Ländle-Asse gerüstet für Höhepunkt

Sport / 14.10.2019 • 20:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die WM-Medaillenkandidaten Rosa Kopf/Svenja Bachmann bzw. Lorena Schneider wurden Gesamtsieger im Swiss-Austria-Masters.VN/Sams
Die WM-Medaillenkandidaten Rosa Kopf/Svenja Bachmann bzw. Lorena Schneider wurden Gesamtsieger im Swiss-Austria-Masters.VN/Sams

Radballer und Kunstradler für WM in Basel gewappnet.

Schwarzach In zwei Monaten, exakt vom 6. bis 8. Dezember, steht mit der 84. Weltmeisterschaft im Radball bzw. 64. im Kunstradfahren des Internationalen Radsport-Weltverbands (UCI) der Saisonhöhepunkt für Vorarlbergs Hallenradsportler auf dem Programm.

Bei der nach 1963 und 2013 zum dritten Mal in Basel aufgetragenen WM darf man davon ausgehen, dass die seit Jahrzehnten anhaltende Erfolgsbilanz der Extraklasse auch diesmal eine Fortsetzung findet. Seit 1979 gab es lediglich drei Weltmeisterschaften (Anm. 1990, 1994 und 1995), in denen Vorarlbergs Aktive ohne WM-Medaille blieben.

Titelträger in Favoritenrolle

Verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk kehren die heimischen Artisten auf zwei Rädern seit nunmehr 22 Jahren in ununterbrochener Folge mit Edelmetall im Gepäck ins Ländle zurück. Die imponierende Ausbeute von 89 Medaillen, davon 13 goldene, 22 silberne und 54 bronzene, spiegelt den großen Stellenwert und hochwertige Arbeit im heimischen Fachverband wider.

Der Kreis der Aktiven mit Chancen auf Medaillen ist trotz einiger Rücktritte in den letzten Monaten wie Adriana Mathis (holte bei den letzten sechs Weltmeisterschaften fünf Medaillen) immer noch breit gefächert. Die heißeste Medaillenaktie ist sicherlich das Radballduo Patrick Schnetzer und Markus Bröll. Der noch 26-jährige Schnetzer und sein um sechs Jahre älterer Partner, mit fünf Welt- und sechs Europameistertiteln sowie den vier Gesamtsiegen im UCI-Weltcup das erfolgreichste Radballteam der Gegenwart, haben in dieser Saison mit zahlreichen Topresultaten ganz klar angedeutet, dass sie sich als Weltmeister verabschieden wollen. Verabschieden deshalb, weil Bröll nach dem Weltcupfinale am 18. Jänner 2020 in Möhlin seine aktive Karriere beenden wird und Schnetzer zukünftig mit dem dreimaligen U-23-Europameister Stefan Feurstein ein Team bilden wird. In Möhlin peilen Schnetzer/Bröll nach 2014, 2016 und 2018 zum vierten Mal den Grand Slam (Anm. Triumphe bei WM, EM und beim Weltcupfinale) des Radballsports an.

Junge Garde zeigt groß auf

Bei den Kunstradlern haben mit Adriana Mathis (2015) und Denise Boller (2010) zwei ehemalige Weltmeisterinnen und 2018-Junioren-Europameisterin und Weltrekordhalterin Julia Walser gleich drei Topsportlerinnen im Einer im Verlauf des Jahres die Beendigung ihrer aktiven Karriere verkündet. Bei der am Wochenende in Koblach ausgetragenen Finalrunde des Swiss-Austria-Masters untermauerte die nächste Generation eindrucksvoll ihre Anwartschaft auf ein Topresultat beim UCI-Championat in der Westschweiz.

Im Einer holte sich die 18-jährige Höchsterin Lorena Schneider mit 174,18 Punkten den Tagessieg, gleichzeitig entschied die Junioren-Europameisterin der Jahre 2017 und 2019 und EM-Zweite 2018 die Gesamtwertung für sich. Bei der Weltmeisterschaft in Basel wird zudem Jana Latzer starten. Die am Samstag 21 Jahre alte gewordene Sulnerin lebt nun in der Schweiz und holte 2016 WM-Bronze im Open-Zweier mit Marcel Schnetzer. Der 23-jährige Bruder von Radball-Ass Patrick wird bei der WM 2019 sowohl im Einer als auch zusammen mit Katharina Kühne im Open-Zweier an den Start gehen. Bei den Swiss-Austria-Masters wurden Schnetzer/Kühne Gesamtzweite und Schnetzer belegte im Einer Platz drei. Im Einer hat zudem Christopher Schobel (20) sein WM-Ticket bereits fix in der Tasche. Weitere Medaillenkandidaten in Basel sind Swiss-Austria-Masters-Gesamtsieger Rosa Kopf (18) und Svenja Bachmann (17) im Zweier und der Höchster Vierer in der Besetzung Leonie Huber (21), Lukas (20) und Lea Schneider (18) sowie Julia Wetzel (23), Gesamtzweite im Swiss-Austria-Masters.

Komplettiert wird das erneut komplett aus Vorarlberger Aktiven bestehende WM-Aufgebot Österreichs durch die WM-Debütanten im Zweier Jacqueline Rist (16) und Ida-Lena Hofherr (15) aus Bregenz.

Die österreichische Meisterschaft wird erstmals seit vielen Jahre nicht in Vorarlberg, sondern am 26. Oktober in St. Pölten ausgetragen.