise ein wenig unsicher wirkenden ÖFB-Goalies Cican Stankovic (45.), der sich außerdem bei einer langgezogenen Flanke von Josipl Ilicic strecken musste (45.).

In zwei Situationen durften sich die Österreicher beim türkischen Schiedsrichter Cüneyt Cakir bedanken. Der Spielleiter des WM-2018-Finales verzichtete vor den Augen von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin auf einen Elfmeterpfiff, nachdem Michael Gregoritsch der Ball am Fünfer an die Hand gesprungen war (34.). Als Andreas Ulmer seinen Gegenspieler Roman Bezjak mit einer rüden Attacke zu Fall brachte, gab es für den Salzburg-Kicker nur die Gelbe anstelle der eigentlich fälligen Roten Karte (36.).

Die zweite Hälfte begann mit einer Gelegenheit für Laimer, der in der 48. Minute das Ziel nur knapp verfehlte. In der Folge hatte die ÖFB-Elf die Kontrolle über das Match und war dem zweiten Tor näher als die Slowenen dem Ausgleich. In der 60. Minute parierte Oblak einen Gregoritsch-Kopfball, zwei Minuten später wehrte der Keeper einen Sabitzer-Aufsitzer ab, der aber ohnehin nicht im Tor gelandet wäre.

Die Slowenen hatten lediglich einen abgefälschten Schuss von Kurtic neben das Tor (65.) sowie einen von Stankovic parierten Ilicic-Versuch (87.) zu bieten und schafften es auch in der Schlussphase nicht, Österreich wirklich ins Wanken zu bringen. Die ungestüm und konzeptlos vorgetragenen Angriffe der Hausherren wurden regelmäßig zur Beute der stabilen Abwehr um die beiden blendend disponierten Innenverteidiger Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger. Im Finish gab es auch noch Rot für den eingewechselten Denis Popo­vic nach einem Ellbogencheck gegen Sabitzer.

Ohne zwei Starspieler

Der ÖFB-Sieg geriet nicht mehr in Gefahr – und das obwohl die beiden Topstars fehlten. Erstmals seit September 2009 absolvierte eine österreichische Nationalmannschaft ein Pflichtspiel sowohl ohne China-Legionär Arnautovic als auch ohne den ebenfalls verletzten David Alaba vom FC Bayern.

Fussball

EURO 2020

Gruppe G

Slowenien – Österreich 0:1 (0:1)

Ljubljana, Stadion Stozice, 16.000 Zuschauer (ausverkauft), SR Cakir (TUR)

Tor: 21. 0:1 Posch (Kopfball)

Gelbe Karten: 16. Aljaz Struna (Slowenien), 36. Ulmer (Österreich), 57. Bezjak (Slowenien), 64. Hinteregger (Österreich/alle Foulspiel), 88. Laimer (Österreich/Unsportlichkeit), 89. Sabitzer (Österreich/Foulspiel)

Rote Karte: 89. Popovic (Slowenien/Tätlichkeit)

Slowenien (4-2-3-1): Oblak; Stojanovic, Aljaz Struna, Miha Mevlja, Balkovec; Krhin (79. Popovic), Kurtic; Bezjak (61, Zajc), Ilicic, Verbic (69. Beric); Sporar

Österreich (4-2-3-): Stankovic; Posch, Dragovic, Hinteregger, Ulmer; Ilsanker, Baumgartlinger; Lazaro (88. Trimmel), Sabitzer (90./+ 4 Florian Kainz), Laimer; Gregoritsch (84. Onisiwo)

Polen – Nordmazedonien 2:0 (0:0)

Torfolge: 74. 1:0 Frankowski, 80. 2:0 Milik

Israel – Lettland Dienstag

Beershewa, 20.45 Uhr

Tabelle

1. Polen* 8 6 1 1 13: 2 19

2. Österreich 8 5 1 2 17: 7 16

3. Nordmazedonien 8 2 2 3 10:11 11

4. Slowenien 8 3 2 3 13: 8 11

5. Israel 7 2 2 3 12:14 8

6. Lettland 7 0 0 7 1:24 0

Legende: * für die Endrunde qualifiziert