Rote Teufel als Partycrasher bei Hitchcockkrimi

Sport / 13.10.2019 • 17:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ivan Horvat und Co. lieferten eine bärenstarke Leistung ab.GEPA
Ivan Horvat und Co. lieferten eine bärenstarke Leistung ab.GEPA

Alpla HC Hard wirft mit Triumph im Siebenmeterwerfen Topklub Skjern aus dem Europacup.

Skjern Die Handballer des Alpla HC Hard haben auf der europäischen Bühne ein beeindruckendes Zeichen gesetzt. Nach der 25:26-Heimniederlage setzt sich die Equipe von Cheftrainer Klaus Gärtner im Rückspiel gegen den dänischen Topklub Skjern im Siebenmeterschießen mit 35:33 durch. Die Auslosung der nächsten Europacup­runde Mitte November erfolgt am Dienstag in Wien.

Immer an die Chance geglaubt

Knapp 72 Stunden nach der 27:30-Heimniederlage gegen Ferlach präsentierten sich die Roten Teufel vom Bodensee im Gastspiel beim mit zahlreichen Weltklasseakteuren gespickten Star-Ensemble aus der Region Midtjylland wie von Gärtner gefordert von der ersten Sekunde an hellwach und bis in die Haarspitzen motiviert. „Wir haben die Fehler klar angesprochen und die Mannschaft hat den Schuss vor den Bug wahrgenommen. Die Abwehr agierte kompromisslos und im Angriff wurden richtige Entscheidungen getroffen. Wir haben uns nie aus den Konzept bringen lassen und hatten dann im Siebenmeterwerfen das Quäntchen Glück auf unserer Seite. Der Mannschaft gebührt ein Riesenkompliment für ihren Kampf und ihren Willen, den sie gezeigt hat“, so Gärtner.

Gerald Zeiner und Co. ließen sich weder von den klingenden Namen der Spieler noch den knapp 2500 Zuschauern einschüchtern. Nach dem Doppelschlag zur 6:4-Führung (12.) war Ex-ÖHB-Teamchef Patrekur Johannesson erstmals gezwungen, die Gastgeber wachzurütteln. Zunächst ohne Erfolg, den nach dem 12:9 (24.) herrschte kollektive Schockstarre bei den 2500 dänischen Fans. Bjarte Myrhol, Thomas Mogensen und Anders Eggert warfen ihr ganzes Können in die Waagschale und konnten mit ihrer Routine bis zum 14:14-Pausenstand das erste Unheil abwenden.

Doch das Team von Klaus Gärtner ließ sich auch trotz doppelter Unterzahl durch den erstmaligen 14:15-Rückstand (33.) nicht aus dem Konzept bringen. Besonders Hexer Golub Doknic im Tor der Harder sorgte mit insgesamt 19 Paraden dafür, dass sich die Partie zu einem Hitchcockkrimi entwickelte. Daneben war es Ivan Horvat, der mit fünf seiner insgesamt sechs Tore nach Wiederanpfiff die Dänen auf Distanz hielt. Horvat war es auch, der in den heißen Phase Verantwortung übernahm und neun Sekunden vor dem Ende das 26:24 erzielte. Doch die abgezockten Dänen zogen mit dem Treffer von Rene Rasmussen in der letzten Sekunde ins leer stehende Harder Tor den Kopf aus der Schlinge und retteten sich ins Siebenmeterwerfen.

Spätestens jetzt war die Dramatik nicht mehr zu überbieten. Nachdem in der ersten Serie mit je fünf Werfern auf beiden Seiten zunächst Gerald Zeiner an Skjern-Goalie Paulsen Haug scheiterte, erzwang Doknic mit seiner Parade im fünften Siebenmeter gegen Jonathan Stenbäcken den K.-o.-Modus. Nachdem abermals dieselben Schützen wie zuvor antraten, Zeiner diesmal aber erfolgreich blieb, war es abermals Doknic, der gegen Stenbäcken parierte. Als im zehnten Versuch Tine Poklar verwertete, brachen bei den Roten Teufeln alle Dämme. Hard-Sportchef Thomas Huemer: „Ich bin sprachlos. Diese Leistungssteigerung nach der Heimpleite ist einzigartig. Wir haben uns in Europa perfekt präsentiert und hoffen auf einen weiteren attraktiven Gegner. Parallel dazu dürfen wir jedoch in der Spusu Liga unsere Hausaufgaben nicht vergessen“, betonte Huemer und wies damit auf das Ligaduell am Dienstag bei Meister und Cupsieger Krems sowie drei Tage später zu Hause gegen Schwaz hin. VN-JD

Hard-Goalie Golub Doknic legte mit zwei gehaltenen Siebenmetern in der Entscheidung den Grundstein für den Erfolg in Skjern und den Aufstieg im Europacup. gepa
Hard-Goalie Golub Doknic legte mit zwei gehaltenen Siebenmetern in der Entscheidung den Grundstein für den Erfolg in Skjern und den Aufstieg im Europacup. gepa

Handball

EHF-Cup der Männer 2019/20

Qualifikation, 2. Runde, Rückspiel

Skjern Handbold (DEN) – Alpla HC Hard  33:35 n. S. (25:26, 14:14)

Hinspiel (5. 10.) 26:25 (13:10) für Skjern; Gesamt 60:59 für Hard

Bank Arena Skjern, 2300 Zuschauer, SR Metalari/Nikolovski (MKD)

Zweiminutenstrafen: 3 bzw. 6

Torfolge: 5. 3:2, 9. 4:4, 12. 4:6, 16. 6:9, 24. 9:12, 25. 10:13, 33. 15:16, 38. 16:18, 42. 19:22, 55. 23:23, 58. 24:24, 60. 24:26

Siebenmeterschießen: Eggert 1:0, Horvat 1:1, Söndergaard 2:1, Zeiner scheitert 2:1, Christensen 3:1, Schweighofer 3:2, Konradsson 4:2, Knauth 4:3, Doknic hält gegen Stenbäcken, Poklar 4:4;

Eggert 5:4, Horvat 5:5, Söndergaard 6:5, Zeiner 6:6, Christensen 7:6, Schweighofer 7:7, Konradsson 8:7, Knauth 8:8, Doknic hält gegen Stenbäcken, Poklar 8:9

Skjern Handbold: Gustavsson, Paulsen Haug; Mogensen 3, Tidemand, Eggert 7/6, Jonsson, Konradsson 1, Stenbäcken, Myrhol 3, Christensen, Rasmussen 6, Söndergaard 1, Tangen 4, Refsgaard

Alpla HC Hard: Hurich, Doknic; Hermann, Wurst 1, Raschle, Manuel Schmid 2, Zivkovic 2, Poklar 3, Becvar, Schwärzler 2, Knauth, Fetz, Weber 2, Zeiner 4/2, Schweighofer 4, Horvat 6