Mit Ski von Kästle und Branding von Rossignol

Sport / 13.10.2019 • 18:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die „Hürde“ übersprungen hat Katharina Liensberger nun wohl im wahrsten Sinn des Wortes. Diese Woche soll die Vorarlbergerin wieder mit dem Schneetraining starten.gepa
Die „Hürde“ übersprungen hat Katharina Liensberger nun wohl im wahrsten Sinn des Wortes. Diese Woche soll die Vorarlbergerin wieder mit dem Schneetraining starten.gepa

Kreativität ist das Zauberwort bei der Lösung im Fall von Katharina Liensberger, die am Sonntag erstmals wieder auf Skiern stand.

Schwarzach Kreativität heißt das Zauberwort im Fall von Katharina Liensberger. Und die ist von allen Parteien gefragt. Nachdem der Österreichische Skiverband der zu Kästle gewechselten 22-jährigen Weltcupläuferin wegen der ungeklärten Schuhfrage eine Sperre angedroht hatte, wurde zuletzt an Lösungen gearbeitet. „So wie ich es vom Toni gehört habe, sollten die Parteien bald zu einer Einigung kommen“, hatte Vorarlbergs Verbandspräsident Walter Hlebayna den VN gegenüber gemeint. „Es wird geredet und es geht was weiter.“

Am Samstag waren Liensberger und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel (78) zusammengesessen. Der Skiverbandsboss wollte allerdings in die Verträge zwischen Liensberger und Kästle Einsicht bekommen, dafür dürfte aber die Zustimmung vom Skihersteller fehlen. Die Rückkehr zu Rossignol, wie von Skipool-Geschäftsführer Reinhold Zitz vorgeschlagen, gestaltet sich auch schwierig: Der französische Skihersteller wäre zwar bereit, Liensberger Skier zur Verfügung zu stellen. Die Bedingung: ein neuer Dreijahresvertrag.

Auch Girardelli hatte Probleme

Wie könnte aber eine Lösung aussehen, mit der allen geholfen wäre? Wenn zum Beispiel Liensberger zugestanden wird, den von ihr erfolgreich getesteten Kästle-Ski mit Rossignol-Branding zu fahren. „Das könnte durchaus gehen“, meinte VN-Ski-Experte Marc Girardelli. „Ich habe das 1983 auch gemacht. Ich hatte einen Atomic-Vertrag und bin zum Teil mit Dynamic-Skiern gefahren.“ Der fünffache Weltcupsieger ergänzt: „Das wäre ein Kompromiss in alle Richtungen. Aber da müssen natürlich alle Parteien einverstanden sein.“ Technisch sieht Girardelli keine Hindernisse: „Eine Folie für die Oberfläche ist schnell gemacht, den Belag kann man austauschen.“

Kästle verschärfte gestern die Gangart, meinte in einem Statement: „Der Vertrag zwischen Kästle und Katharina Liensberger ist nicht aufgelöst“, schreibt Geschäftsführer Clemens Tinzl. „Wir erachten es aber als unfair, dass Katharina die Leidtragende von Versäumnissen von ÖSV und Skipool sein soll. Um nicht wertvolle Trainings zu verlieren, haben wir uns entschieden, dass sie im Training bis auf Weiteres auch andere als unsere Ski verwenden darf.“

Vorbereitungen laufen

Bei der Vorarlbergerin indes beginnen die Vorbereitungen auf den auf den Weltcupstart – 26./27. Oktober – in Sölden zu laufen. Mit dem ÖSV-Damen-Cheftrainer Christian Mitter war sie am Sonntag Ski fahren. Frei fahren stand auf dem Programm, auf einem Rossignol-Ski. Für die Göfnerin war es der erste Schneekontakt seit dem Trainingslager in Neuseeland Ende August/Anfang September. Licht ins Dunkel scheint es auch bezüglich der „Skischuh-Causa“ zu geben. Präsident Schröcksnadel soll beim gemeinsamen Treffen zugesagt haben, der folgender Lösung etwas abgewinnen zu können: Der ÖSV regelt mit Rossignol eine Vereinbarung für ein Jahr, gleichzeitig versucht er mit Kästle den Kontrakt für dieses eine Jahr ruhend zu stellen.

Die Einkleidung durch den Österreichischen Skiverband hat Liens­berger bereits nachgeholt. Vor dem Skifahren am Sonntag hat sie in Innsbruck alle Utensilien entgegengenommen.

„Ich gehe davon aus, dass sie bei Kästle nächstes Jahr Schuhe haben werden.“

Die „Hürde“ übersprungen hat Katharina Liensberger nun wohl im wahrsten Sinn des Wortes. Diese Woche soll die Vorarlbergerin wieder mit dem Schneetraining starten.gepa
Die „Hürde“ übersprungen hat Katharina Liensberger nun wohl im wahrsten Sinn des Wortes. Diese Woche soll die Vorarlbergerin wieder mit dem Schneetraining starten.gepa